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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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beziehen, der seine Kunst dem Pfleger des jungen Königs, Erzbischof Engelbert von Köln, em-pfiehlt. Diesen hatte der Kaiser bei dem Krönungszuge nach Italien (1220), wohin auch einLied Walthers ihn begleitete, zum Reichsverweser ernannt, als welchen Walther ihn höchlichrühmt, und seine Ermordung im Jahre 1225 um so mehr beklagt.

4) Das eine der beiden Gemälde an der Fensterscite des Saales stellt den Dichter dar, wieer wehklagend den blutigen Streit der weltlichen und geistlichen Macht und die von schreck-baren Himmelszeichen begleiteten Gräuel der Verwüstung schauet. Walthers Klage über die-sen das Vaterland zerrüttenden Kampf zieht sich durch eine lange Reihe seiner Gedichte vonKaiser Otto's Bann bis zu den päpstlichen Verfolgungen des erst erhobenen Friedrichs II., diemit Friedrichs Bann und Entsetzung (1245), ja mit Vertilgung des ganzen HohenstaufischenStammes (1268) endigten, was jedoch Walther nicht mehr erlebte.

Eine Haupttriebfeder dieses Zwistes war die Kreuzfahrt, welche Friedrich gleich bei seinerErhebung, und im Jahre 1225 sogar bei Strafe des Bannes, verhiefs, aber wegen der innerenKämpfe nicht ausführen konnte. Neben der festen gesetzmäfsigen Herstellung und Weltherr-lichkcit des Deutsch-Römischen Reichs, lag auch Walthern besonders die Würde und Herr-schaft der Christenheit durch das höchste weltliche Oberhaupt, den Kaiser, am Herzen. Dasheilige Grab war schon seit 1187 in den Händen der Ungläubigen; und wie die Päpste In-nocenz HL, Honorius HL, Gregor LX., mahnte Waltlicr den König und Kaiser wiederholt andas bei beiden Krönungen feierlich genommene Kreuz. Er preiset in mehreren Liedern dieunterdes von dem österreichischen Herzog Leopold unternommene und glorreich beendigteKreuzfahrt (1217 bis 1219), wodurch Damiette erobert wurde, das aber 1221 schon wiederverloren ging. So kündigt sich nun Walther dem Kaiser als Frohnbotc Gottes an, der ihmentbiete, dafs er, als sein Statthalter auf dem Erdreiche, das schmähliche Frohlocken der Hei-den im Lande seines Sohnes Christus nicht dulde: Gott wolle ihm dafür in seinem Reichegegen den Teufel gerecht werden; des Kaisers strenge Handhabung des Friedens werde ihmauch bei fremden Völkern Ehre bringen; die möge er annehmen, und auch die Christenheiträchen; er führe zwei kaiserliche Gewalten im Schilde, des Adlers Adel und des Leuen Stärke:nämlich den Reichs-Adler und den Löwen oder Leoparden der Schwäbischen Herzöge. BeimDrängen des Papstes, ungeachtet der Lombardischen Unruhen im Jahre 1227, sandte Waltheran den schon dem Banne verfallenen Kaiser durch einen Boten „seines armen LehnsmannesRath:" das Beste sei, unter solchen Umständen, dafs er, wenn nicht Gut und Leute ihn war-ten lafsen, hinfahre, und bald wiederkomme, sich nicht thören lafse, sondern diejenigen irre,welche Gott und ihn geirret haben, und die bösen Pfaffen, welche das Reich verstören wollen,von den guten, oder alle von dem Chore scheide. Dann klagt Walther in einem Kreuzhede,dafs die Ehre aus Deutschen Landen dahin zieht, und die Mannhaften und Vermögenden mitSchanden heimbleiben, des himmlischen Kaisers Sold ihnen entgeht, und ihnen weder dieEngel, noch die Frauen hold sind. Es nahe ein Sturm, von dem man singe und sage, dafser alle Königreiche durchfahren werde, der schon Bäume und Thürme niederstürzt (wie dieWaller klagen), und starken Leuten die Häupter abwehe. Darum sollen „wir zu GottesGrabe fliehen. Wehe, dafs wir Müfsigen zwischen vergänglichen Sommerfreuden, Blumenund Vogelgesang, kläglich niedergesefsen sind, anstatt nach den ewigen Freuden zu ringen:wir haben mit den Grillen gesungen, und thöricht den Rath der für den Winter soreendenAmeise verachtet (die alte Fabel), wie jenseits sich offenbaren wird." — Der Sturm ist hier,wie das dreimalige Wehe! des Engels in einem andern Gedichte (nach der Offenbarung