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dem Jägerburschen schlag ich die Beine entzwei,wenn er noch einmal in der Baude sich sehenläßt und das thu ich und das mußt du!

Anna stand kreideweiß da heirathen?den Michel? aber

Aber hin, aber ber, geiserte die Tante,das ist nun beschlossen und der Pater Lutzkommt Morgen zu uns, und der soll die ganze-Lache in Richtigkeit bringen, dem könnt' ihrBeide auch beichten und dann soll er euchzusammen trauen in der Annakapelle und denSonntag geh' ich mitdem Wirthe nachSeidorfund kaufe ein großes Bett und den Schreiner-Peter bestell ich, daß er euch in der Kammerein Gelaß zimmert, wo ihr zusammen Hausenkönnt. Einen bessern Mann wie den Michelbekömmt kein Mädel im ganzen Gebirgeund so bleibt Alles hübsch beieinander in derFamilie und das Geblase hat dann ein Endeund damit gut! Nun was stehst dudenn, du dummes Ding, als hält' es dir indie Petersilie gehagelt? kannst du nicht pipsagen ^ wenn du von der Hochzeit hörst?und siehst du nicht ein, wie gut ich es mitdir meine?

Aber Muhme! stotterte die zitterndeAnna, und brach in einen Thränenstrom aus, ichhabe den Michel nicht zum Heirathen liebwie kann ich

Dummes Zeug! polterte die Wirthin, mitdem Liebhaben! dummes Zeug! ich hatteauch den Stoffel da nicht lieb und wir habenuns doch geheirathet und es ist Alles gut ge-gangen und die Hampelbaude kann sich sehenlassen und alle Welt ist zufrieden mit derWirthschaft die wir führen und Gottes Segenist über unserm prächtigen Jungen.

Der Mädchen blickte nach demprächtigen"Jungen hin, der ihm gar nicht prächtig vor-kam und in diesem Augenblick dachte sie anden schmucken Jäger, der wie ein schlankerTannenbaum aussah neben diesem dicken Knorzvon Weidenstumpf. Gott steh mir bei! seufztedie Geängstete und hob flehend die Hände aufzu dem Hausvater. Der nahm sich auch desKindes an und sprach väterlich: sei brav Anna Inimm du den Michel, ich kann mir keine an-dere Schnur denken und wenn du von unsgingst, es drückte mir das Herz ab und wemsolltest du auch das bischen Vermögen liebergönnen als deinen Pflegeeltern, die dich großgezogen und dem Michel, der einmal nach unsdie Hampelbaude erben wird.

Das fehlte mir noch, ergänzte die klugeAlte, daß wir dem Ding gute Worte gebensollten! geh' her Jungfer Zimperlich: gib dem

Bräutigam einen Schmatz und dann mach daß ^du in den Stall kömmst, die Kühe brüllennach Futter!

Da faßte sich die betrübte Anna undsprach mit klarer Stimmme: nein, ich kann >den Michel nicht heirathen, aber ihr möcht'

Alles behalten was mein ist, laßt mich nur !euer Pflegekind bleiben, ich will Tag und ^Nacht für euch arbeiten; zwingt mich nichtes wird euch nichts helfen und somit wandte-I sich das Mädchen und verließ mit entschlossener jMiene die Stube, in der man ohne ihr Wissen zund Wollen über ihr Herz verfügt hatte. !

Das Kind fühlte zum erstenmal was es jheißt: ein Herz haben und ihm wurde auf jeinmal klar, daß ein Mädchen diesen einzigen,eigenen Schatz nur freiwillig verschenken dürfe iund in der tiefsten Kammer dieses Herzenstauchte eine Gestalt auf, der sie einzig und !allein Blut und Leben dahin geben könne und iin fester stolzer Haltung schritt die Jungfraudahin; sie war einer Würde, einer Macht sich -bewußt geworden, welche die Hirtin adelt undder Königin Krone ist.

Da haben wir die Bescheerung! schrie dieWirthin der forteilenden Anna nach, nunwas stehst du da und schneidest Gesichter wieeine Katze Wenns wetterleuchtet?> geh ihrnach, du Tölpel! und komm mir nicht wiedervor die Augen, wenn du nicht ihr Jawortbringst und somit stieß sie den Michel hinausund der stolperte über die Schwelle und fiel hinwie ein nasser Sack und statt der Anna nach-zugehn, rannte er in den Tannenwald und stießdie Stirn an dem ersten besten Baum blutigund die dicken Thränen liefen ihm über dieBacken.

Doch Anna trieb ihre Kühe zur Weideund im stillen Morgenschein kniete das Mäd-chen hinter einem Dornbüsche und betete: !

hilf, heilige Mutter Gottes und schütze mich ^

vor dem Michel!> j

Ich will dir helfen, du gutes Kind! sprach ^eine tiefe freundliche Stimme zu dem betenden !Mädchen und als sie aufblickte stand derselbealte Jäger neben ihr, den sie gestern Abendvor dem blasenden Michel gesehn er nahmsie bei der Hand und fragte sanft: was bistdu so betrübt? erzähle mir was dich be-kümmert.

Ach, lieber Mann! klagte das Mädchen,

ich soll den Michel heirathen und ich habe-

Einen'Andern lieb? nicht wahr? ja,schäme dich nur, wir Jäger kennen der Liebegeheimste Fährte; warte nur, ich will den e