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ESCHENBACH.
bis 1272), und diese Zeit des Zwischenreichs, das mit Kaiser Rudolf (1273) endete, stimmtzu den 50 Jahren seit dem Tode des älteren Dichters, Eschenbachs. Vermulhlich ist dieserNachdichter, der vom Römischen König und vom Herzog von Kärnthen (Ulrich 1257 bis 1269)für seine Arbeit Lohn erwartete, derselbe Albrecht von Scharfenbcrg (in Kärnthen), welchender Bairische Hofdichter Ulrich Fürterer des 15ten Jahrhunderts in seinem grofsen cyclischenGedichte von dem Gral und der Tafelrunde vor allen neben Eschenbach als Vorbild und Ge-währsmann nennt.
Wie Albrecht die Bruchstücke Eschenbachs vollständig seiner Arbeit einverleibte, so behielter auch die Strophenform Eschenbachs, mit unwesentlicher Variation. Diese cigenthümliche,eben so gebildete als einfache Titurelstrophe, deren lange ungleiche Theile, mit der dazu nochvorhandenen Melodie, dem gedankenschweren und wehmüthigen Inhalt und Ton des altenGedichts so vollkommen angernefsen, ist das erste Beispiel und Vorbild völliger UmdichtungRomanischer Aventiiren auch in strophischer Eorm, nach Art der heimischen Heldenlieder.Die Wirkung dieser Strophe an diesem Gedichte war auch bald so grofs, dafs eine langeReihe von Minne- und Ritter-Gedichten und Allegorien darin folgte, bis auf des BairischenDichters Piiterich poetische Beschreibung der Reise nach Eschenbachs Grabe. Der als Eschen-bachs Werk geltende Titurel selber, welchen Piiterich das Haupt aller Deutschen Bücher nennt,machte auch vor allen, und mehr als der Parcival, ihn fernerhin berühmt; wie aufser denvielen Nachahmern, auch die Menge der Abschriften durch alle Jahrhunderte, bis zum erstenund einzigen Drucke Wälscher Aventiiren (mit dem Parcival schon 1477), ja noch anderealte Verarbeitungen, meist zwar Verkürzungen, des Titurel bezeugen.
Eine ähnliche Erscheinung, wie der Titurel, bietet der unter Esehcnbachs Namen gehendeTrojanische Krieg, worin auch ein Wolfram, einigemal vollständig von Eschenbach benannt,sich selber wiedcrholcntlich als Verfafser angibt; dabei sich noch als jung und unerfahrenbezeichnend, so dafs man es für ein Jugendwerk halten sollte. Auch dichtet er Gesprächs-weise mit Frau Minne (Venus), und braucht ähnliche Berufungen, unter andern auch aufseine Ritterschaft, wie Eschenbach: aber er vergifst sich dann noch weit mehr, als der Titu-reldichter; und wie er sich bei seiner Ritterschaft auch abenteuerlich seiner Lindwurmkämpferühmt, so sind seine Berufungen auf Gewährsmänner und Urkunden häufig ganz spafshaft.Kurz diese Ilias post Homerum ist das Machwerk eines auf gut Glück fortreimenden Stege-reifdichters des Uten Jahrhundeiis, der seiner losen Dichterei durch den berühmten NamenEschenbachs zugleich eine gewichtige Empfehlung mitgeben wollte.
Die dem grofsen Eschenbach sonst auch beigelegten Gedichte: Gottfried von Bouillon, Frie-drich von Schwaben, und Alexander der Grofse, haben sich ebenfalls als Eigentimm Andrerausgewiesen; und vermuthlich wird es sich auch so mit der ihm zugeschriebenen gereimtenKaisergeschichte verhalten.
Fast allgemein ist ihm endlich das grofse Heldenlied von Otnit, Hug- und Wolf-Dietrichzugeschrieben, nach dem Zeugnisse der Handschriften und alten Drucke des Heldenbuchs,von welchen Drucken der älteste, ohne Jahr und Ort, dem alten Drucke des Titurel und Par-cival gewiss gleichzeitig ist. Dies Zeugnis kennen aber die älteren Urkunden nicht, und sonstist gar kein Grund, ihm dies volksrnäfsige Heldenlied beizulegen.
Die gewiss ihm angehörigen Werke, zu welchen noch seine Minnclicder kommen, ergebenaber noch folgende Züge zu dem vollständigen Bilde Wolframs von Eschenbach. Der schongedachte Alte und Junge, die herzlich an seiner Dichtung des Parcival Thcil nehmen, könnten