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Mit Dämonen im VerkehreEinsam tolle Reden spreche,
Ja, des Hauses Schlummer häufig,Nächtlich wandelnd, unterbreche.
Nicht mehr länger zur VerwaltungDes Besitzes können taugenEines hirnverbrannten AltenBlöde Glieder, blöde Angen!
Darum die Gewalt des VatersWerde durch den Spruch gebrochenUnd sie selbst erkannt als ,,Freie:" —Darauf beide Söhne pochen.
Reiflich wird es rings erwogen,
Was die Kläger frech beschwören;Doch es gibt ein Recht für Alle:
Den Beklagten gilt's zu hören!Lautlos plötzlich Markt und HalleDurch der dichten Schaaren MittenSophocles der greise DichterKommt voll Würde hergeschritten.Hoheit strahlt aus seinen AugenMannheit spricht aus seinem GangeUnd es weilt sein Blick vernichtendAuf den beiden Söhnen lange.-
Aufgefordert, seine SacheRcchtsgewaltig zu vertreten,
Hat er Volk und Richter freundlichUm des Schauspiels Frist gebeten.
Aus den Falten des GewandesEine Rolle holt der Greise,
Und er liest mit klarer StimmeIn verständig mächt'ger WeiseWeis die Hörer von'der ScholleIrdischer Kleinheit loszuringenUnd sie gen Olymp zu tragenHoch auf der Begeist'rnng Schwingen.„Oedipus", die reifste Blüthe,
Der die Muse hold gewesen,
Ward in dieser Götterstunde,
Ward vor ganz Athen gelesen.
Und ihm öffnen sich die Schranken,Unnütz schien der Spruch der Richter:Aus den Hallen schritt umjubelt,
Frei und siegbelohnt der Dichter.Seine wohlverdienten KränzeSah man noch in späten TagenIn der Themis keuschem TempelFeierlich voran getragen!
Wie die Schöppenstädter ihren Herzog empfingen.
von N. Hocker.
Nls der Herzog seinen getreuen Bürgernin Schöppenstädt einmal ansagen ließ, daß er siemit seinem Besuche erfreuen wolle, da herrschteFreude und Jubel unter ihnen über alle Maßen.Man beschloß, den geliebten Landesvater würdigzu empfangen und so begaben sich Bürgermeisterund Rath, mit ihren Feierkleidern angethan,hinaus vors Thor, um ihn zu begrüßen. Auchwurde eine Schildwache ausgestellt, die ihnendie Ankunft des Herzogs schleunigst meldensollte. Da es sehr heiß war und ein kühlerBach in der Nähe, so verspürten die Schöppen-städter Lust, vorerst noch ein Bad zu nehmen.Sie entkleideten sich Alle und plätscherten lustigin der kühlen Fluth umher. Da kommt athem-los der Posten angerannt und meldet die An-kunft des Herzogs, der ihm auf den Fersenfolge. Die Schöppenstädter sprangen hastig
aus den: Wasser, um ihren Landesvater begrüßenzu können. Von Ankleiden war bei der Kürzeder Zeit keine Rede. Beschlossen wurde daher,sich in Adams Tracht auf den beiden Seitendes Weges aufzustellen und so dem Herzog einfreudiges Willkommen zu bringen. Folgt nuralle meinem Beispiel, sobald der Herzog vor-beifährt, mahnte der Bürgermeister. In dem-selben Augenblicke kam er an und fuhr durchdie Reihen seiner getreuen Unterthanen, nichtohne Verwunderung ob des seltsamen Festcostüms.Da traf es sich zum Unglücke daß eine Bremseden Bürgermeister ans den Schwerpunkt seinesKörpers stach. Hastig schlug er mit der Handnach ihr. Die Bürger, die glaubten, dies seidas verabredete Signal, klatschten ihm nach,daß es eine Freude war. Der Herzog aberfuhr lachend seines Weges.