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und ließ das Brecheisen und den Meißel inGang setzen, auch Bauleute und Steinmetzenkommen, damit das Werk einen schnellen undsichern Fortgang habe. Den Grund zu derKirche legte er um das Jahr 670. Nachdemer mit der Kelle den Mörtel auf den erstenStein geworfen und nach Brauch mit demHammer darauf geklopft hatte, reichte er auchseiner frommen Tochter Re gen birg dieKelle und auch diese nahm den Mörtel undthat drei Schläge unter einem kräftigen Gebete.
Zu jener Zeit nahm der Teufel ein rechtesAergerniß daran, wenn irgendwo ein Tempelgebaut wurde, und er gab sich alle erdenklicheMühe, den Bau zu hindern oder wenigstensm die Länge zu schieben. Bei allen Kirchen,die in jener Zeit gebaut wurden, hatte er dieHand im Spiele, und wenn er auch überallden Kürzern zog, wie eine Menge von Sagenberichten, so mischte er sich doch immer wiedervon Neuem ein. So auch hier. Mit den ge-wöhnlichen Mitteln konnte er hier zwar nichtsausrichten; seine schätze brauchte er nicht an-zubieten, da Gericus reich genug war, ohnefremde Hülse zu bauen, auch Höfe und Feldergenug besaß, um sie reichlich zu sundiren. Somußte er den» auf andere Wege denken, umdie Finger in eine Manerspalte zu bekommen.
Die Haardt war gar öde und verlassenund außer für einen frommen Ritter auch einrechter Aufenthalt für den Teufel. Nachts,wenn Gericus in seinem Thurmgemache lagund an seinen Kirchenbau dachte, dann warder höllische Fürst im Hui vor seinem Bette,näselte ihn an und sprach: Hm, frommer Ritter,mit deinem Kirchenbau wird's nichts, denn nichtGottesfurcht, sondern eitle Ruhmsucht undNebenabsichten leiten dich beim Bau. Du willstdeinen Namen groß machen unter den Frankenund nebenbei den Töchtern des Landes, dienicht an den Mann kommen können, eine Ver-sorgungsanstalt gründen. Hi, ihr sagt immer, derTeufel sei der Vater der Lügen, aber greife indeinen Busen und gestehe, daß ich die Wahr-heit rede.
Ob solcher Reden wurde dem Gericus ganztraurig zu Muthe und es deuchte ihm zuletztselber, daß der Teufel Recht habe, darum bate, kniefällig und inständigst zu Gott, daß dieserden Hochmut!) und den Eigennutz von ihmnehmen möge.
Da der Teufel nun merkte, wie hübschseine Saat in die Aehren schoß, wurde er sehrmunter und rieb sich die Krallenfinger mitinnigem Vergnügen, wenn er in seinem Schar-lachmantel um die Zinnen der Burg herum
fuhr. Gericus konnte sich gar nicht vor ihmretten, überall tauchte er vor ihm auf, wo er gingund stand; manchmal geschah dieses selbst'aufGängen und Treppen, wo nicht eine spalte,geschweige denn eine vernünftig gezimmerte Thürsich öffnen konnte.
Wenn Gericus am allerkleinmütbigsten war,dann spielte er so recht den Trotzigen undSiegesgewissen und sprach: Wie auch deineKärrner fahren, deine Handlanger schleppen,deine Steinmetzen meißeln und deine Maurerklopfen mögen, du bauest doch für mich, ja fürmich, den Fürsten der Hölle, und nimmermehrkommt deine Stiftskirche zu Stande mit demstattlichen Kloster für Edelfräulein.
Und was wirst du denn am Ende - nahmsich Gericus einmal den den Muth zu fragen —aus dem Bau machen?
Dumme Frage, antwortete der Teufel, einSpielhaus, wo man würfelt und kartet bis anden Hellen Morgen und sich dem Teufel mit Lustzu eigen giebt, das werde ich daraus machen!
Ein kalter Schauer lief dem Ritter überden Rücken, da er dieses hörte und er sprachzu sich selber: Dann wäre ich ja mit meinemBeginnen schuld, daß die Seelen der Spielerin die Hölle wanderten.
Von dieser Stunde an nagte der Graman seinem Herzen, Speise und Trank verschmä-hend saß er tagelang in seinem Thurmgemacheund brütete vor sich hin; er bewegte die Lippen,wie im eifrigen Gespräche, aber kein Laut kamaus seinem Munde. Auch pflegte er des Waid-werks nicht mehr, das doch sonst seine Lust ge-wesen war. Jagdhorn, Pfeil und Spieß hattenRast, das Schwert rostetete an der Wand derlangen Halle, die Mente kläffte vor Ungeduldin den Ställen, die wilden Sauen kamen ausdem Aperbnsche bis an die Mauern seineBurg, aber Gericus blieb in stilles Brütenversenkt und konnte seines Kleinmuthes nichtHerr werden.
Einst stieg er auf die Mauerzinne, um in'sThal hinab zu schauen nach seinem Baue, dernur langsam voranging, seit er nicht mehr Hin-abstieg, die Arbeiter anzutreiben. Da standplötzlich wieder der Teufel neben ihm und sprach:Sei vernünftig und gib das Bauen auf, dannsollst du Ruhe vor mir haben. Lhust du'saber nicht, so will ick dich quälen und peinigenbis an das Ende deiner Tage. Sieh, derBoden, worauf deine Burg steht und die Land-schaft rings umher, bis an jene Berge dort,alles das war einst Meeresboden und hing mitdem großen Weltmeere zusammen; das fauleGestein dieses Berges besteht noch heute von