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WANDGEMÄLDE IN DEN ARKADEN.
1181, auf dem Reichstage zu Erfurt, lag der Löwe ebenso auf den Knien vor dem Barba-rossa *, wie dieser in Partenkirch vor ihm. Es war ein grofser Augenblick, denn zugleichkam die Todesbotschaft Alexanders III.
Dreimal wurde Heinrich der Löwe geladen wegen böslicher Verlafsung des Kaisers undReichs, wegen Vergewaltigung an Köln, Münster und Halberstadt; er erschien nie. Der Kai-ser trug hierauf vor: die Acht sei über ihn gesprochen, sein Erb- und Lehngut verfallen, dasHerzogthum Baiern aber dem Reiche eröffnet, und es werde verliehen dem getreuen Otto vonWitteisbach, dem Pfalzgrafen: die Bairische Pfalzgrafschaft aber erhalte fortan sein jüngsterBruder. Otto's feierliche Belohnung geschah ein Vierteljahr darauf zu Altenburg (10. Octo-ber 1180).
Baiern war nun „Wittelsbachisch für immer." Luitpokls und Arnulfs Geschlecht war wie-der eingesetzt, nach mehr als 230 Jahren gewaltsamer Verdrängung.
Nur 3 Jahre freute sich der Herzog Otto der wieder errungenen Herrlichkeit. Er schlofs diemüden Augen zu Konstanz, als die Arbeit seines Lebens, als die Beruhigung der Lombardenvollendet und der Friede geschlofsen war (25. Juni 1183). Er liegt zu Scheycrn begraben.
Diesem Geschichtsbilde gegenüber, steht die Treue, ein Weib, die eine Schlange tödtet, dievon einem Hunde verfolgt wird. Beides gemalt von dem Professor Zimmermann. An derDecke liest man des Barbarossa Worte: „Ich meine, eures Trcumuths zu gedenken!"
III.VERMÄHLUNG OTTO'S DES ERLAUCHTEN MIT AGNES, PFALZGRÄFIN BEI RHEIN, 1225.
In Erfurt sprach Barbarossa vom Throne herab zu Heinrich dem Löwen, der vor ihm aufden Knien lag: „Unglücklicher! Niemand hat dich gestürzt, als du selbst!" und ihn erhebend,setzte er leise hinzu: „Aber da du es so weit hast kommen lafsen, wie soll ich dich rettenvor deinen zahllosen Feinden?" — Heinrich entwich aber auch der Theilnahme an der Kreuz-fahrt, und weilte in England bei dem vielgeprüften Heinrich IL, Vater seiner frommen Ge-mahlin Mathilde.
Der Verlust Jerusalems zog nämlich den allen Kaiser mit der ganzen Christenheit, vorzüg-lich mit vielen Bairischen Grofsen und Ritlern, ins heilige Land. Nach zahllosen Mühselig-keiten und Gefahren, inmitten der gegründetsten Erwartungen auf die glorreichsten Erfolge,verlor das Deutsche Heer seinen Anführer, den Kaiser Barbarossa, am 10. Juni 1190.
Der heimgekehrte Heinrich der Löwe nahm nun an Bardewyk, das ihn beschimpft hatte,furchtbare Rache. Anhang fehlte ihm nicht. Aber dieses Glück war von keiner Dauer.Gnade und Versöhnung mit dem jungen Kaiser Heinrich VI. wurden nur dadurch erreicht,dafs die Hauptstädte Braunschweig und Lauenburg geschleift, oder ihrer Mauern beraubt, undzwei Söhne des Löwen, darunter der Erstgeborne, Heinrich, als Geisel gegeben wurden.
Eben diesem Heinrich hatten in frühester Jugend freundlichere Sterne geschimmert. DemPfalzgrafen Konrad, des Barbarossa jüngerem Bruder, war von allen seinen Kindern nur eineTochter, Agnes, gebheben, in früher Kindheit eben jenem Heinrich verlobt, jetzo die reichsteErbtochter am Rheine, an der Donau und Elbe. Doch als der Löwe vom Kaiser abgefallen
Vergl. Müdes Bild, Bd. I., S. 186.