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MÜNCHEN. — EINLEITUNG.
v.
KAISER LUDWIGS DES BAIERN SIEG BEI AMPFING 1322.
Ludwig IV. der Baier, Deutscher Kaiser, Sohn Ludwigs des Strengen, Herzogs von Baiern,war 1286 geboren. Als Heinrich VII. gestorben war, wählten fünf Kurfürsten Ludwig vonBaiern zum Römischen König, die übrigen den Herzog Friedrich von Österreich, der Schönegenannt. Da jede Partei die Krönung vollzog, Friedrichs zu Bonn den 25. November undLudwigs zu Achen den 26. November 1314, so erfolgte ein Krieg, in welchem hoher Adelund Ritterschaft den Habsburger hielt, und die Städte dem Baiern ergeben waren.
Acht Jahre hatten schon die Gräuel der Verwüstung in Deutschland gewährt. Endlich,1322, kam es zur Entscheidung in einem Treffen bei Ampfing an der Isen, unweit Mühldorf,in welchem Friedrich Ludwigs Gefangener ward.
Der wichtigste Bundesgenofse Ludwigs in dieser Schlacht war der Burggraf Friedrich vonNürnberg, dem sich König Friedrich ergab; aus seiner Schaar haben als Anführer meist zumSiege geholfen: der seitdem sprichwörtlich * gewordene Ritter Seifried Schweppermann undsein Schwager Konrad Rindsmaul, der eigentlich den König gefangen nahm. Die Bäcker-knechte von München haben sich durch ihr muthiges Benehmen Ruhm und Gerechtsame, auchden Reichsadler und Fahne erworben.
Denkwürdig ist die That des Ritters Plichta von Zierotin, welcher vor Beginn der Schlachtallein in den Feind sprengte, und nachdem er das ganze feindliche Lager durchbrochen hatte,ebenso schnell wieder zum König Ludwig zurückeilte, Alles zu Boden schlagend, was ihmin den Weg kam. Eine Wiederholung dieses ritterlichen Spieles gelang ihm noch: das dritteMal wurde er erschlagen.
Wenn auch der Sieg nicht auf Friedrichs Seite war, so ist doch auf seiner Seite vielerHcldenthaten zu gedenken. Während Ludwig, um nicht erkannt zu werden, einen unschein-baren blauen Wappenrock trug und ein leichtes Pferd ritt, prangte Friedrich in seines HeeresMitte auf hohem Rosse in vergoldeter Rüstung, königlich geschmückt, und suchte seinen Geg-ner vergeblich. Schon war Alles verloren, und immer noch setzte der Schöne Friedrich denKampf fort, bis sein Ross unter ihm sank: er war zuletzt nur noch von Hector von Traut-mannsdorff, Heilwig von Wurmbrand und Dietrich von Pilichdorf umgeben. — Bei dem Na-men Trautmannsdorf ist zu erinnern, dafs aus diesem Geschlecht in der Marchfeld-Schlachtwo der Böhmenkönig Ottokar gegen Kaiser Rudolf Krone und Leben verlor (1278), drei-zehn ** gefallen waren, und hier in der Mühldorfcr Schlacht (1322) zwei und zwanzig ***fielen. Zu gleicher Zeit geschieht der Gumpenberge und ihrer Biedertreue Erwähnung.
Der überwältigte Friedrich übergab sein Schwert dem Rindsmaul, welcher sich zum Heeredes Burggrafen von Nürnberg bekannte. Dieses Burggrafen Grofsvater, Friedrich von Zollern,
Die Worte, die Koni" Ludwi" am Abend der Schlacht, als in seinem Zelte nur Brot und Eieraufgetischt werden konnten, beim Herumgehen der Schüfsei sprach: „Jedermann ein Ei, nur demfrommen (d. h. tapfern) Schweppermann zwei," sind auf Schweppermanns Grabstein zu Castel beiAmberg seit 1337 noch zu lesen.
** Nach anderen Angaben vierzehn.
*** Nach anderen Anjrabcn achtzehn.