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Endlich fiel ihm Alles wieder ein undwie es gewesen und gekommen war. Daweinte er bitterlich und suchte einen Ausweg,einen Zugang zu den herrlichen Säulen, aberer fand sich nicht zurecht Bor Jammer undMüdigkeit schlief er zuletzt ein und lag zweiTage und zwei Nächte schlafend auf dem har-ten Felsgestein der Höhle-
Der Hunger Plagte ihn sehr, als er wie-der wach wurde, aber seine Glassrüchte warenwohl schön und schimmerten in der Dunkelheit,da er sie hervorzog, aber seinen Hunger konn-ten sie nicht stillen, und von Neuem rang erdie Hände, weinte sehr und rief: „O meinlieber Vater Achim! Wenn ich dich doch nieverlassen hätte! Welche Unruhe wird dirmein Ausbleiben machen! Und nun muß ichhicr elend umkommen!"
Da aber hatte sich bei den krampfhaftenHänderingen der Zauberring, den Matteläihm an den Finger gesteckt, verschoben, undplötzlich erschienen vor ihm zwei der Luft-geister, welche dem Besitzer des Ringes unter-than waren.
„Was begehrst Du von uns?" sagtendie lichten Gestalten. „Wir sind die Geisterder Lust und durch den Ring an DeinemFinger bist Du unser unumschränkter Gebieter!"
„Ach!" fuhr der erschreckte Lameth auf,ich bin der ärmste, hülfloseste Mensch auf derganzen Welt!"
„Sage das nicht, o Herr, wüßtest Du,welche Macht durch Ring und Schloß inDeine Hand gcrathen ist, so möchtest Du denGroßsulran nicht mehr beneiden wollen. AlleDeine Wünsche kannst Du befriedigen."
„Ich habe nur einen Wunsch, nur einen!Bringt mich zu meinem Vater, zu meinemlieben armen Vater zurück, so will ich auchewig dankbar sein."
„Es soll geschehen," sprachen die Geister.Damit öffnete sich auch schon krachend dieHöhle, Lameth war wie von einem Wirbel-winde ergriffen, gleich darauf aber stand erwohlbehalten in Konstantinopel auf der Schwelleseines väterlichen Häuschens.
Eilig lief er in das Haus und stürztejubelnd auf seinen Vater zu , der mit rothge-weinten Augen in einem Winkel saß und denvermeintlichen Tod Lameths beklagte
Nun war Beider Freude groß. Sie sie-len sich um den Hals und Achim fragte:
„Wo bist Du gewesen, Lameth, memKind, und wo ist Dein guter Herr?"
„Guter Herr?" versetzte Lameth. „EmErzschelm ist er und ein böser Zauberer!"
Darauf erzählte er, was er erlebt hatteund Achim wollte ihm lange nicht glauben,bis Lameth die Früchte aus der Tasche zog,die auch sein Vater für Kinderspiclzeug hielt.Auch den Turban wickelte er los, zeigte dasalte Schloß an der Perlenschnur und nunglaubte Achim Alles, meinte aber, um solchein elend rostig Schloß würde er auch keinedrei Schritte gehen.
„Nun laß das Alles gut sein!" sagteLameth, „wir sind wieder zusammen, das istdie Hauptsache und dann, guter Vater, giebmir zu essen, denn ich habe den größtenHunger!"
Da wurde Achim sehr traurig, denn erhatte den letzten Ducaten ausgegeben, als erLameth suchte.
„Ach," sagte er, „Nichts habe ick, meinSohn, alles Geld ist fort. Aber wart, zeigemir das alte Schloß; vielleicht dreht sich derSchlüssel noch drin, daß es brauchbar ist.Dann giebt uns unser Nachbar, der Schlosser,einiges Geld dafür, daß ich Dir Reis undeinige Oliven dafür kaufen kann."
Damit wischte er Staub und Rost vondem Schlosse und versuchte oen Schlüssel um-zudrehn, was nicht gelingen wollte. Endlichgelang es mit einem lauten Schnapp, aber oWunder! In demselben Augenblick stand auchein riesenmäßiger Geist im Zimmer und fragte:
„Was verlangst Du von mir, o Herr?"
Achim erschrak so gewaltig, daß er ohn-mächtig hinter sich fiel. Lameth, schon anGeiftererscheinungen gewöhnt, wußte sich wenig-stens so weit zu fassen, daß er das Wortaussprechen konnte: „Essen!"
Der Erdgeist verschwand, war aber sofortauch mit zwei großen Silberschaalen wiederda, bedeckt mit den köstlichsten Speisen undeingemachten Früchten. Er setzte Alles aufj den Tisch und sprach:
! „Steht sonst Nichts zu Diensten?"
! Lameth, der beschäftigt war, seinen Vater> aus der Ohnmacht zu erwecken, ries ohne sichumzusehen:
„Auch zu trinken bringe uns!"
Und ehe der alte Achim die Augen auf-geschlagen hatte, stand auch ein großer Silber-kessel mit viel Flaschen des leckersten Weinesauf dem Tische.
„Herr, was befehlt Ihr weiter?" fragteder Erdgeist.
„Jetzt Nichts!" sagte Lameth, worauf derriesige Erdgeist verschwand. Zugleich schlugAchim die Augen auf und nun staunten Beidenicht wenig über die kostbar besetzte Tafel.