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[1] (1857)
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Ach, seufzte Hanne d'ranf, wer weiß,

Ob wir uns auch durch Schnee und EisZu seiner Felseuklause finden,

Die ganz versteckt in Berggewinden.

Doch Töffel: Daran zweifle nicht;

Ich kenn den Pfad, auch ist's »och licht,D'rnm frisch daran nur, ohne Zagen,Vielleicht, daß wir's zum Glücke wagen.

Und bald darauf sah man die ZweiHinan die Felsenzacken klimmen,

Doch gab es manch ein Ach dabei.

Und manch Erbangen und Ergrimmen.Denn bald glitt Hanne mit dem Schnee,Der kollernd in den Abgrund rollte,

Bald riß vom Boden los der Schlee,D'ran Töffel sich erhalten wollte,

Bald sanken bis an's Knie sie ein,

Und konnten nur mit Mühe weiter,

Bald ritzte blutig sie ein SteinAuf ihrer felsigen Jakobsleiter.

Schon wollte Hanne fast verzagen,

Als Toffel rief: Wir sind am Ort,Schon sehe ich die Klause dort,

Nun laß uns frisch das Letzte wagen!

Jetzt hatten sie die Kluft erreicht,

Die schrecklichste, wie Jedem deucht,

Denn dichtes Dunkel starrte d'rausGespenstisch auf das Paar heraus,

Aus deni zuweilen grausenvollEin seltsam wirres Tönen scholl,

Indes; von Ranken, wie von Schlangen,Der Rand der Höhle war umfangen,

So daß man zweifelhaft dabeiDas Welche es von Beiden sei.

Da sanken auf das Knie zugleichDie Beiden hin, von Schrecken bleich,Und starrten lange vom GesteinJn's schaurig finst're Grab hinein.

D'ranf aber raffte allen Muth,

Der je ihm noch bewegt das Blut,

Der Töffel allgemach zusammen,

Und dachte sich: Jn's Himmelsnamen,Und rief hinunter in den SchlundSo laut noch jemals rief sein Mund:Verzeihe uns, großmächt'ger König,

Daß wir dir nahen unterthänig,

Doch zog ein inn'rer Drang uns herUnd ging es auch mitunter schwer,

Ja selber jezuweil auf Vieren,

So ließen dennoch wir nicht abZu klettern wie im Berg der Knapp,

Um Dir allhier zu gratuliren,

Zu End' ist heut des Jahres Lauf,

D'rnm nimm die Wünsche gnädig auf,

Wir wünschen, daß von heute anDir Frau Fortuna unterthan,

Wir wünschen, daß zu jeder Stund'

Du wohlauf bleibest und gesund,

Wir wünschen, daß an keinem TagDas Geld im Säckel fehlen mag,

Wir wünschen, daß in jedem MondSo Zank als Zwietracht dich verschont,

Wir wünschen: Stets nur Sang und RebenWir wünschen: Frohsinn immerdar,

Und daß du mögst noch länger lebenIm neuen wie im alten Jahr.

Und kaum als dies der Töffel sprach,

So schmettert schon ein Donnerschall,

Der in den Felsen hundertfachNachdröhnt mit lautem Wiederhall,

Und vor den Beiden plötzlich stehtDie winterliche Majestät.

Um den gewalt'gen Körper fließtAus Schneegestock' ein Hermelin,

Und wie Smaragde und RubinDer Gürtel blitzt der ihn umschließt.Eiszapfen, die der Firn geraubt,

Als Krone ragen um sein Haupt,

Und von Kristall ein Zepter trägtDie Rechte, wie's ein König pflegt.

Doch sind noch hinter seinem RückenZwei plumpe Kegel zu erblicken,

In Helm und Harnisch eingezwängt,

Wie's scheint aus Eis und Schnee gemengt,Mit vorgestreckten Hellebarden,

Zwei Leibtrabanten von den Garden.

Schneekönig schaut die Knie'nden an,

Und spricht mit großer Huld sodann;

Zum Jahreswechsel habet ihrMir manch ein Dummes dargebracht,

Doch sag" ich meinen Dank dafür,

Und da es steht in meiner Macht,

Will ich drei Wünsche euch gewähren,

Doch mögt was Kluges ihr begehren,

Denn leider ist es meistens so,

Daß, wenn die Menschen das erlangen,

Was sie am Sehnlichsten verlangen,

Sie selten werden d'rüber froh.

D'rnm überlegt und prüft genau,

Was euch von Nutzen könne sein,

Erwägt das Wahre von dem Schein,

Denn der Versucher ist oft schlau.

Doch braucht ihr darum nicht zu eilen,

Ich gebe euch drei Stunden Zeit,

Doch seid nach dieser Frist bereit,

Mir eure Wünsche mitzutheilen.