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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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ERSTE BEILAGE.

auf ihn aufmerksam werden liefs. Zur höheren Befähigung aber nlufs aufserdcm nochdas Gefühl für das mathematische Verhältnis und für eine gewisse Symmetrie, ohnewelche Gegenstände der Aufsenwelt nicht schön erscheinen können, vorhanden sein.Es mufs sich endlich bei dem Anfänger auch auf dieser Stufe schon die Fähigkeitzeigen, einen einfachen Naturgegenstand selber durch Zeichnung darzustellen. Manfange mit dem leichtesten an, man gebe dem Knaben das schon von Anderen Abstra-hierte, d. h. eine Vorzeichnung, gehe von den einfachen Linien zu den geschwunge-nen über, und sehe immer streng darauf, seine Hand auch zu einer festen und reinli-chen Methode heran zu bilden; dann lafsc man ihn geometrische Figuren zeichnen,um seinen Sinn für die Verhältnisse zu bilden, und fahre fort bis zum Zeichnen desAntlitzes und der Gestalt des Menschen. "Wer die Fähigkeit hat, diese feinste undcomplicierteste Erscheinung der Sinnenwelt aufzufafsen, der wird im Stande sein, einenjeden Gegenstand derselben nachzuahmen.

Doch bin ich durchaus nicht dafür, den Knaben ausschliesslich auf das Zeichnender menschlichen Gestalt zu beschränken. Die Unbekanntschaft mit andern Naturge-genständen möchte ihm späterhin äufserst hinderlich sein. Je vielfachere Gegenständeer zeichnet, um desto mehr gewöhnt er sich an eine aufmerksame Beobachtung allerseiner Umgebungen, und desto mehr schärft er seinen Sinn für das Auffafscn des Cha-racteristischen an einem jeden Naturgegenstande. Mit dem Zeichnen nach Vorzeich-nungen verbinde man, indem man auch darin vom Leichteren zum Schwereren fort-schreitet, das Zeichnen nach Körpern selbst. Denn der Schüler mufs auch als Anfän-ger schon die Probe lösen können, dasjenige, was uns räumlich und körperlich um-giebt, durch Linien, durch Licht und Schatten auf ebener Fläche darzustellen. DieseGabe der Auffafsung und Nachbildung mufs sich schon auf seiner ersten Bildungs-stufe offenbaren, sonst fehlt ihm überhaupt die Anlage. Es versteht sich, dafs demAnfänger nur Aufgaben gestellt werden dürfen, die höchst einfacher Art sind, weilman sonst dem Bildungskreise der folgenden Klasse vorgreifen würde.

II. VORBEREITENDE KLASSE.

Unterricht und Beschäftigung umfafsen in dieser Klasse folgende Gegenstände:

1) Das Zeichnen nach runden Körpern, sowohl nach der Antike, als nach demlebenden Modelle.

2) Die Grundsätze der Drappicrung.

3) Das Copieren nach Gemälden und nach einzelnen lebenden Köpfen.

4) Die dem Historienmaler nothwendigen Hülfswifsenschaften, d. h. Anatomie, Ar-chitectur und Perspective.

5) Die Lehre von den Proportionen des menschlichen Körpers.