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von Kindheit ausgewachsen im Dienste DeinesHauses und schon in frühester Jugend habe ichauf dem Schlachtfelde an der Seite DeinesVaters Beweise meines Muthes gegeben! KeinVorwurf kann mich treffen, allein was diePrinzessin verlangt geht über alle menschlichenKräfte! Dein Leben, Prinz, ist Deinen Unter-thancn theuer und nicht geziemt es Dir, eswegen der Prinzessin auf's Spiel zu setzen.Was sollte aus Deinem Lande werden, wennDu nimmer zurückkehrtest I"
Der Prinz wendete, ohne dem Kämmererzu antworten, sein Pferd um und befahl Elwinihm zu folgen! Ins Schloß zurückgekehrtverordnete er Alles zu seinem baldigen Anszugezu rüsten, und zog sich in seine Gemächerzurück.
Die Kunde von der baldigen Reise desPrinzen und den damit verbundenen Gefahrenverbreitete sich durch den Kämmerer am Hofeund in der Stadt. Alles war in der größtenBestürzung. Vergebens suchten die Ritter zudem Prinzen zu dringen, um ihm Gegenvor-stellungen zu machen, allein der Prinz wolltesie nicht empfangen. Außer seinemPagen durfteKeiner seine Schwelle betreten.
Als die Ritter sahen, daß nichts denPrinzen von seinem Vorhaben abhalten konnte,gingen sie zuRathe und die Besorgniß um dasLeben des geliebten Herrn trieb sie zu demäußersten Schritte. Sie verbanden sich mit denBürgern und besetzten alle Ausgänge der Stadt,mm den Fürsten mit Gewalt von seiner Reiseabzuhalten. Sie schickten! ihrem Herrn einigeder ältesten Leute, um ihn zu versichern, daß nurdas Uebermaaß der Liebe und Verehrung siezu diesem Schritte treibe, und baten ihn nichtGewalt zu brauchen, sondern inmitten seinergetreuen Unterthanen zu bleiben, um ihr Glückzu begründen; allein der Prinz wollte nichtsdavon hören und befahl daß man ihn ungehindertabziehen lasse und ihn nicht zur Gewalt zwinge.
Betrübt hatte die Gesandtschaft das Schloßverlassen und der Prinz saß mißmuthig in seinemGemache, Elwin ging hin und her, die verschie-denen Aufträge seines Gebieters auszurichten,dann faßte er ein Herz, stellte sich vor seinenHerrn und sagte:
„Hoher Fürst! Seit meiner Kindheit habeich das Glück gehabt in Deiner Nähe zu lebenund mein einziges streben war, Dir zu ge-horchen ! Erlaube mir daher heute Dir einenRath zu geben, dann magst Du handeln wieDu willst und ich folge Dir wohin Du gehst."
„Was kannst du Knabe mir zu rathenhaben?" frug lächelnd der Prinz.
„Prinz!" sagte Elwin, „Deine Untertuanenhandeln in gerechter Besorgniß um Dein Lebenund Du thust Unrecht, so Du ihnen darobzürnest. Schicke mich zu der Prinzessin, daßich es versuche, sie günstig für Dich zu stimmen.Der Kämmerer hat ihr nur von Deinem Rcich-thum und Deinen Ländern erzählt, ich aberwerde ihr Dein gutes Herz und die Liebe DeinerUnterthanen schildern, und wenn sie mich dannnicht erhört, so ist sie Deiner unwürdig! Auchhat mir meine Mutter prophezeit, daß ich der-einstens in einer großen Sache Glück habenWürde, weil eine gute Fee sich meiner Familievon jeher angenommen! Mein Großahne hatvor vielen Jahren jener mir unbekannten Feeeinen wichtigen Dienst geleistet und diese hatseit , jener Zeit für alle seine Nachkommen dietiefste Dankbarkeit bewahrt! Dieser gütigenFee habe ich es auch zugeschrieben, daß Dudich meiner annahmest, als ich ein hülflos ver-lassenes Kind dem Untergang nahe war. DrumHerr hört auf meinen güten Rath und laßtmich hinziehen zu der Prinzessin! Vielleichtgelingt es mir, sie Euch glücklich und zufriedenheimzuführen.
Lange Zeit blieb der Prinz unentschlossen,allein Elwin drang so sehr in seinen Herrn,daß dieser endlich nachgab.
„Wenn es mir nicht gelingt," sagte Elwin,i „so ist ja nichts verloren, denn ich werde ihisagen, daß Dir, meinem Herrn und Gebieter,keine Gefahr zu groß sei, um zu ihrem Besitzezu gelangen und daß Du selbst Hinreisen würdest,falls sie mich nicht erhöre."
„Wohlan!" sagte der Prinz, „so sey es,damit kein Mittel unversucht bleibe,"
Elwin verabschiedete sich von seinem Herrn,bereitete alles zur Reise vor und am andernMorgen ritt er unangefochten zum Thore hinaus;Niemand wußte, wohin er ging. Draußen stiegdie sonne am Horizonte empor und beleuchtetedie anmuthige Landschaft. Aus den Thälernstiegen die Nebeldünste auf und bald lag dieganze Gegend klar und anmuthig vor denAugen des Pagen.
„Liebe Fee!" flüsterte dieser vor sich hin,„wenn Du wirklich gesonnen bist, mich ummeiner Familie wegen zu beschützen, so thue esauch diesmal, daß Freude und Wonne einkehrein das Herz meines geliebten Herrn!"
Elwin hielt inne in der frosten Erwartungeiner Antwort von Seiten der unsichtbaren Fee,aber es regte sich kein Lüftchen. Fröhlich rittder Jüngling weiter, als sich beim Umbiegenum eine Hügelkette, welche eine Zeitlang dieweitere Aussicht auf die Landschaft verhindert,
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