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[1] (1857)
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binden und tödten wollen, begannen ebenfallsmit den Zähnen zu schnattern und stießen mitden Füßen gegen den Boden, um sie zu erwärmen.Die Fenster bedeckten sich niit Eisblumen,welche jetzt noch die strahlende Sonne vergoldete,die indessen auch allgemach den Feuerblick verlorund sich in dichte Schleier einhüllte.

Die erstaunten Leute sehen sich verwirrtan und der eine fragt den andern: Welchesschreckliche Wunder begiebt sich?

Da sprach der Feuerbeschwörer: Habt ihr'sdoch gewollt, daß ich ihn unschädlich mache!Nun wohlan, sein Regiment ist zu Ende, dasmeinige beginnt. Er wird euch keine Häusermehr anzünden, weil ihm die Kraft gebricht;ich aber werde alles Feuer löschen und mitKälte die ganze Erde und ihre Bewohner schlagen!Die Männer wollten ihn greifen, aber seineGestalt verwandelte sich in eine Schneewolke,welche durch den Schornstein entschwebte undim Aufwärtssteigen Hagel und Eis auf dieUntenstehenden hinwarf.'

Welch ein Schrecken fuhr den Bauerndurch die Glieder, als sie alle ihre Felder undGärten im Schnee begraben fanden, mit EisWiesen und Felder überdeckt. Alle Scheunen,Kisten und Kasten waren bald leer und da FeldundGarten nichts boten als befrorenePflanzen,so wurde überall der Hunger und das Elendüber die Maaßen groß.

Als die Vorräthe ganz anfgezehrt waren,brach eine Hungerseuche unter den Menschenaus, welche sie zu Lausenden hinwegraffte. Undwie viele gab es unter den Ueberlebenden,welche ihre vorausgegangenen Brüder um dieStille des Todes und die Ruhe des Grabesbeneideten! Nur in Feuerbrands Hanse herrschtekein Mangel; zwar quälte ihn und seine Fanüliedie tödtliche Kälte, aber es fehlte ihnen nichtan Nahrungsmitteln- Vollauf versehen mitAllem,was zu des Lebens Nothdurft nöthig ist, fühltensie die grimmige Kälte weniger, als die ArmenLeute, welche in- und auswendig nichts haben,was die entfliehende Wärme zurückhält.Da die eigenen Hülfsmittel endlich zu Endegingen, fanden sie jeden Morgen Brodund Fleisch in hinreichender Menge auf dem- Tische. So weit waren sie allerdings vor demVerhungern gesichert, aber es kostete mit der! Zeit nicht wenig Mühe, die großmüthigen Spen-den zu zerkleinern; denn, da keine Knust aufErden im Stande war, Feuer anzuzünden, derFrost sich aber von Tag zu Tag verschlimmerte,so zog die Kälte die Speisen zu einem Steine^ zusammen, welche nur Axt und Beil zertrümmern^ konnten. Und wie lange dauerte es erst, bis

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sich dann das harte Eis un Munde erwärmte!Feuerbrand erinnerte sich in der höchsten Nothder Worte des Feuergeistes. Ein Tropfen desOels aus der ewigen Lampe wird hinreichen,mich aus den: Banne zu lösen! Täglich hattenihm die Nachbarn angelegen und gesprochen:Erwirke uns Verzeihung bei dem Manne, denwir dem Verderben übergaben! sonderbarerWeise erinnerte er sich aber erst heute derobigen Worte. Alsbald schritt er auf dieKirche zu. Vor den: Altäre brannte die ewigeLampe. Er hatte erwartet, sie erloschen unddas Oel in Eis erstarrt zu finden. Da erstatt dessen die Flamme und das gelbe Oel sah,durchfuhr ihn ein Schauer der Ehrfurcht, denndieses heilige Licht war die einzige Flammeim Dorfe, die nicht erloschen war. Und dieseeinzige Flamme mußte nur seinen Augensichtbar sein, denn als er die Nachbarn herbei-rief, um ihnen das Wunder zu zeigen, erklärtensie ihn für einen Narren. Sobald aberFeuerbrand mit der Hand aus der Lampegeschöpft hatte, leuchtete auch ihnen die Gottes-flamme, und Alle fielen auf ihre Angesichterund priesen den Allmächtigen. Feuerbrandschwankte hinaus, im Stillen überlegend, waser mit dem Oele beginnen solle, um denZauber zu lösen. Er legte seinen Nachbarnden Fall vor, Niemand wußte ihm zu rathen.Da kehrte er in die Kirche zurück und flehteum Erleuchtung. Als er sich erhob, strahltenseine Augen, er schritt geraden Weges auf seinHaus zu, hielt die Hand über den Feuerherdund tröpfelte das Oel hinab. Kaum batte dererste Tropfen den Aschkessel berührt, so loderteeine prasselnde Flamme empor und leckte gierigan der Brandmauer. Aus den Flammen aberstrahlte ein Angesicht und der Rothmantelschwebte lächelnd aus denselben hernieder undnahm seinen alten Platz im Sessel ein.

Kaum drang der Rauch durch FeuerbrandsSchornstein, so entzündeten sich alle Feuer imDorke, wie durch einen Zauberschlag und diebalbgaren Speisen, welche noch als unzertheil-bares Eis am Helhaken hingen, kochten weiter,als ob nichts vorgefallen sei.

Nicht weniger wunderbar war es, daßFelder, Wiesen und Wälder wieder in ihrerSommerpracht dastanden und von qualmenderHitze ordentlich schwebelten. Die Leute gingenwieder mit Spaten und Harke hinaus unddankten mit glühendem Herzen dem Feuergeiste,der sie errettet. Nur die vielen Tobten webteneinen tiefen Trauerton in die allgemeine Freude.Da sprach der Feuergeist: Sage den Leuten,daß sie alle ihre Tobten in einem Kranze um