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Auf dem Felsen der Geheimnisse glicheine Nacht der andern, nur thaten sich immermehr der Wunder auf. Bertram war glück-lich, nur die häßlichen Träume quälten ihn.
Eines Abends, da die Gesellschaft außer-ordentlich guten Humors war, schlug die Feedes Paradieses vor, ein Kartenspiel zu machen,was von Allen mit sichtbarer Freude, nur vonBertram mit Widerwillen ausgenommen wurde,denn wenn er auch Vergessenheit kür seine Lei-den getrunken hatte, so war ihm doch die Er- !innerung an den Schwur geblieben, den ereinst Suschen geleistet. Doch die Fee hatteso süße Worte, daß er nicht zu widerstehenvermochte und sich mit an den Spieltisch setzte.Mit dir werde ich spielen, mein Kind, spracher. Nein, gab die Fee zur Antwort, der daist dein Mann, indem sie auf eine wilde zer-zauste, ritterartig gekleidete Gestalt zeigte, welchevon der Gesellschaft der Klostervoigt genanntwurde.
Dieser Klostervoigt war nun gerade nichtgeeignet, Zutrauen zu erwecken, aber die Feedes Paradieses winkte ihm so freundlich zn,daß er eS für unartig hielt, ihr, der er seineEinführung in die Hallen der Freude ver-dankte, diese Kleinigkeit abzuschlagen. Sosetzte er sich hin und suchte nach Geld in den >Taschen.
Hier spielt man nicht um Geld, sagte derKlostervoigt kopfschüttelnd, überhaupt hast dunur einen einzigen Gegenstand, den ich desEinsatzes würdig halte, deine Schärpe, wo-gegen ich meine Halskrause setze.
Bertram warf unwillkührlich einen Blickauf die Schärpe, denn schon bei ihrer Erwäh-nung durchzuckte es sein Gemüth und es kamihm, als flüsterte eine Geisterstimme: Bertram,thue es nicht! Doch die Fee schlang denweichen Arm um seinen Hals und lispelte:«piele, du wirst dadurch den Becher derFreuden erschöpfen.
Da konnte Bertram nicht widerstehen;er mengte die Karten und theilte sie aus, nichtbemerkend, daß von der Gesellschaft einer nachdem andern hinter seinen Stuhl schlich undmit schadenfrohem, vorgebeugtem Gesicht inseine Karten schaute; auch bemerkte er nicht,daß die Blätter funkelten und sich wie vonGeisterhänden gewendet, auf dem Tische um-legten und allerlei kabalistische Figuren zeigten.Wenige Minuten, da schlug der Klostervoigt,indem er ein höllisches Gelächter ausstieß, mitder geballten Faust auf den Tisch und schrie:her mit der Schärpe, ich habe sie gewonnen!Aber wisse, Unglückseliger, in die Schärpe ist
deine Seele eingewickelt und der sie gewonnen,das ist der Teufel. Die Fee trat zu demzitternden Bertram, wand die Schärpe vonseinen Hüften und überreichte sie dem Kloster-voigte.
Alsbald dröhnte ein Donnerschlag durchden Saal, und wie Bertram es im Traumegesehen, so geschah es jetzt in Wirklichkeit:der Saal wurde zu einer stinkenden Höhle,die Herren und Damen zu häßlichen Kröten,welche mit ihren Patten seine Glieder berühr-ten. Die Jungfrau verwandelte sich in diealte Marla, welche ihm hohnlachend die gelbeHand entgegenstreckte und sprach: Hi, Bertram,Wie gefällt dir jetzt meine Gestalt? Ei, frei-lich, zwischen der Fee des Paradieses und deralten Marla ist ein gewaltiger Unterschied!Fahre nun hin aus meinem Reiche und über-laß dich der Verzweiflung, denn wisse, dieBilder, welche ich dir zeigte, waren Trug undHöllenwerk; Suschen ist rein und fleckenlos, duaber hast an ihr gefrevelt und den schrecklichenSchwur gebrochen, den du ihr in einer glück-lichen Stunde gethan. Die Schärpe aber, diedu an den Teufel verloren, hatte sie heimlichfür dich gestickt.
Bertram zitterte und stand bleich, wiel eine Wand. Erbarmen! stöhnten seine Lippen.Die Hölle kennt kein Erbarmen! schrie derKlostcrvoigt, welcher mit der Schärpe um dieHüften ihm gegenüberstand, und aus dessenFußstapfen, als er sich fluchend entfernte,Flammen aufsprühten.
Eine Ohnmacht überkam Bertram, ausder er vor einer Schenke wieder erwachte,worin er einst ganze Nächte verschweigt undverspielt hatte. Nachdem er seine Erinnerunggesammelt, wurde sein Herz mit unsäglichemSchmerz erfüllt. Suschen war rein undschuldlos, aber er bedeckt mit Untreue undSünde, heimgefallen dem Teufel durch dengebrochenen Schwur. Er dachte an Umkehr,wollte Suschen alles sagen und dann inGottes Namen des Ausganges warten, aberwie war es möglich, so vor ihr reines Antlitzzu treten, und zudem war ja auf Erden keineHülfe mehr für ihn. Er fluchte sich selbst undschlug mit geballter Faust gegen seine Stirn.Soll ich denn ewig verloren sein, spracv ervor sich hin, so will ich meinen Lüsten sröh-nen, bis der Satan kommt, sein Erbe zu holen.Und hinein trat er in die Schenke, wo inwüstem Lärm seine einstigen Zechgenoffen umden Tisch saßen, tranken und spielten.
Als sie Bertrams ansichtig wurden, um-ringten sie ihn mit Freudengeschrei und hießen
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