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! des Junkers, steckte ihn bedächtig in sein Kolleri und ritt gehorsam in die Weite. Da gesellte
> sich Pater Lutz zu dem Liebesboten und wußte
! durch allerlei kluge Kreuz- und Querfragen^ über seinen Herrn ihn auszuforschen und der! arglose Franz, dem nicht gerade viel Mutter-witz von der Natur verliehen, plauderte vordem ehrwürdigen Herrn mehr als er hättethun sollen und das um so zuversichtlicher,
§ weil ihm der ganze Liebeshandel wie eine rechteDummheit vorkam und weil er schwer trugan der leichten Bürde des Briefes. —j Der Pater wußte mehr als genug und
j schmunzelnd ging er an dem alten Jäger vor-
j bei, der diesmal in Gedanken vertieft, den
j sonst so Befeindeten ruhig ziehn ließ; auch kam
in Rübezahls Geisterseele keine Ahnung von den^ Kniffen und Pfiffen eines Pfaffen, von den
! Hindernissen der Welt — er träumte selig von
dem Glück, das er seinen beiden Lieblingen zubereiten gedachte. —
So trat denn Pater Lutz wie ein Ersehnterunter die Bewohner der Hampclbaude undvernahm alsbald was man dort beschlossen! und versprach seinen Beistand zu dem guten
! Werke. Anna wurde hergerufen und dem
^ Beichtvater übergeben, damit er zu dem, was
- einzig ihre Pflicht sei, sie bereden möge.
; Liebes Kind! Hub er salbungsvoll an und
' griff das holde Geschöpf unter das Kinn und sah
, lüstern in die klaren unschuldigen Augen,
^ liebes Kind! vernimm was ich dir zu sagen
! habe und bedenke wohl in deinem seinen Her-
! zen, daß ich ein Diener Gottes bin und mein
Mund die Wahrheit redet. Du bist aus schlim-. men Wegen, der Böse streckt seine Krallen
! nach dir aus und droht dich zu verschlingen,
^ du armes Lamm! —> In der Gestalt eines
i Jägcrburschen wirbt er um deine Seele und
^ und du, gesteh' es ein, du liebst diesen ver-
j malcdeiten Burschen, du willst —
! Ja ehrwürdiger Vater! entgegnete Anna,
! ja, ich liebe den Otto; aber er ist nicht ver-! maledeit und der Böse hat kein Theil an
i unserer Liebe. Seit heute Morgen bin ich seine
! Braut; seht hier diesen Ring hat er zum Zeicheni seiner Treue mir gegeben und ich bitt' euch
! um Gotteswillen, dessen Diener ihr seid, helft
! uns Beiden zu unserem Glück-
O, du leichtgläubiges Kind! seufzte PaterLutz und verdrehte die Augen vor Entsetzen, der> Böse hatdich bethört und ichwilldich befreien ausseinen Fallstricken. Wisse denn, der Otto, den dufür einen Jägerburschen hälft,, ist ein Grasensohn,f der nimmer das Hirtenmädchen zu seinem Weibe- machen wird; aber noch mehr, der Otto ist ein
^.. .. .
Ketzer, ein Abtrünniger von der heiligen, allein !selig machenden Mutterkirche und deine Liebewird dich gerades Weges in den Höllenpfuhlstürzen, wenn nicht alle Heiligen dir beistehn!
Otto ist? — fragte Anna mit stierem Blick. j
Ein Lutheraner ist er, ein Protestant!
Ein Protestant! ? — was ist denn? — i
O du arme Unschuld! ein Protestant ist ^ein Ungeheuer, ein gottverfluchter Feind derKirche, der glaubt weder an die atterseligsteJungfrau, noch an die Unfehlbarkeit des Statt- zHalters Jesu Christi, der betet nicht zu denHeiligen, weiß nichts vom Fegfeuer und dasallerheiligste Altars-Sacrament ist ihm ein ^Aergerniß. — Du weißt es nicht, was es heißtein Protestant sein und siehst nicht die Klauen !an seinen Füßen, die Hörner auf seinem Haupte. >— Doch mir, dem Diener im Heiligthume, ist !sein ganzes Wesen offenbar und ich halte das ^Kruzifix ihm entgegen und schütze dich gegen .den Teufel. — ^
Annas Herz erzitterte, doch ihre Liebe !war stärker als die Furcht und das Entsetzenund mit rührender Angst bat sie: hört auf,ehrwürdiger Pater! so ist mein Otto nicht.Verzeiht mir, ich kann nicht glauben, daß erböse, daß er ein Protestant ist; ich Hab'niemalsso Entsetzliches von ihm gehört und gesehn.Erlaubt mir, daß ich ihn frage und wenn ersich reinigen kann von solcher Schuld, so ver-sagt uns euren Beistand nicht!
Um Gottes und aller Heiligen willen hütedich vor jeder Gemeinschaft mit einem Prote-stanten, folge mir, ich will in eines Klosters !Freistatt dich vor seiner Nachstellung sichern !
und meine Arme breit' ich aus zu deinem !
Schutze, du liebes Lamm! Und wie beschwörenddrückte der Pater das bebende Mädchen anseine Brust und als er des jungen HerzensSchläge durch seine grobe Kutte fühlte, könnt'er sich kaum enthalten, den jungfräulichen Mundzu küssen, der so lieblich ihm entgegen duftete.
Erschrocken entwand sich Anna diesen i
schützenden Armen, in ihrem Innersten verwun-det stürzte sie hinaus und verbarg sich vor demPater und ihrem eigenen Erschrecken in desTannenwaldes tiefstem Dunkel. Da führte !
die Liebe auch den armen Klaus hin, und alser die verzweifelnde Anna erblickte, trat er zudem Mädchen und fragte nach ihrem Kummerund seine Rede war so sanft, sein Blick so !
treu, daß die rathlose Anna den Bergmann !
wie einen Gottgesandten ansah und mit allerAngst ihres Herzens ihn um Auskunft batüber Otto; den er ja kennen mußte, weil siedie Beiden öfter zusammen gesehn.