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und dieser sich rächen wollte, so bekam er esj mit Florian zu thuu und manche dicke Beulean seinem Kopfe zeigten Florinchen die Hart-näckigkeit des für sie bestandenen Kampfes.
An einem schönen Sommernachmittag ent-fernte sich Florinchen weit von ihrer Wohnung,
^ streifte durch die Felder und stieg zu den Ber-gen hinauf, pflückte Blumen zu einem Kranzeund legte sich zuletzt ermüdet auf dem grünenRasen nieder, wo sie bald cinschlicf. Unter-! dessen zogen Gewitterwolken am Horizonte her-
! auf; in der Ferne hörte man den Donner
^ rollen; die Vöglein suchten ihre Nester und
> jedes lebende Wesen seine Zufluchtsstätte zuerreichen. Der Himmel wurde immer schwärzer,
! es schien nicht mehr Tag, sondern Nacht zu
^ sein und nur zuweilen ward die Dunkelheit
durch einen leuchtenden Blitzstrahl erhellt. Da^ erwachte Florinchen und sah mit Schrecken die
^ veränderte Natur. Ihren Rückweg konnte sie
i kaum entdecken, denn dicke Staubwolken erhoben
sich von der Erde und der Sturm trieb siel immer rückwärts. „Lieber Florian!" rief siein der Angst ihres Herzens aus, „wärest du hier,! du gäbest mir deine Hand und wir liefen zu-
' sammeu durch Sturm und Regen." Kaum
hatte sie also gesagt, als ein Blitz, von einemheftigen Donner begleitet, dicht vor ihren Füßenniederschlug. Erschrocken sank sie zu Boden,aber im selben Augenblick stand ein altes Männ-lein vor ihr und suchte sie wieder aufzurichteu.j „Warum rufst du nach Florian, der dir doch
! nicht helfen kann?" redete das Männlein sie an,
> „vertraue mir, ich bringe dich in einem Augen-
! blick zur Thüre deines Vaters zurück." — O,
> gutes Männlein, thue das! bat Florinchen
! flehentlich. — „Ich thue es gleich," entgeguete
i der Alte, „wenn du mir versprichst, keinen An-
> der» zum Manne zu erwählen, wenn du eine
! große schmucke Jungfrau geworden bist, als
! mich." — Da lachte Florinchen und dachte:
! Das Männlein ist schon so alt und hat schnee-
^ weißes Haar, gewiß lebt es nicht mehr, wenn
> ich groß bin. Sie zupfte ihn beim Barte und
! sprach: Es soll so sein, bringe mich jetzt nur
j schnell nach Hause. Florinchen traute ihren
! Augen kaum, denn diese Worte waren ihrem
Munde noch nicht ganz entflohen, als sie auchschon vor ihres Vaters Thüre stand; dasi Männlein war verschwunden.
! Weder der Vater noch die Mutter Flo-
! rinchens erfuhren etwas von ihrer Begegnung
! mit deni fremden Alten, nur einigen Freuu-
^ diuuen erzählte sie es später, die dann erschrocken
! ausricfen: Das ist Rübezahl gewesen! —
Als nun noch einige Male der Frühling
die Erde mit jungem Grün bekleidet hatte, da '
war auch Florinchen kein Kind mehr. Die !
Mutter sprach ernst: Das Spielen schickt sichnicht mehr für dich, ein ordentliches Mädchensitzt am Spinnrade und sorgt bei Zeiten, daß ;
die Leinwand im Koffer liegt; kommt dann ein '
Mann und will sie hcimführen, so weiß sie !
ihrer Hände Arbeit vorzuzeigeu.
Auch Florian wurde von seinen Elternfortgeschickt, damit er die Kaufmannschaft er- !lerne, und bald horte man, daß er mit einemSchiffe nach fernen Welttheilen gesegelt sei, !um Waareu zu erhandeln. !
Da saß nun Florinchen gar still und sitt- 'sam am Spinnrade, aber seltsame Gedanken, :
die sie früher nie gehegt hatte, durchzogen ihrKöpfchen. Sie träumte sich manchmal weil
fort in schöne Länder, wo Palmen wachsen und !
seltene Blumen blühen, oder sie glaubte sich j
auf dem Meere und sah die Sonne sich in denWellen spiegeln Dann begegnete ihr, auf eineunerwartete Weise, — Florian und sie freuten !
sich des Wiedersehens. Florincheus Herz schlug !
lauter, wenn sie in solchen Träumen und Ge- j
danken saß und ihre Finger zogen den Faden i
schneller, der oftmals brach. Die Mutter schalt ^
sie ihrer Unachtsamkeit wegen, aber sie dachte !
heimlich an das Sprichwort: Wenn der Faden -
bricht, denkt der au dich, an den du eben dach- !
test. War es eine dunkle Nacht, wo der Sturm ?,
vor ihrem Fenster heulte, dann weinte sie, barg ^
ihr Gesicht in das Kissen ihres Bettes und !
betete leise und schüchtern: Lieber Gott, be- :
hüte den Florian! >
Wenn die Sonne aber wieder durch dunkle !
Wolken hervorbrach, war sie heiter und froh- i
lich und dachte daran, wie Florian jetzt die !
goldenen Strahlen der Morgensonne begrüßen z
werde; die Frage: Ob er sich meiner noch ^wohl erinnert? schwebte dabei auf ihren Lippen.
So eilten noch einige Jahre dahin; Flo-rinchen galt als das schönste Mädchen imStädtchen, viele warben um ihre Hand, sieaber dachte nur an Florian, der in fernen Län-dern weilte, und von welchem sie nicht wußte,daß auch er die Monde und Wochen zählte,die ihn noch von der Heimath und Florinchenentfernt hielten.
Eines Tages stand Florinchen am Fensterund schaute zum Nachbarhause hinüber, da j
schien es ihr, als stehe dort Jemand am Fenster, !
dessen Blicke ihre Gestalt zu erkennen suchten; j
eine Ahnung sagte ihr, daß es Florian sei, ^
doch trat sie eilig zurück. Bald darauf klopfte !
es an Florincheus Tküre. Leise rief sie: herein I '
Der lang ersehnte Florian trat in's Zimmer. -
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