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DÜSSELDORF, GESCHICHTSMALER.
Bin ich gegenwärtig Enthusiast, und war ich damals blind? — Ich weifses nicht: aber so viel ist gewiss, dafs'man Kunstwerke nicht beurtheilensoll, bevor sie vollendet sind. Oft habe ich gefunden, dafs sie nicht alleserfüllten, was die Entwürfe dazu versprachen: aber ein andermal habe ichauch bekennen müfsen, dafs diese Verheifsungen weit übertroffen wurden.
Lob und Tadel sind an Hübners Christus nicht gespart worden: die Ge-wandung, sagt man, ist mangelhaft; zwischen der Gestalt des Christus undden Gestalten der Evangelisten herrscht eine grofse Verschiedenheit, undes könnte scheinen, als wenn nicht das ganze Gemälde von einem unddemselben Künstler herrührte. — In dieser Hinsicht glaube ich, ist derTadel nicht ganz ohne Grund. Der Kopf des Christus ist von kleineremVerhältnisse, als die Köpfe der Evangelisten, und die Gliedmafsen derHauptgestalt sind zu dünn.
Die beiden allegorischen Bilder, welche ich hier im Holzschnitt gebe,werden vollends Hübners Talent kennzeichnen, und uns die Richtung sei-ner Ideen zeigen: das eine ist aus der Bibel gezogen, das andere stelltdas goldene Zeitalter dar.