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mich vor'm End' nicht bangen, wie mein La-ter Achim zu sagen Pflegt."
Ging also vorwärts und war nach weni-gen Schritten in einem hellerleuchteten Saale,in dem aus kostbaren Gefäßen viel herrlicheBlumen und Stauden auf ihn anwehten. EinSpringbrunnen trieb süßduftendes Wasser em-por und der seine Staub des Wassers rieselteauf ihn herab.
Aber Lameth ging weiter.
Da kam er in einen Saal noch schönerwie der erste und aus Körben und Schaalenvon getricbentm Golde blitzten ihm Perlen,Edelsteine, Goldschmuck und auch viele Gold-münzen entgegen, die er wohl kannte, abersein Sinn war nicht darauf gerichtet, er liefweiter.
Kam nun in den dritten Saal, der wieein himmlischer Garten ihn anlachte. Bonden Bäumen, deren Blätter smaragdgrünschimmerten, hingen weiße, rothe, gelbe, blaueund andere durchsichtige, gar schöne Früchtehernieder. Die sah er gern und mit Verwun-derung, weil er so schöne gläserne Spielsachen,denn dafür hielt er sie, noch nie besessen hatte.Er riß deshalb im Vorbeilaufen einige derschönsten ab und füllte damit seine Taschen,soviel nur hineingingen.
Gleich darauf sah er dann auch die Mar-morsäule, von der Mattetä ihm gesagt hatte,fand das alte, recht rostige und unscheinbareWunderschloß und löste es sammt der Perlen-schnur ab, mit der es an ver Säule befestigtwar. In eine Tasche konnte er es nickt mehrstecken. Die waren alle voll. Er wickelte des-halb seinen Turban auseinander, verbargSchloß und Perlenschnur in den Falten undband sich den Turban dann wieder um denKopf.
Nun fiel ihm aber ein, daß er eilenmüsse, um nicht die Zeit zu versäumen, bissich die Höhle wieder schlösse. Er lief alsonoch schneller, als er hereingekommen war, denWeg wieder zurück unv war schon dem dunk-len Gange nahe, war schon darin, sah schondas Tageslicht ihm cntgegenschimmern, er-blickte schon Mattetä, wie er sehnsüchtig vordem Felsen wartete und mit den Händen ihmwinkte und mit lauter Stimme'ries:
„Lameth, Lameth, hast Du's, hast Dudas Wunderschloß? Lauf, lauf rasch, lieberLameth!" Schon glaubteer mit drei Schrittenim Freien zu sein, da begann ein gräßlichesGeheul, Gekrach, Gedonner und Schwirrenum ihn, als fiele der ganze Berg zusammen.Blaue Flammen zuckten ihm entgegen, daß er
sich Muth fassen mußte, hindurchzulausen.Und sie brannten ihn auch nicht, wehten ihnvielmehr kühl und wohlig an, aber da erschüt-terte sich Plötzlich der Grund, auf dem er lief,und mit einem Donnerstoß, der ihn betäubteund niederstürzte, schloß sich die Höhle vorseinen Augen zu.
Wie leblos lag er in der undurchdring-lichen Finstern iß, wie in einem Grabe, und wohlzehn Klafter Fels trennten ihn von Mattetä.
Der hatte bis zum letzten Moment ge-winkt und geschrien:
„Komm Lameth, spute Dich, lauf, lauf,sonst ist es aus mit Dir!"
Da schloß sich die Höhle und die feurigenFlammen faßten Mattetä und schleuderten ihnüber eine Stunde Wegs weit in einen Wald-bach, in vem er beinahe um's Leben gekom-men wäre. Mit letzten Kräften schleppte ersich an'S Ufer und war nun in größter Ver-zweiflung, denn er hatte die Aussicht, dasWunderschloß zu erhalten, verloren, und dazuden Zauberring, dem die Luftgeister gehorchen,eingebüßt. Nur die Wassergeister waren ihmnoch unterthan und das war sein Glück.
Denn mit Gebrüll und Zähnefletschenkamen Löwen und Tiger der Wüste an denBach, um zu trinken, und waren nahe daran,Mattetä zu verschlingen, als ihn die Wasser-geister retteten und wieder nach Lothringenbrachten. So hatte er von ihnen verlangt.
Aber er blieb voll großen Verdrusses überseine Verluste, und daß sein Unternehmen mitLameth mißglückt war. Ueber das Unglückdeö Jünglings fiel ihm nicht ein sich Sorgezu machen und das war recht ein Zeichenseines schlechten Herzens.
Recht unglücklich aber fühlte sich der alteAchim. Er suchte ihn ärgstlich und emsig,wo er ihn finden zu können glaubte, er hörte,die Pferde seien in den Stall zurückgebracht,aber Niemand wußte von Lameth ein Wort.Er hoffte von Stunde zu Stunde, von Tagzu Tag auf die Rückkehr seines Sohnes, aberimmer vergeblich. Endlich verzweifelte er,zerriß sein Haar, warf sich weinend zur Erde,wobei er ausrief:
„O dieser Mattetä ist ein Verführer undKindesräuber! Möge ihn alles Unglück derWelt treffen!"
Lameth hatte indeß stundenlang ohnmäch-tig in der finstern Höhle gelegen. Als er dieAugen ausschlug und sehen wollte, wo er war,sah er Nichts vor Dunkelheit und rieb um-sonst seine Augen, denn er meinte, ihn habeein böser Traum geäfft.