Druckschrift 
1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
Entstehung
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

ERSTE BEILAGE.

GEDANKEN ÜBER EINE FOLGERICHTIGE AUSBILDUNG DES MALERS,

WILHELM SCHADOW.

J /\uf der Fälligkeit, die Gegenstände der gesammten Sinnenwelt durch Formen undFarben auf einer ebenen Fläche nachzuahmen, beruht überhaupt die Anlage zur Ma-lerei.

Gesellt sich zu dieser Fähigkeit eine leicht auffafsende und energisch producierendePhantasie, kömmt das Vermögen hinzu, die Erzeugnisse der letztern durch Form undFarben wiederzugeben, so begründen diese Eigenschaften die Anlage zu einem poe-tisch producierenden Künstler. Die Productionskraft kann sich aber natürlich erstzeigen, wenn der Schüler die Form der Sinnenwelt sich so weit zu eigen gemachthat, um seine Ideen durch dieselbe ausdrücken zu können. Nach einem natürlichenStufengange sondert sich daher alle Unterweisung, die man dem werdenden Künstlergeben kann, in drei Studien ab. Die Bildung beginnt mit dem Elementarunter-richte, wird fortgesetzt in derjenigen Klasse, welche den Schüler zu selbst-ständigen Com positionen vorbereitet, und schliefst mit dem Rath und den War-nungen, die der Lehrer aus seiner Erfahrung denjenigen Jünglingen noch zu gebenvermag, die auf den Punkt gelangt sind, wo das eigene, freie Componieren beginnt.

I. ELEMENTARUNTERRICHT.

Zuvörderst mufs bei einem Knaben, welcher sich der Malerei widmen will, daraufgesehen werden, ob die Nachahmungsfähigkeit in ihm vorhanden sei.

Bei bedeutenden Talenten offenbart sich diese sehr früh; man denke an die Zeich-nung des Schafes, welche der Hirtenknabe Giotto machte, und die den Cimabue zuerst