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[1] (1857)
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ihm mit Hellen Thränen und lautem Jubel-schrei an die Brust stürzte, und nur die Worteausrief:

O Du mein Heißgeliebter!"

Da knieten Beide vor dem Sultan nie-der, der ihnen gern seinen elterlichen Segengab und dann Achim winkte und sagte:

Guter Achim! Dein wackerer Sohn haterreicht, um was er schon früher durch Dichwerben ließ. Komm, gieb mir Deine Hand,als zweiter Vater meiner Tochter Ballastra! und segne auch gern dies glückliche Paar."

! Das rhat r>enn der alte Achim und wußte

! kaum, wie ihm selbst dabei geschah.

^ Dann wurde der Brautschatz gemustert

I und fesselte Aller Blicke und Aufmerksamkeit

! so sehr, daß Lameth und Ballastra Zeit genug

j behielten, 'sich ihr Glück zu gestehen und sichinnig die Hände zu drücken.

Ach, lieber Vater," sagte dann Ballastra,muß ich nicht fürchten, daß mir auch dieserdritte Verlobte wieder davon geführt werde?Ich lasse ihn nicht wieder los und halte ihnfest mit meinen eigenen beiden Händen."

Du hast Recht, liebe Ballastra," ver-setzte der Sultan,auch ich bin in Sorge undwill, daß sogleich das Hochzeitsfest beginne."

Da wurde die Trauung auf türkischeWeise vollzogen und es war eine Festlichkeit,als wäre Lameth ein geborenes Fürstenkind.

Seine Geister bedienten ihn unaufgefordertmit allem verborgenen Reichthume der Erde,so daß der Sultan und sein ganzer Hofstaatstaunte und gestand, Schöneres nie gesehen zuhaben.

Und doch sollten sie noch Erstaunlicheressehen, als Lameth nach der Hochzeit alle Gästein den Marmorpalast am Meeresufcr führte.Aber davon will ich schweigen.

Ich will nur noch erzählen, daß Lamethmit seiner schönen Ballastra das glücklichste,von keinem Leid getrübte Leben führte. Sieliebten sich mit der treuesten Hingebung, unddurch die schönen Kinder, welche Ballastraihrem Gemahl schenkte, wurden ihr Glück unvihre Liebe immer größer.

Dabei wußte sich Lameth nicht bloß dieGunst des Sultans zu erhalten, er gewannauch die größte Verehrung von Hoch undGering im ganzen Lande durch seine Weisheitund sein gütig freundliches Benehmen. Nie-mand that an ihm eine Fehlbitte, Bedrängtenhalf er, ohne daß sie ihn um Hülfe ansprachen,und der Sultan, der keine Söhne besaß, ver-ordnte, daß Lameth nach seinem Tode seinNachfolger auf dem Throne werden solle.

Darüber war das ganze Land froh undso endet die schöne Geschichte von Lameth undBallastra.

Der Felsen der Geheimnisse.

Märchen von W.

I.

Ver Mai schüttelte seine Blüthen von denjungen Kirschbäumcn, die rings um ein hübschesLandhäuSchen standen und dasselbe wie in einenduftigen Strauß einschlossen. Das Häuschenmit dem Garten und dem grünenden Busch-werk war ein gar lieblicher Aufenthalt, dennAlles strahlte von Nettigkeit und Anmuth.Auf den ersten Blick erkannte man, daß einesorgende Frauenhand hier waltete, die nirgendsUnsaubcrkeit und Unordnung aufkommen ließ.Durch die offenstehende Hausthür schimmerteder mit weißem L>ande bestreute blaue Stein-stur, Thüren und Fenster glänzten in sauberemgrünen Anstriche, umrankt von den jungenWeinstöcken, welche die Sonnenseite des Hauseseinfaßten. Draußen im Garten waren, mitHülfe von Schnur und Spaten die Wege

Herchenbach.

regelmäßig abgesteckt und mit allerlei lieblichenZierpflanzen besetzt, dort, wo sie sich kreuzten,mit hohen Pyramiden-Rosen bepflanzt, die sichin der Höhe zu einem Blumenthore wölbten.Am äußersten Ende stand eine Jaöminlaubc,die über und über so dicht mit saftigen Blätternbedeckt war, daß das freundliche Sonnenlichtnur durch die Eingangsöffnung seinen Eintritt

Drinnen im traulichen Halbdunkel abersaß Tuschen, die junge Frau, das freudiggcröthete Antlitz an die Schulter Bertram's,ihres Gatten gelehnt. In stilles Glück ver-sunken, saßen sie lange schweigend nebenein-ander, ein Jedes in Gedanken sich die Freudender Zukunft ausmalend, denn erst seit wenigenMonaten waren sie ein Paar. Tuschen wararmer Leute Kind und hatte da unten im