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> die Kaiserin verhielt ihm den Ausgang undsagte: „Lieber Guillalmct, ost fallen Ehrendem zu, der sich ihrer am Mindesten versieht,und es wird der Kranz der Stirne ausgedrückt,welche Weisheit und Gerechtigkeit dessen wür-dig erachten. So lies nun den Bries meinesHerrn und Gatten und siehe auch selbst, daßes ihm Ernst war mit der Wahl, die er beschlossenhat mit Saladin seinem Feinde und doch gutenFreunde."
Da las Guillalmet den Brief und erkannte,daß man siiner nicht spottete uud war innerlichvoll Glückseligkeit. Aeußcrlich aber verhielter sich dessen und sprach: „Hohn würde mirbitterer sein, als jedes Mißgeschick, denn ichbin arm und Armuth thut nur weh, wenn ihrauch Hohn noch zufällt. Darum gebet mir,
, was dem Eidam eines Kaisers zukommt,
! Land und Leute, Gold und Waffen, so werde' ich Zuversicht haben und gerne werben ummeine hohe Braut."
! Dessen verwunderte sich die Kaiserin wohl,
aber da ihr der Jüngling gefiel, gab sie ihmnach und bewilligte, was er verlangte. Sowarb Guillalmet um die Kaisertochter underhielt gerne ihr Jawort, daß sie mit herzlicherSeligkeit aussprach, worüber er ihr züchtiqlichdie Hand küßte.
. Danach ging er zu seinen Mannen und
der Macht, die so plötzlich sein war, und rüstetedie Besten und Gewandtesten zu einem Hausen,
! wie er des bedurfte, tapfer, verschlagen und! gleichgültig gegen Wunden und Tod, wo essich um Ehre handelt. Die ließ er insgeheimreisefertig machen mit aller Nothdurft und setzte
> sie auf die schnellste Galeere, die weit undbreit zu finden war, und von derRüstung ließer kein Wörtlein verlauten.
Jndcß war der Tag, den man zur Trauunganberaumt hatte, herangekommen. Alles warfestlich bereitet, zumal aber Bertha in feinerSeide und mit Schleier und Myrtenkranzangethan, wie es einer Jungfrau so unver-gleichlich schön steht. Aber Guillalmet fehlte,man suchte ihn, aber man fand ihn nicht, manfragte nach ihm, aber es war Keiner, der guteAntwort geben konnte.
Da wollte nun die Kaiserin schier unholdwerden und Bertha zerfloß bereits inThränen,als ein alter Kriegsoberster hereintrat, zu ver-^ melden, daß er von Guillalmct ein Brieflein! abzugeben habe an die Kaiserin.
Hastig wurde es erbrochen, aber Mutterund Tochter lasen nur die Worte: „Zürnetj nicht, daß ich annoch verziehe zu kommen.- Eine Kindespsticht ruft mich zu meinem Vater,
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der ich nachgehe, wie mich mein Sinn zwingt.
Also getröstet Euch. So Gott will, werdeich zu einer Zeit heimkehren, und Allen zueiner Freude, die groß sein soll."
Darüber wurden sie beruhigt, blieben aberdoch voll Kummer, denn wer zur Hochzeit ge-rüstet hat, wird das nimmer gerne umsonstgcthan haben. Mußten sich aber finden und !vernahmen nirgend, wohin Guillalmet sich j
gewendet und was aus ihm geworden sei. !
Sehen wir nun aber, was sich danach !im Morgenlande mit den beiden Herrschern !begab. In Eintracht und Freundlichkeit lebtensie beisammen, sich gegenseitig belehrend underheiternd, wie Freunde thun, und hattenmanckerlei Kurzweil mitsammen. i
So jagten sie auch eines Tages am ^
MeereSstrande und hatten einer Gazelle nicht jhabhaft-werden können, dieweil sie stets wiederin die Gebüsche entsprang. Saßen also abvon ihren guten Rossen, im Schatten derBäume und der frischen Seeluft sich zu ergehen,als gar unversehens ein Fähnlein Franken auseiner versteckten Meeresbucht hervorbrach undsich auf die Jäger stürzte, sie gefangen zunehmen. !
Saladin und Kaiser Rothbart hatten !
alsobald ihre Jagdspieße und krummen Säbel !
in Händen, des Uebcrfalls der Franken sich l
zu erwehren und schlugen tapfer drein. Die !
waren aber mit Schild und jeder Rüstung wohl !versitzen, hatten auch die Visire herabgesenkt,daß man ihnen nichts Sonderliches anhaben,sie auch nichr erkennen konnte War ihrer auchein gut Häuflein und umzingelte den Jagdtroßso vorsichtig, daß bald keine Aussicht für dieJäger war zu entkommen und fest gefastet und ,ihrer Wehr beraubt wurden. ^
Bald waren sie in ein Boot gebracht, das !stieß schnell ab und wurde von fleißigenRuderern an eine Galeere geführt, auf welche !die beiden hohen Gefangenen steigen mußten. !Alles war in wenig Augenblicken geschehenund Saladin und Rothbart wußten kaum, wie !wie das so nur hatte geschehen mögen. i
Standen also auf dem Verdecke und sahen !sich um. Ta trat der Hauptmann der Ritterzu' ihnen, öffnete sein Visier und wen sahen !und erkannten sie? — Guillalmet de St. Cyr. 'Er war es, cs war ihm ein Streich ge-lungen, wie sich Keiner des versehen hatte undso war er Herr zweier Gefangenen höchster !Art und es blitzte ihm die Heldenfreude aus j
den Augen, daß er gar herrlich anzusehn war. ^
Sprechen konnte er nicht und hielt nur noch !den gefangenen Fürsten die beiden Hände hin. -
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