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2 (1840) München, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Karlsruhe, Prag und Wien : mit einem Anhange: Ausflug nach Italien
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ESCHENBACH.

Mein - als sonst ein Aventürendichter, berührt er so auch die heimatliche Umgebung und

Zeitgeschichte. Es wird erwähnt,

dafs der Erfurter Weingarten noch von den Streitrossen

zerstampft liege; vermulhlich, als König Philipp von Schwaben im Kampfe gegen den Land-grafen Hermann von dessen Gehülfen, dem Böhmenkönig Ottokar, in Erfurt 1204 hart bela-gert wurde. Bei einer belagerten Stadt bekennt Eschenbach, er wäre dort auch gern Soldat,weil Speise und Wein die Fülle, und Niemand Bier trinke; und bei der Hungersnoth eben-daselbst meint er, der Graf von Wertheim wäre dort ungern Soldat gewesen. Es scheint,das Frankenbicr war damals noch nicht so vorzüglich, wie jetzo, gerade in jener hopfenrei-chen Gegend (um Spalt), dagegen der Wertheimer Wein schon erkannt war. Dann gedenktEschenbacli der fröhlichen Ritterspiele auf dem Anger zu Abenberg, und im Warlburgcrgc-dicht nennt er unter den 40 Frauen im Gefolge der Landgräfin 8 Gräfinnen, Töchter des Iloch-gebornen von Abenberg: das ist Schlofs und Städtchen Abenberg bei Eschenbach, Sitz deralten Grafen von Abenberg, Spalt und Pleinfeld. Die Markgräfin, deren Schönheit vom Hert-stein über die ganze Mark leuchtet, und deren Trauter glückselig gepriesen wird, ist vermuth-lich Mechtild, die junge Witwe (1205) des Markgrafen von Hohenbnrg, im Nordgau. ZuHohenburg gehört Wildberg, wo wohl die grofsen Feuer brannten, womit die köstlichenWärmefeuer beim Grale verglichen werden. Die Truhendinger Pfanne mit Krapfen (Schmalz-kuchen) deutet auf Bewirthung im nahen gräflichen Hause von Hohen-Truhendingcn bei Ans-bach. Merkwürdig sind die Fastnachtspiele der streitbaren Kaufweiber von Tolenstein, wodamals auch Grafen safsen. Als nahe Bilder der Gröfse und Fülle dienen der Spessart undSchwarzwald, das Lcchfeld (berühmt durch die Ungarnschlacht) und der Rhein. UngarischePferde kommen vor und ein Wendisches Volk am (Steirischcn Berge) Rohas; weiter, Friauiund Aquileja; kostbare Stoffe und Geschmeide von Gent, Lunders und Arras; endlich, derjunge ritterliche Parcival zu Rosse wird mit Gemälden der Meister von Köln und Maastrichtverglichen: zugleich das älteste Zeugnis für die Niederrheinische Malerschule *.

In Eschenbachs Bearbeitung des Wilhelm von Oransc (Orange) tritt seine Beziehung aufden Thüringer Hof noch stärker hervor. Der Landgraf Hermann hat ihm das FranzösischeWerk mitgetheilt, und also auch wohl die Verdeutschung vcranlafst; von seiner Freigebigkeitwird aber gegen das Ende schon in der Vergangenheit gesprochen, so dafs er während derArbeit verstorben zu sein scheint (1215), so wie Eschenbach selber sie unvollendet hinterliefs.Die gelegentlich erwähnten sicglosen Kämpfe des Herrn Weif in Thüringen meint wohl Hein-rich den Löwen, gegen den die Landgrafen auf Seiten des Kaisers Friedrich I. waren (1180).Dann wird Kaiser Otto's IV. Krönungszug in Rom (1209) hervorgehoben. Näher war einübrigens unbekanntes Turnier zu Kitzingen (am Main); und den heimischen Gesichtskreisbezeichnen noch: der Kaiserstuhl zu Achen, der Bodenscc, die Rhone, Steiermark und Weinvon Botzen. Es scheint nirgend, dafs Eschenbach selber darüber hinauskam.

Seine Urkunde nennt er Französisch, d. h. Nordfranzösisch, und eine solche ist des Wil-helm von Bapaume (in Flandern) Überarbeitung der Avcntüre von Alischanz, welche, mit derBelagerung von Oranse, eben auch der Hauptinhalt von Eschenbachs Gedicht ist. Diese Ge-schichte, die vermuthlich aus dem Nordfranzösischen auch ins Niederländische überging, hatEschenbacli erwählt, als ohnegleichen seit Christus, auch von den besten Franzosen dafürerkannt.

Dies ist die in Th. I. , S. 87. gemeinte Stelle.

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