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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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MÜNCHEN. — EINLEITUNG.

war, als der Weifen und Gibellinen alter Zwiespalt, blutiger als je, wiederkehrte, rifs auchdieses Band, und Fürsten und Edelherren bewarben sich um die in Schönheit und Tugendheranblühende Agnes. Unter diesen Bewerbern begünstigte der Wille Heinrichs VI. den Kö-nig von Frankreich, Philipp August, des Richard Löwenherz Nebenbuhler. Anders dachteAgnes. Unvergefsen war ihr Heinrich, der Sohn des Löwen, der Liebling ihrer Kindheit.Bir graute vor dem gefeierten Könige, der die schöne Ingeburg von Dänemark, und daraufeine Landsmännin, die Andechserin Agnes, des Helden Bertold von Meran Tochter, ohneandern Grund, als seinen herrischen Willen und lüsternen Wankelmuth, verstofsen, und da-durch sich und sein Reich in den grofsen Bann gebracht hatte.

Der alte Pfalzgraf (nicht ohne Argwohn, und des Kaisers Ingrimm fürchtend) sperrte Agne-sen auf den Pfalzgrafenstein, den er unter Bacharach mitten im Rhein erbaut hatte. Irmcn-gard, über den entschlofsenen Sinn der Tochter erfreuet, und der Französischen Heirath ab-geneigt, berief alsbald durch sichere Boten den jungen Heinrich vom Kaiserhof in ihre einsameRhein-Burg.

Heinrich eilte an das wohlbekannte Ufer. Ein Kahn trug den unerkannten Pilger leise hin-über, und Heinrich wurde noch denselben Abend der treuen Agnes angetraut.

Wie aber erschrak die Mutter, als mit dem frühesten Morgen des Thürmers Hörn die An-kunft des Pfalzgrafen Konrad verkündigte. Irmengards ängstliche Dienstfertigkeit verrieth ihm,dafs etwas Besonderes vorgefallen sei. Er fragte schnell darum, und war aufser sich, als erden Verlauf dieses Ereignisses vernahm, und ihn Irmengard in ein Gemach führte, wo dieneuen Eheleute traulich Schach spielten.

Hierauf eilte Konrad nach Trifels zum Kaiser, welcher anfangs die junge Ehe durchaus ge-löst haben wollte, und nur mühsam sich beruhigen konnte. Fünf Vierteljahre nach der Hei-rath starb der alte Heinrich der Löwe nach langem Krankenlager (6. August 11.95).

Jene Stromburg soll erst von eben jenem romantischen Liebesbund der Pfalzgrafenstein oderdie Pfalz heifsen. In Heinrichs und Agnesens engem Brautkämmerlein sollten (so verfügteKonrad) alle künftigen Pfalzgräfhmen den Stammfürsten zur Welt bringen, und die Zeugender Geburt vor der Thüre harren.

Vierzehn Jahre später wurde Philipp von Hohenstaufen vom Pfalzgrafen Otto von Wittels-bach erschlagen (22. Juni 1208). Sein Gegenkönig Otto von Braunschweig, des Löwen Sohnund jenes Heinrichs Bruder, war nun unbestrittener Herr.

Am Dreikönigstage 1209 in Augsburg hielt König Otto Gericht über den Mörder und seinevermeintlichen Mitschuldigen, die beiden Andechser, Heinrich, Markgrafen in Istrien, und Eg-bert, Bischof von Bamberg. Beide flohen. Den geächteten Otto erschlug der Marschall Hein-rich von Pappenheim. Der Herzog von Baiern, Ludwig, zerstörte Andechs und das eigeneStammhaus Witteisbach, aus dessen Steinen Aicha's Mauern erbaut wurden.

Als sechs Jahre später der Hohcnstaufische Jüngling Friedrich IL die Oberhand über Ottoden Braimschwciger gewann, sprach er die Acht über den Pfalzgrafcn Heinrich, und verliehdie Pfalz dem Herzog von Baiern, Ludwig. Der aber wurde (1215) von Heinrich geschlagenund gefangen. Das Land befreite ihn mit schwerem Lösegeld, und selbst als Gefangener wei-gerte er sich beharrlich, den Titel „Pfalzgraf bei Rhein" abzulegen. Wieder ein Jahrzehendspäter gedieh der schöne Titel zu noch schönerer Wirklichkeit.

Heinrichs und Agnesens Erbtochter Agnes wurde am Pfingstfestc (18. Mai 1225) in Strau-neunzehnjährigem Sohne, Otto dem Erlauchten, vermählt. Seit jenem

hing mit Ludwigs