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tungen die Erde Hinansteigen, bis sie aus irgendeinem Gebirge an's Tageslicht treten Wirddie Glutb nun allzuheftig und dehnt sick daskochende Element so aus, daß es keinen Platzmehr in dem Kessel findet, so steigen die wir-belnden Massen nnt fürchterlichem Donnernund Brausen durch diese Rauchfänge empor biszurOberfläche der Erde, wo sie den stammendenStrom in hohen Feuergarben in die Lüftesprühen, Steine und Asche mit sich führend,Städte und Dörfer überfluthend und verheerend.
Aber, warf Feuerbrand bescheiden ein, wobleibt da aber der Nutzen für die Menschen,dessen du dich doch rühmst?
Dieser Nutzen, fuhr Feuerbrand fort, istgrößer, als du glaubest, und um dir diesesdeutlich zu machen, will ich nur einiges anführen:Wenn der Kessel wallet nnd brauset und über-strömt, dann wirft er oft einen Tbeil seinesInhaltes an irgend einer Stelle der Erde abund läßt ihn da erkalten; nach vielen Jahr-hunderten entdecken die Menschen unter hoch-stämmigen Eichen und Buchen einen festenBasalt-Berg oder ein anderes Gestein, woransie sich mit Hammer und Brecheisen machen,uni es abzusprengen, ihre Hänser, Kirchen undPalläste zu erbauen. Manchmal hat diesesGestein regelmäßige Formen mit scharfen Flächenund Kanten, manchmal auch ist es ein einziger,gewaltiger Klumpen, nur hie und da von Aderndurchzogen. Die Menschen, wenn sie dieseFelsen mit Pulver sprengen und die abgeschos-senen Stücke zu ihrem Vortheile verwenden,gedenken nicht des wohlthätigen Feuergeistes,der ihnen diese Wohlthat bescheert. Wenn sienur wüßten, wie bald cs mit ihnen zu Endewäre, wenn dieser Geist seine Thätigkeit ein-stellte I Sieh, Feuerbrand, wenn die Gluth imInnern der Erde nachließ, und keine Wärmemehr nach oben ausströmte, dann würde dieErdrinde in kurzer Zeit erkalten und sich nachund nach mit einer Eiskruste überziehen; eswürde kein grüner Halm mehr wachsen, inewiger Oede, ohne Nahrung und Wärme,müßte das Menschengeschlecht bald erstarrenund in Jammer und Noth umkommen, daß auchnicht eine lebende Seele unter den Sternenzurückbliebe. Aber die Wirksamkeit des Feuer-gcistes beschränkt sich nicht auf das Riesenfeuerim Lchooßc der Erde, sondern sein Hauch hatsich allen Dingen mitgetheilt; ein lebendigerFunke schläft in Holz und Stein, sogar üneigenen Körper des Menschen. Reibe deineHand, sie wird sich erwärmen, schlage den Stein,der Funke wird daraus hervorsprühen, reibe dasHolz, die eingeschlossene Flamme wird entfesselt
werden. Und so, guter Feuerbrand, habe ichmeine Hand überall im Spiele; tausende meinerKinder sende ich alljährlich in die Welt hinaufund befehle ihnen, im raschen Schwünge dieNäder der Maschicnen zu drehen, die Schiffeund Dampfwagen zu treiben, das Brod zubacken, die Speise zu kochen nnd in millionen-facher Form das Leben der Menschen angenehmund freudenvoll zu machen.
Freilich, fuhr er fort, werde ich auchmanchmal gefährlich: Wenn die Menschen insorgenloser Unachtsamkeit meine Kinder umher-spielen lassen in Wald und Haide, in Scheuneund Haus, dann verzehrt sich nicht selten derWald mit seinen herrlichen Stämmen, Hausund Hof flammen wie ein feuriger Fingerzeiggegen Himmel. Aber, wie man die kleinenMenschenkinder hütet, daß sie kein Unheil an-stiften, so soll man auch den Feueikindern einenDamm ziehen und sie sorgfältig bewahren, denntoben sie einmal in wilder Lust umher, so sindsie schwer zu bändigen.
Offenen Mundes hatte Feuerbrand, nebstFrau und Kindern der nur halb verstandenenSchilderung gelauscht. Lange schwiegen sie,dann brach Frau Margaretha das Schweigenund fragte: Was hat dich denn jetzt aus deinemKessel an die Oberfläche der Erde Hinauf-getrieben ?
Der Feuergeist lächelte und sprach : Müßtihr Menschen denn immer Grund und Ursachewissen? Könnt ihr die Dinge nicht nehmen,wie sie sind und Gott danken, wenn Alles zueurem Heile ausschlägt? Doch ich habe meinesThun's kein Hehl und du magst es wissen:Jahr um Jahr gebiete ich der Sonne, eureKörner zu reifen, eure Baumfrüchte schmackhaftzu machen, enreSpeicher und Vorrathskammernzu füllen, und sie erfüllt den Auftrag leidlich,aber nicht immer im vollsten Maaße. Nunweiß Jeder, daß der Wein eine Wohlthat fürdes Menschen Herz ist und es fröhlich macht.Viele Jahre aber mußtet ihr mit dem saurenSafte vorlieb nehmen, der die Fröhlichkeit nichtaufkommen läßt, der das Herz zusamweuztehtund das Haupt schwer macht, ohne den Gaumenzu erfrischen. Darum bin ich selbst gekommen,habe in meinem Mantel das unverfälschte Feuerzu der Sonne hinaufgetragen und ihr anbefohlen,es in heißen Strahlen binabzusprüben auf dieWeinstöcke, die in den Berggeländen der Flnß-thäler wachsen. Meine Söldner, die irrendenKometen haben Auftrag, ihre Flammenschwänzeauszustrecken über die Erde und nicht zu weichenaus den krnmmlienigten Bahnen, bis der Winzer