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MÜNCHEN.
EINLEITUNG.
Lombarden auf der grofsen Tagefahrt zu Cremona, oder mit den Gesandten des GriechischenKaisers Emanuel, oder Wilhelms, des Normannischen Königs von Sicilien. — Er war der Hee-resfürst nicht nur der Bairischcn, sondern der gesammten Süddeutschen Schaaren. Treu stan-den seine Brüder zu ihm.
Nachdem er Ferrara und Verona geschreckt, schlofs er mit den Mailändern Frieden, demauch der Herzog von Österreich, Jasomirgot, und der Bischof von Bamberg sich anschlofsen.
Aber kaum waren die Deutschen nach Hause, als die Mailänder, von Hadrian verleitet, Lodivon Neuem überfielen, den Schatz auf Trezzo raubten, und dachten Otto zu morden; dafürmusten sie aber am 6. März 1162 mit dem Strick um den Hals am Zelte des Kaisers umGnade flehen *, und den Fahnenwagen und die 36 Hauptfahnen niederlegen, wobei Otto dasReichsschwert in der Hand hielt. Nun reichte Otto dem Freunde wieder die eiserne Krone,die Friedrich zu tragen verschworen, bis Mailand im Staube liege.
Derselbe Kardinal, den Otto zu Besancon gelehrt, „dem Kaiser zu gehen, was des Kaisersist," erhielt in zwiespältiger Wahl als Alexander III. die päpstliche Krone. Friedrich setzteihm Victor IV., Paschalis III. und Calixt entgegen, und wagte, was den Mächtigsten noch im-mer mislang, den Vertilgungskampf, zugleich gegen die kirchlichen und gegen die Freiheits-Ansichten seines Jahrhunderts.
Alle Bannflüche vermochten nichts gegen Otto's Glück. Den eigenen Bruder Konrad vonWittelsbach, Erzbischof von Mainz, und noch einen Konrad, den Babenberger, des KaisersOheim, Erzbischof zu Salzburg, trieb er aus.
Otto's Muth blieb ungebrochen in jenem fürchterlichen Glückeswcchsel, als der Kaiser, zuRom gekrönt, und Alexandcrn aus dem befestigten Peters-Dom durch die Flammen vertreibend,sein siegreiches Heer durch die Seuche verzehrt sah.
Als Friedrich und Otto nach Deutschland zurückkehrten, glichen sie viel mehr Flüchtlingen,als Machthabcrn, und dennoch sprach der verlafscne Kaiser noch einmal die Acht über alleLombardischen Städte, ausgenommen Cremona und Lodi. In dem sechsten Zug über die Al-pen, auf welchem Heinrich der Löwe den Kaiser vcrliefs, war Otto wieder das Wunder tapfe-rer Treue. Auch dann, als Barbarossa zu erkalten schien, blieb Otto derselbe.
Heinrich der Löwe, der fast zu derselben Zeit München gegründet, wie Albrecht der BärBerlin, und wie Heinrich Jasomirgot Wien aus den Trümmern des Römischen Fabiana wiederaufbaute, war sieben Jahre jünger als Otto. Er war, wie sein Vetter Friedrich, ein Meisteraller ritterlichen Übungen; aber es kam oft unnöthige Treulosigkeit in die Gewebe seiner List.Der Barbarossa liebte ihn und that Alles für ihn. In Welschland hatte der Löwe mit aufscr-ordentlichem Rittcrmuthe gefochlen. Schon war seine Macht gröfser, als die des Kaisers:Sachsen, Baiern, der Nachlafs Kaiser Lothars, das Winzcnburgische, ein grofser Theil des Bil-lungischen Erbes und viel an sich gerifsenes geistliches Gut, waren sein. Nach hartnäckigemKampfe bezwang und bekehrte er die Slaven, und gründete ein unabhängiges Reich an derOstsee. Der Dänische Waldemar muste die auf dem Kreidefelsen Arkona's von den heidni-schen Rügen eroberten Schätze mit ihm theilcn.
Zu Partenkirch, beim Antritt des sechsten Zuges nach Welschland, liefs der Barbarossa sichherab, Heinrichs Knie zu umfafsen. Der aber wollte auch jetzo nichts von Kriegshülfe hören,sondern nur für Geldbeiträge grofse Abtretungen in Deutschland einhandeln.
Vergl. das Bild von Mücke, Bd. I , S. 186.