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Elende die Schuld trägt, so werde ich ihnunschädlich machen und brauche nicht Tag umTag den Schmerz zu erleben, wie eure Häuserin den Flammen aufgehen. Fort war er!Aber die Worte, welche er gesprochen, ver-schwanden nicht mit ihm. Es war also einNichtswürdiger unter ihnen, ein Brandstifter,der mit kaltem Blute und boshafter FreudeTausende zu Bettlern machte. Die Wuthbemächtigte sich des erregten Haufens und sieschworen dem Brandstifter Tod und Verderben.
Folget mir unter die Linde! schrie eineStentorstimme. Alles Volk wälzte sich schreiendund heulend der mächtigen Linde zu, welche ihregewaltigen Aeste über den Hügel ausstreckte,den sie beschattete. Der Sprecher bestieg eineder aufgegipfelteu Wurzeln und machte einZeichen mit der Hand, seinen Worten Gehörzu schenken: Allmählig legte sich das dumpfeGebrause und der Sprecher hob an: Ihr seidmit Recht entrüstet über den schrecklichen Böse-wicht, der eure Häuser und Scheunen, eureKirchen und Schulhäuser in Brand steckt, dereure Wälder und eure Erndten dem Brandeübergiebt! Bei diesen Worten erhob sich derLärni von Neuem, wilde Flüche durchzittertendie Luft.
Ihr wollt ihn strafen, wollt nicht ruhen,bis sein verräterischer Kopf zu euren Füßenliegt.
Ja, ja! Das wollen wir!
Wer könnte euch darum tadeln! Eingerechtes Gefühl der Rache belebt euch und ichgebe euch von Herzen meine Zustimmung, abersaget mir, wer ist der Verwegene, der alsoeuren Zorn geweckt hat?
Die Versammelten sahen sich einanderfragend und verblüfft an, aber Niemand konnteAuskunft geben.
Ein boshaftes Lächeln flog über desMannes Züge, der auf den Liudeuwurzeln stand.Nachdem er eine Zeitlang im Kreise umherge-schaut hatte, fuhr er fort: Niemand kennt ihn,Niemand weiß seinen Schlupfwinkel! Wohlanich aber kenne ihn und ich weiß seinen Aufent-halt! Folget mir, daß wir ihn an Händen undFüßen gebunden, dem mächtigen Menschenfreundeüberantworten, der immer bereit ist, euch Hülfezu bringen!
Hinab stieg er von den Lindenwurzeln unddurchschritt die Menge, ein blankes Beil in derRechten schwingend. Der wüthende Haufe folgteihm schreiend und tobend nach. Der Menschen-strom wälzte sich durch die Feldfluren bis zuFeuerbrands Hause.
Hier haltet! sagte der Sprecher, denn in
Feuerbrands Hause ist das Ungeheuer verborgen,dem ihr den Tod geschworen! Zugleich schluger mit der Axt auf die Thüre, daß sie in zweiStücke sprang.
Feuerbrand erschien in der Oeffnuug undfragte nach der Bedeutung des massenhaftenBesuches.
Gieb den Brandstifter heraus! schrie dieMenge. Er muß sterben! Keine Gnade aufErden! Möge er sich in der Eile zum Todevorbereiten!
Ja, schrie der Anführer, gieb den Roth-mantel heraus! Oder willst du etwa gemein-same Sache mit ihm machen?
So gebt mir Frist, stotterte Feuerbraud,daß ich meinen Gast befrage, ob er des Ver-brechens schuldig ist, dessen ihr ihn anklazet!Und er ging in's Haus und sprach: Dein Lebenist bedroht! Man zeiht dich der Brandstiftung!
Dachte ich's doch, gab der Rothmantel zurAntwort, daß der alte Eiszapfen mich verfolgenwürde. Höre Feuerbrand, ich bin so wenigein Brandstifter als du. Freilich, wenn ich inder Nähe weile, so muß man Haus und Hofwohl in acht nehmen und nicht freventlich undleichtsinnig mit Stoffen umgehen, die leicht ihreUmgebung in Feuer verwandeln. Sie werdenmich greifen, und du wirst nicht im Stande sein,ihnen zu widerstehen, aber wenn der Eiszapfenseine Rache an mir gekühlt hat, bann werden sieihre That bereuen. In deiner Macht aber liegtes, mich zu befreien und der Menschheit einenDienst zu leisten, nachdem sie sich in Reue vomEiszapfen ab und mir zugekehrt haben. EinTropfen des Oeles aus der ewigen Lampe wirdhinreichen, mich aus dem Bann zu lösen.
Schon stürmten die Meuterer heran, schonstreckten sie die Hände nach seinem rothenMantel aus, da tauchte unter ihnen der Brand-beschwörer auf Thut ihm kein Leid, sprach er,aber wendet seinen Mantel um und hängt ihnverkehrt über seine Schultern.
Sie hätten lieber drein geschlagen, aberda der Feuerbeschwörer es so wollte, so fügtensic sich und hatten seinen Befehl bald ausgeführt.Da zog der Mann einen langen spitzigen Eis-zapfen aus seiner Tasche und berührte damitdes Feuergeistcs Stirne. Alsbald verlor sieihren Glanz und die Wangen ihre Röthe. Erbegann mit den Zähnen zu klappern und kauertesich zum Feuer, aber dieses hatte aufgehört zulodern, nur schwächlich und blau flackerte dasFlämmcheu und erlosch dann gänzlich. DieKohlen und ungebrannten Holzstücke erloschenauch allmählig, nur die graue Asche blieb übrig.Die Männer, welche den Feuergeist hatten