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1 (1836) Düsseldorf und das Rheinland : mit einem Anhange: Ausflug nach Paris
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DÜSSELDORF, LANDSCHAFTER.

Gröfse gar nicht zu ermefsen ist. Dieser lebhafte, vertrauensvolle jungeMann, der sich mit kindlicher Freude dem Rausche des Gelingens hingiebt,läfst zuweilen eine Eigenliebe durchblicken, welche ihm Verdriefslichkeitenzuziehen könnte: aber die Beweglichkeit seines Geistes verstattet seinenEindrücken nicht so weiten Spielraum, dafs sie seinen Fortschritten scha-den dürften.

Scheuren könnte den Weg Ruysdaels betreten, der so gut die Natur aufder That zu ergreifen wufste. Ich habe von ihm eine vorzügliche Land-schaft bei einem Vergolder in Düsseldorf gesehen; wenn dieses Gemäldenicht den Fehler eines doppelten Horizonts hätte, und nicht so zu sagenaus zwei Landschaften zusammengesetzt wäre, so wäre es, nach meinerEinsicht, etwas Vollkommenes in jener Art der Ruysdaelischen, in Hollandso geschätzten Landschaften, welche weite Fernen darstellen in einer mil-den Färbung, ebene Gegenden, nebligen Himmel, oder sanften Schimmer.Es ist besonders der obere Theil des Gemäldes, welchen ich bewunderns-würdig finde.

Eine andere Landschaft, welche Scheuren eben für den Konsul Wagnerin Berlin vollendet hat, ist in der Art, welche den Landschaftern unsererZeit, und vor allen den Nachfolgern Lessings, eigenthümlich ist: vieleBerge und Felsen, ein grofser Reichthum der Zusammensetzung, eine weit-umfafsende Darstellung, gewisse Gestalten und Farbe der Felsen, welcheman in jenen Landschaften häufig mit einer Art Vorliebe wiederkehrensieht, und eine allgemein harmonische Färbung.

Scheuren erfindet mit grofser Leichtigkeit: aber es wäre ihm, bei der Stelle,welche sein Talent eingenommen hat, sehr nützlich, viel nach der Natur zumalen. Die Figuren, welche er in seinen Landschaften anbringt, sind mitGeist gemalt; es würde ihm ohne Zweifel gelingen, auch gröfsere zu malen;ja ich glaube, er könnte in dieser Hinsicht mit Erfolg dem Vorbilde SalvatorRosa's, oder selbst L. Roberts folgen, wenn es ihm gegeben wäre, seine Ge-genstände so sehr und auf eine solche Weise zu veredeln, wie der letzte.