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anziehende Staffage der Abendlandschast vor-zustellen ; aber die Stallkhüre öffnet ein Mäd-chen, deren schneeweißer Arm so sanft und sogebietend zugleich sich entgegen streckt denbraunen vierfüßigen Hausgenossen und ihrrosiges Antlitz schaut so wonnelächelnd in denleuchtenden Abend, daß jedes Menschenkindsich geehrt und eingeladen fühlen würde, wennvon solcher Wirthin Einlaß zur Herberge !ihm gestattet wäre. Sogar der rothhaarigeGesell empfindet ihre Macht; mit lächerlicher ?Eile stolpert er den Ochsen nach und wer weiß >mit welchen Schmeichelworten er der schönen !Maid das Futter herbei tragen und bei dem !Melken zusehen wird! — Ueberlassen wir denTölpel seinen Bemühungen —
Der Abend ruht gar so lieblich auf diesenBergen und ein Rauschen majestätischer Ruheweht durch die Tannenwipfel über das Gebirge,hinter dessen malerischen Felszacken des Mon-des Silberglanz empor leuchtet und aus dentiefen Gründen ballt sich ein Nebclgebild, inwelchem wir Rübezahls Geistergestalt erkennen— die sinkende, steigende Nacht beherrscht seinemächtige Nähe.
Alles athmet nun Frieden und Stille,längst schon schlafen dichtgedrängt die pipendenHühner auf der gewohnten Latte, der wachjameHahn kräht zuweilen durch die Nacht und derHaushund rasselt hier und da an seiner Kette.Da klingen leichte Tritte durch die Bäumeund ein Bergmann tritt zu dem mondbeglänztenFensterlein der Baude und liebliche Zitterklängebeleben anmuthig die schlummernde Einsamkeit.Mit sanfter Stimme singt der Bergmann zuder Zitier:
Der dunklen Teufe GrubenlichtIst Liebchens Augenstern,
Drum furcht' ich böse Wetter nichtUnd traue Gott dein Herrn.
In seinem Schutz, in seiner HuthSteig ich hinab, hinauf —
Sie ist schön, so fromm und gut,
Ihr bring ich mein Glückauf! —
Gut Nacht! Du Herzgeliebte Du!
Sanft wiegt mein Lied Dich ein,
Und fallen Dir die Augen zuWird Gott Dein Wächter sein —
. Schlafe, süß Liebchen! — schlaf ein!
Nicht schwer zu erreichen ist es, wem dassanfte Bergmannslied gegolten; aber wir hoffenmit dem Sänger vergebens auf ein Zeichender Theilnahme. Das Fensterlein bleibt ver,schlossen und ein tiefer Seufzer entsteigt dem
jungen Herzen, das so zart und innig in Klän-gen und Worten fein Sehnen ausgeströmt. —Da wird eö lebendig rings umher, aus allenBüschen tönen volle Waldhornklänge und rufendie Stimme der Echo wach uich legen sichbittend und flehend an jedes horchende Ohr.
Der Sänger tritt in den Schatten zurückund an seiner Stelle erscheint ein kleinesJägerchor, die grünen Hüte mit Federn undBüschen geziert, als wären es sichere Sieges-zeichen und unter den muthigen Klängen derHörner und Klarinetten verschwindet wieein leiser Seufzer das stille sanfte Lied desBergmanns. Eine frische, kräftige Stimmeertönt alsbald und den Refrain seines Liedesbildetjedesmal das jubelnde Trarah! Trarah! —Der Jäger singt:
Es pirscht der Jäger durch den Wald,
Sein Horn ertönt Trarah!
Die Armbrust schwirrt, die Büchse knallt,
Die Stunden fliehn, der Nebel wallt —
Die stille Nacht ist da —
Sie grüß' ich mit Trarah!
Trarah — Trarah — Trarah!
Frischauf inein Lied! den grünen Straus
Bring' ich vor Liebchens Thür, ,
Sie bläs't ihr kleines Lämpchen aus —
Das Mondlicht spielet um ihr Haus.
Komm allerschönste Zier!
Mein Horn, es ruft nach Dir!
Trarah — Trarah — Trarah!
Dem Muthigen gehört die Welt undleicht erobert er ein Mädchenherz — auch jetzthob eine weiße Hand den Vorhang vom Fen-sterlein, ja es öffnete sich sogar und ein Ros-marinzweiglein fällt als Dankeszeichen zu desJägers Füßen. Der hebt beglückt den Liedes-lohn auf, während die Gefährten still vondannen schreiten und der arme Bergmannhastig vorstürzt, um dem Glücklichen den Zweigzu entreißen.
Der Vollmond beleuchtet hell die Sceneund kaum haben die beiden Jünglinge sichmit ernstlichem Zorn ins Gesicht gesehen, soschreit der Knappe: um Gott! Herr Otto —was führt euch hierher? — was wollt ihrmit eurem Liede?
Stille, still Du unnützer Frager, entgegneteder Jäger und führte mit starkem Arm denBergknappen wieder in den Schatten zurück —was mich hierher führt? — Die Liebe, undwas ich will mit meinem Liede? — Der Lieb-sten „gute Nacht!" sagen — aber wie kommstdu dazu, mein Junge, mir in den Weg zulaufen und was hast du für Recht an diesenZweig aus Anna's Hand! —