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und kindlichen Herzens ist, in diesem Wassersich badet, so ist er des Todes. Er wurdevon den Wächtern des Bades auf viele Pro-ben gestellt, die er aber sämmtlich bestand, daer so fromm und gut geblieben war, wie einkleines Kind es ist.
Da wurde er nur in Sinn und Sittealso verändert, daß er gebildeter war, als alle !Jünglinge jener Zeit, und die Weisheit, deren !er theilhaftig geworden, lag wie ein Weihe-stempel auf seiner Stirn und leuchtete ausseinen Augen. Auch war seine Liebe zu derschönen Ballastra nunmehr reiner und erhabenergeworden und er fühlte, wie ein Königssohnfühlen soll.
Achim war sehr erstaunt über Lameth,doch sah cr, daß er allewege sein ergebenerund treuer Sohn geblieben.
Bon den Früchten, die er noch hatte,nahm Lameth nunmehr die schönsten und trugsie selbst in den Pallast. Scheu traten derGroßvezier und Großadmiral bei Seite, alsLameth sich näherte.
„Ihr Herren," sprach Lameth, „so Ihrmir günstig sein wollt, mag ich Euch wohlHelsen, Eure Söhne wiederzufinden, die mitmir nach dem Besitze der schönen und unver-gleichlichen Ballastra gestrebt haben. Aber- !versprecht mir, daß sie ihren Ansprüchen ent-sagen, so werde ich sie am Tage meiner Ver-mählung zur Tafel bescheiden."
Beide versprachen, was Lameth verlangteund führten ihn sofort vor den Sultan.
Der war sehr über die herrlichen Gabenerfreut, die Lameth brachte, mehr aber nochüber den Jüngling selbst, den er in seineArme schloß, als wäre er schon sein Sohn,indem er rief:
„Du bist Lameth, Achim's Sohn, und anden kostbaren Geschenken, die Du mir bringst,sehe ich, daß Du der Erste wärest, der ummeine Tochter geworben hat."
„So ist es, großmächtigster Sultan,"versetzte Lameth, „einmal habe ich sie gesehen,aber es hat hingereicht, mich in ewiger Liebezu ihr zu entzünden. Jetzt bitte und werbeich selbst bei Dir um die Hand Deiner Toch-ter. Willst Du mir eine Probe auferlegen,welche es sei, so will ich mich ihr gern unterziehen."
„Lameth, lieber Sohn, ich will Dir keineProbe auserlegen, aber komm morgen mitDeinem Brautschatze in's Schloß, so will ichDir selbst die Thüren öffnen und Ballastrasoll Dich begrüßen. Liebt sie Dich, so willich Dir meine Liebe als Vater und meineHuld als Sultan nicht verweigern."
Wer war froher als Lameth? Er ver-abschiedete sich, wie cs schicklich war, und be-rief, als er heimgekehrt war, sofort die Geisterder Erde und der Luft und hieß ihnen denprächtigsten Brautschmuck rüsten, wie nie zu-vor ein schönerer gesehen worden sei.
„Bringet mir," sagte er, „sechs Kameelemit Edelsteinen und Perlen, sechs mit Goldund Goldgewand, sechs mit Silber und köst-lichem Geräthe. Bringet mir zwölf arabischeRosse, reich ausgezäumt und von bester Zucht,dazu zwölf weiße Sclaven und zwölf schwarzeSclaven, welche die Rosse führen. Auch bauetmir an der schönsten Uferstelle einen Marmor-pallast, wohlversehen mit den köstlichsten Herr-lichkeiten der afrtcanischcn Wunderhöhle, aucheingerichtet und angefüllt in Küche und Kel-ler, umgeben mit Gärten und springendemGewässer, Pferde und Maulthicre in den Stäl-len, Gondeln und Schiffe auf dem Wasser,dazu alle Dienerschaft, wie sie einem solchenPallaste nöthig ist. Wollt Ihr, meine getreuenDiener?
„Herr, wir wollen es gern und Dein Ge-bot soll vollführt werden, wie Du cs wünschest."
Und Alles war bereit, wie Lameth ge-sagt, so vollkommen, daß er selbst staunte undsein Vater Achim weit die Augen aufriß.
In der Stadt Konstantinopel herrschteder größte Jubel, als der Zug sich durch dieStraßen bewegte und vor dem Schlosse hielt.
Der Sultan erschien, wie er versprochenhatte, am Portale und empfing Lameth, umihn selbst zu Ballastra zu führen. Sie standoben hinter den Vorhängen der Fenster, umschnell ihren Liebling zu sehen und sich zuüberzeugen, daß Lameth derselbe wäre, den sieim Myrthengebüsch des Schloßgartenö gesehenhatte Er war es und war schöner als jezuvor.
Wie ritterlich schwang er sich von dembäumenden Schimmel, als der Zug anhielt,wie fein und ergeben kniete cr vor ihrem Va-ter nieder, mit welchem adligen Anstand erhober sich dann und — ach, als ob eine Ahnungsein Auge geführt hätte! mit welcher Zärtlich-keit blickte er dann zu Bellastra empor, siedurch einen Blick heimlich zu grüßen.
Ballastra zitterte, wie eine Lilie, welcheder Abendwind bewegt, als der Sultan mitLameth eintrat. Bescheiden hinter ihnen folgteder alte Achim, denn Lameth mochte seinemVater die Freude nicht rauben, bei seiner Wer-bung zugegen zu sein.
Aber es war nicht viel zu werben. Kaumwar Lameth vor Ballastra hingetreten, als sic
Märchen uni Sagenix.
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