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AUSFLUG NACH PARIS IM FRÜHLING 1836.
Erhabene, die Poesie; und vor allen der Styl * in seiner ganzen Grofsheitund in seiner ganzen Reinheit. Diese Eigenschaften nun scheinen mir kei-nesweges vorherrschend in den Gemälden dieses Saales, welche doch durchihre Gröfse und durch die Gegenstände, die sie vorstellen, den Anspruchzeigen, der Geschichtsmalerei anzugehören.
Es ist weder das Nachdenken, noch die Untersuchung, welche diesesUrtheil hervorgerufen haben: es ist nur noch das Ergebnis meiner unmit-telbaren und allgemeinen Eindrücke; später werden wir die Verdienste al-ler dieser grofsen Gemälde kennen zu lernen suchen: hier beschränke ichmich darauf, diejenigen darunter zu nennen, die mir beim ersten Blickedurch ihre Gröfse oder durch die Wichtigkeit der dargestellten Begeben-heiten aufgefallen sind. Solche sind: der Herzog von Orleans, General-lieutenant von Frankreich, wie er den 31sten Juli nach dem Stadthausein Paris kömmt, eine ungeheure Composition von Herrn Lariviere; dreiSchlachtstücke von Herrn Horace Vernet, nämlich die Schlachten beiJena, Friedland und Wagram; Buonaparte, wie er als Oberfeldherr desHeeres in Ägypten seine Truppen anredet vor der Piramidenschlacht am21sten Juli 1798, von Gros; die Schlacht bei Lawfeldt, von Herrn Cou-der, sehr glänzend von Farbe und von grofser Wirkung; demnächst meh-rere religiöse Gemälde, welche mit den eben genannten der Gegenstandeiner genaueren Betrachtung sein werden.
* Man erlaube mir den Gebrauch des Wortes Styl in der Bedeutung, welche ich ihmhier und an vielen anderen Stellen beilege. Ich meine, es ist eine von vielen Malern ange-nommene Bedeutung, und dafs sie dies Wort unwillkihlich, und so zu sagen ohne sich Re-chenschaft davon zu geben, in diesem Sinne gebrauchen.
Die Würde und die Grofsheit, verbunden mit der Einfachheit, geleitet durch ein reinesGefühl, und gehalten in den Schranken der Mäfsigung und des guten Geschmacks: das sind,glaube ich, die Eigenschaften, welche man in der Kunstsprache gewöhnlich durch das WortStyl ausdrücken will; in diesem Sinne sagt man, zum Beispiel: "dieses Gemälde hat Styl,«oder "es ermangelt des Styls.« Wenn aber dieses Wort in solchem Sinne neu ist, so wirdman mich nunmehr doch verstehen; denn so kömmt dasselbe unaufhörlich in diesem Buchevor, wie es mir immer ebenso in Gedanken vorkömmt.
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