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FRANKFURT, STÄDELSCHE STIFTUNG.
stellt die Heilige Jungfrau dar mit vier Heiligen. Auch bemerkt man einsehr schönes Bildnis von Quintyn Messys.
Um sich mit dem Altdeutschen zu versöhnen, welches übrigens für diesMal wohl Altfranzösisch genannt werden könnte, müfsten alle Verkleine-rer desselben hingehen und die vierzig Miniaturgemälde des Herrn GeorgBrentano sehen, welche, das Leben Christi vorstellend, vormals in ei-nem alten Gebetbuche enthalten waren, und die er jetzt in eben so vieleRahmen hat einfafsen lafsen. Diese Rahmen sind zu drei Abtheilungenverbunden, von welchen zwei, zu beiden Seiten der mittleren, sich wieFlügelthüren darüber schliefsen, und eine Art von Schrank oder kleinenAltar bilden. Mehrere Inschriften auf diesen Blättern liefern den Beweis,dafs Meister Etienne Chevallier, Ludwigs XI Schatzmeister, gestorben imJahr 1474, dieses erstaunliche Werk bestellt hat. Das Bildnis dieses Man-nes findet sich auf mehreren dieser Gemälde in der Stellung des frommenGebers. Man erkennt darauf auch das Bildnis Karls VII; und Montfauconsagt (laut Herrn Brentano's Angabe) von diesem Buche, dafs es der AgnesSorel gehört habe. Alle diese Anzeigen, und dazu der Thurm von Vincen-nes, welchen man auf einem dieser Gemälde abgebildet sieht, lafsen nichtzweifeln, dafs dieses Werk in Frankreich gemacht worden. Der Name desMalers ist nicht bekannt; indessen möchte man ihn in den beiden Wörternlesen, die mit goldenen Buchstaben auf dem Bein eines rothgekleidetenMannes geschrieben stehen, und also lauten: VIWOAR HSKATVS. Die-ser Vermuthung widerspricht aber, dafs man nirgends weitere Spur voneinem solchen Künstlernamen findet: und ein so ungemeines Talent hättedoch nicht wohl unbekannt bleiben können *
* Herr Director Waagen in Berlin erkannte dieselbe Hand, welche diese Bilder gemalthat, in eilf von den vierzehn Gemälden wieder, die eine Altfianzösische Übersetzung der Jü-dischen Geschichte des Flavius Josephus begleiten, in einer Handschrift der Pariser Bibliothek(Manuscrits Francais JYo. 6891/ Eine gleichzeitige Nachricht am Ende des Buches besagtnun ausdrücklich, dafs der geschickte Maler König Ludwigs XI Johann Fouquet aus Tours(hon paintre et enlumineur du Roy Loys XI Jehan Fouquet nailf de Tours) diese Bilder