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[1] (1857)
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vor seinen Augen plötzlich ein herrlicher Anblickzeigte. Ein Wald spiegelte sich in den tief-blauen Fluchen eines Sees. Der Page stiegab um eine Zeitlang sich an dem prachtvollenAnblicke zu laben und legte sich in das hoheGras. Neben ihn, lag ein wunderschönergoldener Fisch ^wahrscheinlich von den hohenFinthen etwas früher aus dem Wasser geworfen,in den letzten Zügen.

Armes Thier!" dachte Elwin,würdestja verkommen hier brauch n auf dem Lande,wenn ich dir nicht helfe! Marsch ins Wasserund werde wieder fröhlich!"

Bei diesen Worten nahm er den Fisch undwarf ihn zurück in den blauen See.

Der Fisch sprang einigemal vergnügt andie Oberfläche des Wassers, dann tauchte erunter und der Page hörte deutlich an seineOhren die Worte klingen.

Schönen Dank, Elwin!"

Betroffen schaute er sich um, aber er sahund hörte keine Menscheuseele; ihm wurde esunheimlich zu Muthe und sich auf sein Pferdschwingend, ritt er lustig weiter.

So kam er durch einen großen Wald, indessen Nähe Menschen wohnen mußten, dennElwin sah überall Vogelnetze ausgestellt. Ineiner Schlinge sah er eine Eule, welche vegebenssich ans dem Netze loszumachen suchte, inwelchem sie sich wenige Augenblicke vorhergefangen hatte.

Armes Thier!" dachte Elwin,warumsolltest du nicht deine Freiheit genießen wie jedesandere Geschöpf!" stieg ab und löste die Euleans der Schlinge. Lustig flatterte sie emporund wieder hörte Elwin deutlich die Worte:

Schönen Dank, Elwin!"

Der Page konnte es sich gar nicht erklären,als er wiederum vergebens sich nach demNedendenumschaute. Diesmal wurde er mißgestimmt,allein bald hatte die immer abwechselnde Gegendihn wieder fröhlich gemacht. Nach einigenTagen gewahrte er hoch über seinem Haupteeine schneeweiße Taube von einem Raubvogelverfolgt. Elwin besann sich nicht lange, holteein Pfeil aus dem Köcher, legte an und nachwenigen Augenblicken wälzte sich der Raubvogelin seinem Blute. Die Taube flatterte hernieder,setzte sich auf des Page» Schulter und flüsterte:

Schönen Dank, Elwin!"

Elwin stand sprachlos vor Erstaunen, alser zum dritten Male sich also anreden hörte, abernoch mehr stieg seine Verwunderung als dieTaube sich in eine Wolke auflöste und alsdiese dann sich nicdersenkte und eine wunderschöneFee vor dem Jünglinge stand.

Dreimal mußtest Du mir helfen!" sagtesie,bevor ich mich in meiner wahren Gestaltzeigen konnte ! Sei getrost und gutes Muthes!Du wirst Deinen Auftrag glücklich zu Endeführen, und hochgeehrt zu Deinem Fürsten undHerrn zurrückkehren.

Bei diesen Worten verschwand die Fee.

Elwin wußte nicht wie ihm geschah, dochauf die Zusage der Fee, daß seine Botschaftmit Erfolg gekrönt werde, setzte er freudigesMuthes seine Reise fort und nach mehrerenWochen erreichte er ohne weitere Abentheuerzu bestehen das Schloß der schönen Prinzessin.Unweit des Schlosses stieg er vom Pferde, legtedie Reisekleider ab und zog die prächtige Hof-kleidung an, welcke er zum Zwecke seiner Gesand-schaft eingepackt hatte und auf dem Pferde mitsich führte.

So aufgeputzt ließ er sich als Gesandterseines Prinzen melden und wurde sofort vor-gelassen. Alan führte ihn in das Audienzzimmer,wo der Page, verblendet von all der Pracht,welche bei Weitem alles überstieg, wae derfürstliche Hof seiner Heimath aufzuweisen hatte,über eine Stunde wartete. Endlich erschiendie Prinzessin, strahlend von Seide, Gold undDiamanten, aber niehr als dieses Alles fesselteden Pagen die wunderbare Schönheit der großenDame.

Nachdem Elwin sich ein wenig gefaßt, knieteer nieder vor der Prinzessin und entledigte sichseines Auftrages. Er schilderte die Liebe seinesHerrn und Gebieters in so glühenden Farben,daß die Prinzessin ihm gerührt die Hand zumKusse reichte und versetzte:

Ein Fürst, der sich in solchem Maaße derLiebe seiner Unterthanen zu erfreuen hat, mußwahrhaft gut und meiner würdig sein! Gernwürde ich Deinem Herrn und Fürsten meineHand reichen, allein mich bindet ein Gelübde,welches ich meinem Vater ans dem Sterbebetteabgelegt. Derjenige, welcher mich als seineGattin heimführen, oder für einen Andernwerben will, muß drei Thaten vollbringen,welche über die menschlichen Kräfte hinausgehen,und so fürchte ich, werde ich mein Lebtag ledigbleiben müssen, weil jene Thaten Niemand zuvollbringen im Stande ist!"

Nein," rief Elwin,das kann nicht sein,hohe Prinzessin, das Glück meines Fürsten stehtauf dem Spiele und sollte ich mein Lebendabei lassen, so werde ich Alles versuchen, Euchiu seine Arme zu führen! Sagt an was mußich thun. Euch für meinen Herrn zu erwerben?"

Armer Jüngling!" sagte die Prinzessin,nicht ohne Theilnahme sehe ich einen so

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