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drückte einen Schrei und sank in die Arme desKönigs — die Mutter faßte die Hand. —Da durchdrang es den Lucas so weich, sowarm wie Himmelskuß und Kindeötraum; erdrückte die Hand, die die seine erfaßt, er bebteund rang und plötzlich sich hoch aufrichtendrief er laut: „sie ists!" und er öffnete dieAugen.
Und sie wars; die Mutter lag weinendund lachend zugleich an seinem Halse undbeider Arme umschlossen sich fest und innig.Die Musik verstummte, die schwarzen Frauenflohen in wilder Hast aus dem Saale, dieweißen aber bildeten einen Kreis um das Lagerund theilten die Wonne der glücklichen Mutter.
Die Zauberin war verschwunden; ihrRosenzweig aber lag auf dem Lager und alledie vorhin geschlossenen Knospen an demselbenwaren erblüht und entströmten süßen Duft.
Endlich erhob sich Lucas ganz vom Lager,aber noch immer hielt er die Mutter umfangen,und nur für sie hatte er Sinn und Gefühl.
Da führte auch der König die Prinzessinbei der Hand dem Geretteten entgegen; diese
hielt ihm lächelnd die Zauberblume hin, undnun erst erinnerte sich Lucas der Worte derZauberin. Entzückt sah er der Prinzessin inserröthende Antlitz und voll Ehrfurcht küßte erden Saum des Gewandes.
Der König stand überlegend da; als ihnaber der feuchte, flehende Blick der Prinzessintraf, da schloß er den Lucas in seine Arme undlegte seine Hand in die der Prinzessin. DieRührung und Freude erfaßte alle Anwesendeund diese jubelten laut: „es lebe der König!es lebe das glückliche Paar!" —
Nun wollte der König der Zauberin dievolle Freiheit wieder schenken, denn sie hatteAlles zum Besten geführt, doch sie war nirgendzu finden. Sie kam auch niemals wieder;ihre Sendung war vollbracht.
Nach kurzer Zeit wurde Lucas mit derschönen Prinzessin vermählt, und das glücklichePaar bezog das prächtige Schloß der Zauberin.Auch die Mutter des Lucas wohnte dort undalle drei lebten zufrieden und von dem Geisteder Zauberin beschützt bis an ihr Ende!
I
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Drei Wünsche.
Märchen von vr. Zoh. Nep. Vogl.
Ws war im Jahr der letzte Tag,
Der Schnee auf allen Giebeln lag,
Die Bäume hatten dichte Hauben,
Die Sträuche trugen weiße Trauben,Der frost'ge Nordwind fuhr daherUnd wüthete die Kreuz und Quer,
Als wollte Fenster er und ThürenMit sich durch alle Lüfte führen.
Und wer daheim in seinem Haus,
Der wagte nimmer sich hinaus,
Und dankte Gott, daß ihm bescheertEin schirmend Dach, ein warmer Herd.Und so auch saß die junge HanneDaheim mit Toffeln ihrem Manne,Doch fehlte es an Holz und Brot,Denn bei den Beiden saß die Noth,Die sich arglistig eingeschlichen,
Und nimmer wieder war entwichen,Nun grämten sich die Beiden sehr,
Es war ihr Loos auch allzuschwer.
Allein vergebens war ihr SinnenUm Brot und Feurung zu gewinnen;
Da fuhr mit Eins der Töffel aufUnd sprach zu seinem Weib darauf:
Es isi der letzte Tag im Jahr,
Und morgen erster Januar,
Wie wär's, wenn wir trotz Schneegewühl,Bestiegen dort den eisigen Bühl,
Auf dem zu jeder WinterszeitSchneekönig thront in Herrlichkeit,
Und ihm wie andern Venerirten,
Zum neuen Jahre gratulirten.
Roch weiß ich einen schönen Reim,
Wie Buttermilch und Honigseim,
Den unser Schulgehilf gedichtet,
Ob an den Gutsherrn gleich gerichtet,
So paßt er, ich versteh's zwar wenig,
Doch wie mich's dünkt, auch auf den König.