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Ihr seht, darauf der König spricht,
Ich warnte euch vergebens nicht,
Denn vorlaut habt ihr alle BeideGewünscht,« was euch gereicht zum Leide,So, daß von Angst und Reu' getrieben,Euch nur noch übrig ist gebliebenDer dritte Wunsch, um aufzuhebenDurch ihn, was Schlimmes sich begeben.Beherzigt darum, was geschah,
Nicht immer ist Schneekönig nah,
Doch daß sich eurer Harm mög lindernNehmt dieß Geschenk zum neuen Jahr,
Es wird ins künftige euch mindernDie Noth, die euer Quäler war.Hinwirft er d'rauf den beiden GattenNoch einen Säckel voll Dukaten,
Und war das Glück seit dieser Stund'Bei unserm Ehpaar eingekehrt.
Und was den Beiden ward bescheert,Ein Saame blicb's auf gutem Grund.D'rum hegten sie in ihrem SinnDen Wunsch allein nur fürderhin:
Es möchte stets des Herren WaltenIhr häuslich stilles Glück erhalten.
Sagen.
von vr. Mannhardt.
Der Schatzgräber,
In der Nähe von Conitz an der Straßenach Baldenberg liegt ein mächtiger Granit-block. Daß unter diesem Stein ein Schatz ver-borgen liege, hatte der Zimmermeister Maschneaus Conitz, der alle solche Stellen um die Stadtsehr wohl kannte, ansgemittclt. Schon oft hatteer versucht, den Schatz zu heben und war niehrals einmal dem Ziel seiner Wünsche nahe gewe-sen, aber immer hatte der Teufel ihm einenQuerstrich durch die Rechnung gemacht. EinesSonnabends zur Nachtzeit machte er sich wiederauf den Weg. Unter dein Mantel trug er dienöthigen Geräthschaften, mit denen es ihm inkurzer Weile gelang, einen Graben bis unter-halb des Steines zu ziehen und nach geraumerZeit schlug der Spaten ganz deutlich auf denkupfernen Kessel, der das Geld enthielt. Zuseinem großen Leidwesen mußte er sich jedoch
in der Zeit verrechnet haben, denn es warzusehends Heller geworden und auf der Straßezogen Wagen und Fußgänger zur Kirche. Zuerstachtete er nicht auf sie, da sie aber mit Fingernauf ihn wiesen, wandte er sein Angesicht vonihnen ab. Es wurde immer lichter und lichter,und immer mehr Leute zogen des Weges, jabekannte Stimmen riefen ihn beim Namen. Dahüllte er sich in seinen Mantel und rannte quer-feldein.
Nach langem Umwege fand er sich aufdem Lehmberge über der Stadt zurecht. In-zwischen hatte es wieder gedunkelt und schonumgab ihn stockfinstere Nacht. Er stand einenAugenblick still, darüber betroffen. Da schlugdie Thurmuhr vier Viertel und dann einenSchlag. Es war ein Uhr nach Mitternacht.Im tiefsten Dunkel tappte er zur L>tadt zurück.
Die Beschwörung.
In Danzig lebte ein reicher Rathsherr,dessen schöne und tugendreiche Gemahlin in !der Blüthe der Jahre von seiner Seite gerissenwurde. Der Witwer versank in Mißmuth undTrauer und zog sich von allen Staatsgeschäftenzurück und hatte nur den einen Wunsch,seine Gattin noch einmal im Leben zu sehen.Einst kam ein italienischer Schwarzkünstler
nach Preußen und dieser versprach ihm dieErfüllung seiner Wünsche möglich zu machen.Nachdem in einem Saale die nöthigen Anstal-ten getroffen waren, hieß er ihn das ganzeGesinde aus dem Hause entfernen. Die Die-nerschaft benutzte den bewilligten Urlaub sehrgern, mit Ausnahme eines alten Dieners, dervon dem Vorhaben seines Herrn einige