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Gras und Schlamm aus der Tiefe. Verdrießlichwollte er sein Fischergeräthe zusammen packen,als ihn noch einmal die Lust überkam; seinGlück zu versuchen. Er warf zum letztenMale das Netz aus und jauchzte hoch auf, alses beim Emporzieben so schwer war, daßer es kaum an die Oberfläche des Wassersbringen konnte. Mit großer Kraftanstrengunggelang es ihm endlich, und in dem Netzezeigte sich ein großer, kupferner Kessel. „Aba,"dachte der Fischer, „das war glücklich! Dagiebt mir der Schmied wenigstens meine dreiThaler für, und so gewinne ich mit einemSchlage, was ich seit acht Tagen verloren!"
Der Fischer beschaute den Kessel vonallen Seiten! „Vielleicht," dachte er, „ist garein großer Schatz darin und Frau und Kinvhaben genug für Lebzeiten. Da kaufe ich mirerst ein großes Haus und Stallung für Kühe,Pferde und «Schweine! O, das" giebt einherrliches Leben!" Nun fing der Fischer anden Deckel zu lösen, um sich von dem Inhaltedes Kessels zu überzeugen. Das war keineleichte Arbeit, denn der Deckel saß sehr fest.Nach vieler Mühe und Arbeit wankte derDeckel. Der Fischer hob ihn mit gewaltigemRucke enipor und fuhr zurück, als ans demKessel ein erstickender Danipf hervorquoll.Starr vor Schrecken stand Martin, so hießder Fischer, denn die Rauchwolke nahm all-mählig menschliche Formen an und gestaltetesich zu einem Riesen mit einem ungeheurenSchwerte.
„Hab Dank!" sagte der Riese, „daß du michaus meiner langen Gefangenschaft erlöst hast.Ich wollte, daß es dir Glück bringen könnte,anstatt daß dich diese That nun das Lebenkosten wird!"
„Herr Niese! Ihr beliebt wohl zu scherzen ?"frug Martin. „Nein!" antwortete der Riesemit seiner Donnerstimme! Nein, ich habe einGelübde gethan, denjenigen, welcher mich ansdes Meeres Grund erlösen würde, meinemOberherrn zu opfern!" Vor vielen hundertJahren führten wir Krieg mit den Wassernixenund als ich eines Tages am Ufer lauerte, umihrer habhaft zu werden, verfiel ich in tiefenSchlaf. Dieses benutzten sie um mich in eineRauchwolke zu verwandeln und in diesen Kesselverpackt auf den Grund des Meeres zu ver-senken. In den ersten fünfzig Jahren gelobteich denjenigen, welcher mich ans dieser Lagebefreite, mit Schätzen zu überhäufen. Niemandkam. — In den zweiten fünfzig Jahren ge-lobte ich meinem Erretter alle Schätze der
Erde zusammen zu tragen — es kam wiederNiemand.
Endlich in der Verzweiflung that ich dasGelübde, meinen Erretter dem Oberherrn,welcher weit von hier Wohnt, zu opfern! Alsobereite dich zum Tode vor!
„Erbarmen!" flehte der arme Martin.„Habt Erbarmen mit einem Familienvater!"
„Nein," sagte der Riese, sein Schwertziehend, „doch will ich für dein Weib unddeine Kinder sorgen, wenn du todt bist!"
Das war aber keineswegs ein tröstenderGedanke für den armen Martin, der lieberselbst für Frau und Kinder gesorgt hätte.
„Ach," bat er, „muß ich denn wirklichsterben, damit ihr euer Won haltet, so ge-stattet mir wenigstens Abschied zu nehmen vonFrau und Kindern!"
„Unmöglich!" herrschte der Riese den armenFischer an, die Zeit verrinnt! Mit dem erstenMorgenstrahle zieht es mich fort von hier!" j
Der arme Martin bat so inständig und >
flehentlich, daß er selbst den grausamen Riesen !
erweichte.
„Begleitet mich zu Frau und Kindern!" «
sagte der Fischer, „und wenn ich sie noch ein- j
mal gesehen und Abschied genommen habe, ?
so macht mit mir, was ihr wollt! Ich wohne !
kaum eine halbe Stunde von hier!" >
„Eine halbe Stunde!" brüllte der Riese. ^
„In diesem Fall bereite dich zum Sterben j
vor. In früheren Jahren machte ich wohl §
hundert Meilen im Tage, aber durch die ^
langjährige Gefangenschaft im Kessel habe ich j
ordentlich das Gehen verlernt!"
„Nun so weiß ich ein Mittel!" rief !
Martin; „ich mache es Euch recht bequem. !
Nehmt aus eine halbe Stunde Eure vorigeGestalt an. Setzt Euch als Wolke in den -Kessel, so trage ich Euch auf meinen Schulternzu mir nach Hause. Dort nehmet Ihr Eurejetzige schöne Gestalt wieder an, ich verabschiedemich von Weib und Kind und dann machtmit mir was Ihr wollt!"
Der Riese, welcher im Grunde tiefesMitleid für den armen Fischer empfand, willigteein. Es löste sich in eine Rauchwolke aufund schlüpfte in den Kessel. Der Fischerbückte sich, als wolle er den Kessel aufheben,ergriff aber statt dessen mit Blitzesschnelle denDecket, setzte ihn rasch auf den Kessel undsich selbst darauf und rief: !
„So, wenn Ihr mich nun zum Danketödten wollet, so müßt Ihr erst herauskommen, IMeister Riese!" >
Der also Gefangene machte alle Kraft- -
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