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[1] (1857)
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Der Zecher am Rhein.

von Ludwig Würpel.

Ws saßen die Ritter beim FestpokalZu Schweinichen auf dem Schloß,

Ein Niescnfaß lag mitten im Saal,

Aus dem hervor mit Hellem StrahlIn Strömen der Rheinwein floß.

Es ging der Pokal von Mund zu Mund,

Und das schäumende RebenblutDrang süß hinab auf des Herzens Grund,Und laut und lauter erklang ini RundDer lachende Uebermuth.

Und es rief ein Graf aus dem Ungerland:Kein Wein kommt dem Tockaier gleich,

Und seid ihr am Rhein auch als Zecher bekannt,Ich werf'mit dem eigenen Wein in den SandDen Tapfersten unter euch.

Da Hans von Schweinichen fährt empor,Hochschwingend den funkelnden Wein:

Gott segne des Rheingau's Nebenflor,

Noch niemals bei einem Gelag verlorEin tapfrer Zecher am Rhein.

Und es fließt der Wein, und es lärmt und lacht,Der gold'ne Pokal erklingt,

Doch vergebens wird Kampf auf Kampf gewagt;Denn nicht im Pokal des Rheinweins MachtDen Ungar zu Boden zwingt.

Hohnlachend schaut er im Kreis umher,

Und es funkelt so stolz sein Blick,

Als ob er des Sieges gewiß schon war'Da Schweinichen zaudert nicht länger mehrUnd eilt und kehrt zurück.

Und sieh! er trägt und schwenkt in der HandEin mächtiges Eimerpaar,

Und mit schäumendem Rheinwein füllt er's gewandtAm Ricseufasse bis hoch zum RandUnd beut einen dem Ungar dar.

Zum Wohlsein, Herr Graf! Stoßt an und trinktDas Schlücklein noch zum Schluß!"

Der starrr, verzieht den Mund und winktAbwehrend mit der Hand und bezwingtNur mit Mühe Scham und Verdruß.

Graf Schweinichen aber hebt im FlugDen andern empor und trinkt,

Und trinkt bedächtig und schmunzelt klug,

Und jubelnd er nach dem letzten ZugDen leeren Eimer schwingt.

Da wiederhallt es im brausenden Chor:

Ein tapferer Zecher am RheinNoch niemals bei einem Gelag verlor,

Hoch lebe der duftende RebenflorUnd des Rheingau's schäumender Wein!

Specht, Msm und Bratwurst.

(h-ins Michael Moscherosch iiacherzM von Ignaz Hub.)

Wpecht, Maus und Bratwurst waren zu-sammen gerathen, hatten sich häuslich eingerichtet,lange wohl und in Eintracht mit einandergelebt und waren allmälig zu Wohlstand ge-kommen. Die Hausarbeit hatten sie also untersich vertheilt: Der Spechr mußte in den Waldfliegen und Holz herbeischaffen; die Mausmußte Wasser tragen, Feuer anmachen und denTisch decken; Bratwurst mußte kochen. SolcherGestalt hatten sie sich bei andern in Ansehen

und Würde gesetzt, und sie selbst fühlten sichwohl und nur allzuwohl bei ihrer Einrichtung.

Eines Tages nun war dem Vogel unterwegseiner aufgestoßen; dem wußt' er sein häuslichesGlück nicht genug zu preisen. Hohnlachendjedoch schalt ihn dieser einen albernen Tropf,stellte, ihm vor, welche schwere Arbeit er, wiegute Tage dagegen die andern zu Hause hättenund beredete ihn, sich nicht länger zu solchemFrohndienste herzugeben. Denn wenn die Maus ^

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