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FRANKFÜRT, STÄDELSCHE STIFTUNG.
richtigen sich, helfen sich gegenseitig. Unvermeidlich ist der Zwang beidem Verhältnisse eines abgesonderten Schülers und seines Meisters: dasgesellige Künstlerleben dagegen macht diesen Übelstand verschwinden; diejungen Talente vereinigen ihre Kräfte, sie treiben vorwärts, holen ein undübertreffen, und werden wechselsweise eingeholt und übertroffen; der Mei-ster selber ist gezwungen zu folgen, aber er mäfsigt die Hitze und dieAnmaafsung, er erhebt den niedergeschlagenen Muth, er leitet, er dientzur Vermittelung der verschiedenen Anlagen und Richtungen.
Es wäre auch zu wünschen, dafs in einer Stadt, wo so viele Reichthü-mer aufgehäuft sind, der kaufmännische Geist und der Hang zu Handels-unternehmungen sich allgemeiner der Liebe zu den Künsten zugänglich er-wiese. Indessen der erste Schritt ist gethan, und der Handelsstand ist es,dem das Verdienst davon gebührt.
Die Städelsche Stiftung, wenn sie verständig geleitet wird, kann Künst-ler hervorbringen; ein kunstliebendes Publikum wird sich unbedenklich bil-den, wenn die Kunstschule gute "Werke ans Licht stellt; der einmal ent-wickelte Geschmack für die Kunst wird neue Hülfsquellen und neue Ta-lente hervorrufen. Frankfurt darf mit Recht diesen Erfolg von der Ver-waltung der Anstalt, und vor allen von dem Director derselben, von Veit,erwarten.
Die gegenwärtig öffentlich gewordene Städelsche Kunstsammlung enthältmehrere anziehende Italienische Gemälde, und eine grofse Anzahl schönerFlamändischer Bilder, von Ruysdael, Hobbema, Wynants. Sie hat das Un-glück, so wie die meisten Galerien, einen unechten Rafael zu besitzen.Dieses Bild würde wenig beachtet sein, wenn man nicht die Unklugheitgehabt hätte, es zu nahe an einen Perugino zu hängen, der in meinenAugen alle Vorzüge hat, welche dem sogenannten Rafael abgehen. DerAnblick dieser beiden Gemälde bildet einen anstöfsigen Gegensatz.
Eins der schönsten Stücke dieser Galerie ist ein kleines Gemälde, wel-ches Einige dem Hemling, Andere dem Rogier van Brügge beilegen; es