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stehn und sah auf den Blumenweg hin, woBallastra's Sänfte verschwunden war. Dannschlich er kummervoll und doch auch seligenHerzens durch die Schönheit Ballastra's undseine Liebe zu ihr nach Hause.

Achim erkannte gleich, daß seinem Sohne! etwas Ungewöhnliches begegnet war, denn! Lameth war bleich und still und in seinenAugen sah man wohl, daß geheime Sehnsuchtan ihm Hehre.

! Lange wollte Lameth nicht sprechen. End-

! lich gestand er seinem Vater Alles und klagte

dabei sehr, daß er nun doch unglücklich zuj werden verdammt sei, denn Ballastra zu ge-

! Winnen, hielt er für ein Ding der Unmög-

! lichkeit.

Das ist auch unmöglich," sagte Achim,

schlag Dir darum das Mädchen aus dem^ Sinne. Denke an andere Dinge, komm laß

! uns auf Reisen gehn, da findest Du vielleicht

I ein Mädchen, das Dir noch mehr gefällt als

! Ballastra und die man Dir gern zur Frau

j geben wird."

Mein Vater, ich gehe nicht fort. Ichkann nicht. Wird Ballastra nicht mein, sobleibe ich unbeweibt mein Lebelang und sterbebald eines traurigen Todes. Denn die Liebeist jetzt meiner mächtig, also daß ich mich ihrernicht entschlagen kann."

Aber wie ist Dir zu helfen, lieber Sohn?Wir sind von den geringsten Türken im Landeund Du willst Deine Augen zu des mächtigenSultans Tochter erheben?"

Ach, Vater, mir muß geholfen werdenund in der Türkei kann es auch der Geringste,wenn er's nur recht anfängt, zu was Großenbringen."

Das ist wohl wahr," seufzte Achim,aber wie sangen wir's recht an? Wer wirduns berathen?"

Höre," sagte Lameth,ich habe einenEinfall: die schönen Glasfrüchte, die ich ausder Wunderhöhle mitgebracht habe, sind sicher-lich auch von hohem Werthe, wie das Geschirr,denn sie sind wunderherrlich und leuchten beiNacht. Nimm davon einige Drücke in frischen^ Weinranken und trage sie zum Sultan und! sage ihm, Du habest einen Sohn, der Balla-stra brünstig liebe und höre, welchen Bescheid> er Dir giebt. Nimm auch eine kleine von den

! Beeren mit, so eine rothe und gieb sie dem

Kämmerling, denn in aller Welt ist's so, werzu den Großen hin will, muß die Kleinenunter ihnen bestechen."

Damit behändigte er Achim die Früchteund bat ihn zu gehen.

Lange wollte sein Vater nicht, bis er zu-letzt durch die flehentlichen Bitten Lameth'sbestimmt wurde. Das Herz zitterte ihm, alser dem Kämmerling, der voll Hohn auf ihnhinblickte, sein Anliegen vortrug. Sobald erihm aber die rothe Beere in die Hand drückte,die dieser sofort für einen Rubin erkannte,öffnete er die Thüre und führte Achim vorden Sultan.

Er warf sich zu Boden, wie es im Morgen-lande Brauch ist. Der Sultan hieß ihnsich erheben und fragte, was er bringe.HoherHerr," sprach nun Achim,ich bringe Euchdiese edlen Früchte, die mein lieber Sohn La-meth aus Äfrua mitgebracht hat. Wollt siegnädig als Geschenk Eures treuesten Unter-thanen annehmen."

Lächelnd ließ der Sultan sich die Früchtereichen, dann aber, als er sah, daß sie über-aus herrlich waren und schöner als das Bestein seinem Schatze, sagte er:

Großvezier, laß alle Trabanten abtreten,bleibe Du mit Achim allein bei mir, denn hierist ein Schatz sonder Gleichen."

Es geschah also und nun gewundertender Sultan und sein erster Minister die Edel-steine gebührend, die Achim gebracht hatte.

Was kostendie Steine?" fragteder Sultan.

Hoher Herr, wollet sie als ein Geschenkmeines Sohnes annehmen. Ach, er ist sehrunglücklich."

Wie so, guter Achim?" fragte derSultan.

Ach," versetzte Achim,wollet verzeihn,was ich sage, aber Ihr habt mir geboten zureden. Durch Zufall hat mein Sohn Eureholdselige Tochter Ballastra gesehn und liebtsie nun mit seiner heißesten Liebe. Er läßtdurch mich auch um ihre Hand werben, soIhr sie ihm geben wollt, und verspricht Euchdafür den reichsten Brautschatz, den Ihr nichtreicher würdet verlangen können."

Da lachten die Beiden sehr und derGroßvezier, der für seinen Sohn schon langeum Ballastra's Hand geworben hatte, flüsterteseinem Herrn in's Ohr:

Das wäre schön, die erlauchte Fürstinsolch einem Landfahrer zu geben."

Der Sultan sagte danach:

Achim, ich danke Dir für Dein Geschenk.Lasse Dich über sechs Wochen wieder bei mirmelden. Ich will mich bedenken."

lieber diesen Bescheiv war Achim sehrfroh und auch Lameth, als er ihn vernahm,faßte Muth und gedachte auszuharren, wieder Sultan geboten hatte.