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[1] (1857)
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im reichen Erndtesegen feine Dankhymnen gegenHimmel erschallen läßt.

H.

Der rothe Feuergeist erhielt Herberge inFeuerbrands Hause. Sein Aufenthalt verbreiietereichen Legen über Gärten und Felder unddie Rebstöcke erboben stolz ihre Häupter, dennihr Gezweig strotzte von übergroßen Beerenund je mehr die Jahreszeit verrückte, destoüppiger schwollen sie an und kochten in denmmnier ruhenden Strahlen der brennendenSonne. Die Winzer erhoben dankbar ihreAugen gegen Himmel und jodelten in unge-trübter Freude durch die Weinberge. Es begabsich aber im Verlaufe des Sommers, Laß alleFlüsse austrocknelen und die Wälder vor derZeit ihre Blätter abschüttelten, weil die lechzendeErbe ihren Wurzeln keine Nahrung mehr bot.Die Dürre nahm so zu, daß Feuersbrünsteentstanden und ganze Städte und Dörfer inAsche gelegt wurden. Da war Jammer undElend nah und fern und die Unglücklichenirrten obdachlos in Wald und Feld umher.

Kaum war der eine Brand gelöscht, sowimmerte von Neuem die Brandglocke durch diestille Nacht und weckte die schlafenden Bürger,daß sie zu schneller Hülfe herbeieilen möchten.Da geschah es eines Tages, daß der Hof einesBauern Feuer fing und in Hellen Flammen zumHimmel anfloderte. Das Vieh in den brennendenStällen brüllte entsetzlich und rannte sich anden steinernen Krippen fast die Hörner ab,aber Niemand wagte sich in die mit Rauch-wolken untermengten Flammen. Das Brüllenwurde von Minute zu Minute fürchterlicherund brachte die Umstehenden fast zur Verzweif-lung. Die Flammen schlugen zu deni Ltrohdacheheraus und flackerten durch die zersprungenenFenster des oberen Stockwerkes, als plötzlichein herzzerreißendes Jammergeschrei ertönte unddie Kinder des Hofbanern an den Fenstern er-schienen , indem sie unter gräßlichem Geschreium Hülfe riefen.

Die augenscheinliche Todesgefahr der Kinderspornte die Umstehenden an, sich mit eigenerGefahr hinaufzuwagen. Bald brachte manLeitern und muthig stiegen mehrere handfesteMänner empor, den Kindern zurufend, nocheinige Augenblicke muthig zu verharren. Abersie kamen nicht weit, bald trieben sie die immerschneller aufeinanderfolgenden Feuerwellen zu-rück; schon hatten dieFlammen ihnen Bart und

Haupthaar versengt.

Jedermann konnte emsehen, daß der nächsteAugenblick Tod und Verderben bringen mußte

und daß keine irdische Macht im Stande sei,den Unglücklichen Hülfe zu bringen. Wie ansVerabredung kniete die Volksmasse um dasbrennende Gebäude nieder und erhob unterlautem Schluchzen und Gebet die Hände gegenHimmel. Es war ein erschreckliches und zugleicherhabenes Schauspiel, alle diese Menschen imdemüthigen Aufblick zu Gott, von den loderndenFlammen erleuchtet.

Aus der knieenden Masse hervor trat jetztein übergroßer Mann, der einzige, welcher nichtkniete. Leine düstre Gestalt war in einenschwarzen Mantel gehüllt, dessen spitzig zulau-sende Kaputze, über den Kops geschlagen, dasernste Gesicht einrahmte, in dem vor demstruppigen Bartwalde fast keine Züge zu sehenwaren. Er breitete beide Hände "gegen denBrand aus und begann die Flammen in einerunbekannten Sprache zu beschwören; dannnahm er aus einer silbernen Büchse, welche erunter deni Mantel am Gürtel trug, einenweißen Staub und streute denselben unterMurmeln und sonderbaren Geberden gegendas Gehöfte. Nach diesen Eercmonien neigteer sein Haupt bis auf die Erde, küßte dieselbeund schritt dann durch die knieende Menge undmachte mit dem ausgestreckten Finger einecabalistische Figur auf einen Fensterladen.

Alsbald erlosch die Flamme und diesesgeschah so urplötzlich, als wenn sie der MundGottes mit einem einzigen Athemzuge hinweg-geweht habe. Selbst der Rauch war ersticktund das zuvor noch so hellauf flammende Ge-bäude, zeigte keine andere Spuren des Brandes,als die geschwärzten Stellen. Die Kinder unddas Vieh waren gerettet, das Haus vor demgänzlichen Ruin bewahrt.

Aller Augen wandten sich dem Feuerbe-schwörer zu, und Bauer und Bäuerin stürztenherbei, um ihm zu danken, aber wie von derErde hinweggeblasen oder in dieselbe hinein-gesunken, war er nirgend mit einem Auge zusehen.

Dieses sonderbare Erscheinen, Verschwindenund Fenerbeschworen ereignete sich zu verschie-denen Malen, so daß die dankbaren Gerettetenden geheimmßvollen Helfer überall laut priesenund lobten und sein Andenken hoch hielten.Das Geheimniß, welches mit seinen Schrittenging, machte ihn nur um so interessanter.

Einmal, da er eine Kirche vor dem Ein-sturze bewahrt hatte und das Volk sich ihmnäherte, um ihm die Hände zu küssen, rief erden Nahenden zu, indem er allgemach unsicht-bar wurde: Thörichte und Verblendete! über-liefert mir denjenigen, welcher an all diesem

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