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[1] (1857)
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ihr Feuer angemacht und Wasser getragen hatte,so Pflegte sie in ihrem Kämmerlein der Ruhe,bis es Zeit war, den Tisch zu decken; die Wurstblieb beim Topf, sähe zu, daß die Speise rechtkochte, und wenn es bald Zeit zum Anrichtenwar, wand und schlang sie sich einmal vieredurch den Brei oder das Gemüse, so war esgeschmalzen, gesalzen und bereitet; kam dannder Vogel heim und legte seine Bürde nieder,so saßen sie zu Tisch, und nach eingenommenemMahl schliefen sie sich die Haut voll bis zumandern Morgen. Das war ein herrlich Leben,und sind wenig Bauern ans dem Westerwald,die es so gut haben. Der Vogel also ließ sich dasvon jenem Aufhetzer wohl gesagt sein und wolltedes andern Tags nicht mehr in's Holz. ErWäre lang genug Knecht gewesen, sprach er,und hätte ihnen den Narrn machen müssen;sie sollten einmal umwechseln und es auf andereArt versuchen. Alle Bitten der Maus halfennichts; auch Bratwurst konnte ihn nicht vonseinem Entschluß abbringen, trotzdem sie ihmdie ernste Befürchtung an's Herz legte, daß esje und allweg ein Zeichen zum nahen Verderben .gewesen, wenn sich einer mit seinem Standenicht mehr habe begnügen lassen. Der Spechtblieb Meister, es mußte gewagt sein, und soentschieden sie endlich durchs Loos, daß fortandie Bratwurst Holz tragen, die Maus kochenund der Vogel Wasser holen solle. Was ge-schieht? Bratwurst schleppte sich fort zum Wald,um eine Tracht Reisig herbei zu schaffen; längstwar das Wasser im Topf; aber die Mauskonnte nicht das Feuer schüren, denn wer nichtzurück kam, war unsere Wurst. Indem Beidenichts Gutes ahneten, erhob sich Mnsje Lrpecht,um ibr eine Strecke entgegen zu fliegen. Unfern

sah er, o Schrecken! einen Hund am Wege,der die arme Bratwurst als freie Beute ange-troffen, gepackt und niedergemacht hatte. DerVogel beschwerte sich freilich bitter, schalt denHund Räuber und Mörder, allein zu spät;der Packan rief, er habe fasche Briefe Lei ihrgefunden, deswegen sei ihm ihr Leben mitRecht verfallen. Traurig nahm der Vogeldas Holz auf sich und erzählte zu Hause derMaus, was er gesehen und gehört. Sie warenBeide recht von Herzen betrübt; damit jedochder Haushalt in Ordnung bliebe, kamen sieüberein, nach Kräften ihr Bestes zu thnn,beisammen ausznharren und nach der Mahlzeitdas Weitere sich zu besprechen. Mittlerweiledeckte der Specht den Tisch, die Maus kochtedas Essen. Als sie endlich anrichten und, wievormals die Bratwurst, in den Hafen und durchdas Gemüse schlüpfen und sich winden wollte,dasselbige zu schmelzen und zu würzen, mußte sieHaut und Haar und dabei ihr armes Leben lassen.Wie jetzt der Vogel kam, das Essen anfzntragen,da war kein Koch zur Stelle; bestürzt warfer das Holz hin und her, rief und suchte, alleinder Koch war einmal nicht zu finden. AusUnachtsamkeit war Feuer in die Späne gerathenund eine Brunst entstanden. Der Specht inaller Hast hinaus, Wasser zu schöpfen und zulöschen; aber Unglück über Unglück! mit samptdem Eimer fiel er hinab in den tiefen Brunnenund mußte elend ertrinken.

So ging dieser schöne Hausstand durchden leichtfertigen Vogel nicht nur, sondern auchaus Mißtrauen und Neid eines gegen den andern,und weil eins dem andern sein Glück mißgönnte,zu Grunde.

Sophocles.

von Ludwig Foglar.

Wus den dicht besetzten Hallen tosetEs, wie tief empörte Wogen,

Ganz Athen harrt der EntscheidungWelche heute wird gepflogen;

Ein Ruf der Entrüstung brausetDurch die Reihen der ArchontenOb dem Falle sonder Beispiel,

Dem, selbst Greisen ungewohnten:Angeklagt des Wahnsinns wurdeSophocles von seinen Söhnen,

Die schon lüstern dem GedankenErblichen Besitzes fröhnen.

Beide stehn sie vor den SchrankenHäufend scheinbare Belege,

Daß im Haupt des greisen DichtersGeistesnacht die Schwingen rege,Weil er nicht wie andre MenschenStreng alltäglich sich gehabe,

In den Sand der Küste manchmalUnbekannte Zeichen grabe,