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auferlegt hatte, wurde allgemein für tiefeZerknirschung und willige Schicksals-Ergebunghingcnommen, die Mitleid und Rührung beider Menge hervorrief, welche den Zug zurRichtstätte umwogte und den hölzernen Drei-fuß umstand.
Das Verfahren beim Aufhängen war vonjeher kurz. Kaum hat der Todcs-Gcweihtedie Sprossen der Leiter erstiegen, so schlingtder behende Henker auch schon den Strick umseinen Nacken, und mit einem Fußstoß ist derMensch vom Leben ausgewiesen, das er freilicheinmal immer verlieren muß, aber auch nurein einziges Mal entbehren kann. Baumeltdann der erwürgte Körper zwischen Himmelund Erde, so ist das Volk in seiner Schaulust,so kurz sie auch immer ist, dennoch vollständigbefriedigt, trotz allen Mitleids und der Rührung,die ihm das Wasser aus den Augen erpreßte.Und gerade so war es auch hier der Fall.
Nach Sonnen-Untergang schnitten desScharfrichters Gesellen den Entseelten vomGalgen wieder ab, gruben ein Loch am Fußedes RabensteinS und verscharrten darin dasOpfer des Gesetzes. Ueber dem niedern Auf-wurf wuchs alsbald das Gras und als diegrünende Kruste über der Grube die Blößeder Erde bedeckte, war das Ereigniß auch bei-nahe schon wieder vergessen und des armenChristophs trübseliges Andenken nur noch imKreise seiner Hinterbliebenen wach.
Wer die vielen seltsamen Handlungenund Thaten des Berggeistes im Harze, ge-nannt „Rübezahl," kennt, jenes Riesen vollHumor und Ernst, wird sogleich errathen, daßer bei dem Vorgänge mit dem armen Christophauch wieder seine Hand im Spiele hatte.
Rübezahl, dem nichts unbekannt blieb,was sich in den Wäldern und Bergen seinesHerrscherreichs zutrug, wußte natürlich auchum den Sachverhalt mit des Försters Mord;das unverschuldete und unverdiente Schicksaldes armen Christoph rührte aber sein Riesen-hcrz und daher beschloß er, den Unglücklichenzu retten. Vermöge seiner geheimen Macht,zu allen Zeiten fremde Gestalten anzunehmen,war es ihm ganz leicht, die Rolle des Galgen-opscrs bis an das Ende zu spielen und dieWelt zu foppen, wie es geschah. Wenn eres auch selbst gewesen, der sich zur Richtstätteschleppen ließ, so benutzte er doch den Augen-blick, wo der Henker die Halsschlinge zuzog,seinen Körper dem Inhalt nach in eine Rübezu verwandeln und entwich aus unsichtbaremWege, gleichzeitig, als die Last von der Leiterglitt. Es dauerte auch nicht lange, da schlug
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über der Stelle, wo man den vermeintlichenCadaver verscharrt hatte, eine mächtige Rübeaus, welche die scheu Vorübergehenden furcht-sam und staunend besahen, und nicht begreifenkonnten, wie sie hier entstanden sei.
Als Rübezahl vom Galgen verschwand,versetzte er sich schnell an den Ort, wo derarme Christoph der Weisung gemäß seinerharrte, indem er vor demselben in der näm-lichen Gestalt und Kleidung erschien, wie ersich bei seinen Besuchen im Kerker gezeigthatte. Christoph stürzte sich jetzt seinem unbe-kannten Retter vor die Füße, umklammerteseine Beine und benetzte seine Hände mitFreudcnthränen, die ihm die Stimme erstickten,daß er die Dankesworte nicht einmal hervor-stammeln konnte, aus die er sich während desWartens sogar mühsam vorbereitet hatte. Dergroßmüthige Riese kam ihm aber zuvor, indemer alle Herzensergießungen ablehnte, und zudem Geretteten sprach, daß es jetzt nicht langeZeit dazu sei, sondern daß er vielmehr aufsein weiteres Fortkommen bedacht sein müsse.
„Begieb dich noch drei Meilen tiefer indas Gebirge," hob er weiter an, „dann hastdu die Bannmeile überschritten und du stehstsicher vor Nachstellung und Entdeckung. Kommstdu in den großen Bergkessel, dessen Wändemit Tannen dicht bewachsen sind, so findest dudas harmlose Köhlervolk, das abgeschlossen vomgroßen Getriebe der Menschen friedlich indiesem Raume hauset. Deine jetzige Kleidungund dein Aussehen kennzeichnet dich als einenGenossen und es wird dir leicht werden, unterihnen dein Leben zu fristen, wenn du denMeiler bauen und die Gluth fleißig schürenhilfst. Deiner Hinterlassenen wegen magst dudich des Kummers entschlagen, denn ich werdefür sie sorgen, bis deine Unschuld einmal andas Licht kommt und du frei zurückkehrenkannst zu deiner Hütte."
Als der Berggeist geendet, verschwand erspurlos vor Christophs Äugen, der darob vorAngst und Schrecken ein Schnippchen schlugund sich bekreuzigte. Doch überlegte er nichtlange, wer der Räthselhafte überhaupt jeinmöge, sondern befolgte stracks dessen Rath undlenkte dem Köhlergrunde zu, um dort aus gutGlück seine Dienste anzubietcn, denn es schienihm immer noch nicht geheuer, so lang er sichmit Leib und Seele in der Bannmeile befand.
Der Wildschütze, der zur Zeit den Jägererschlagen, und für welchen der arme Christophmit dem Leben einstehen mußte, lebte von derStunde seiner schrecklichen Thal an in fürch-terlicher Angst und innerer Qual. Er folgte