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[1] (1857)
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schnür dort aufgehängt. Löse die ab undbringe mir das Schloß, so will ich Dir her-nach geben, was Du verlangst, lieber Lameth,und Dich aus meinem Dienste frei lassenund zu einem großen Herrn machen, wie nureiner ist."

Das Alles hörte Lameth und hörte esauch wieder nicht, versprach aber gern, seinMöglichstes zu thun.

"Nun häufte Mattetä vor einer Felsenwandviel Reisig und trockenes Wurzelwerk auf, that! Weihrauch, Myrrhen und viel andere kostbareSpccereien hinzu nnd umgab das Ganze miteinem Zauberkreise und zündete eS dann zuhelllichterlohen Flammen an, wobei er geheim-nißvolle und unverständliche Worte murmelte.Ein starker Wohlgcruch verbreitete sich rings-um, Lameth stand zitternd dabei und auchMattetä sah von dem starken Zauber etwasbleich und angegriffen aus.

Da entstand in dem Felsen ein dumpfesGetöse, als ob Blitz und Donner drin steckten,und mit einem ungehörten, mächtigen Knall! sprang dann die Felsenwand auf und aus derOeffnung zuckten viel feurige Flammenzungen^ hervor.

Nach einiger Zeit wurde es ruhig, Mat-tetä trat aus dem Zauberkreise hervor undsprach zu Lameth, der nicht wußte, ob er nochlebte oder schon todt war:

Mein Sohn Lameth!"

Hie bin ich, mein Herr!" sagte Lameth.

Höre nun, mein Sohn Lameth, was ichDir sage. Ein schwerer Zauber ist glücklichvollbracht. Thue nun, wie ich Dir gesagthabe, so werden wir Beide die glücklichstenMenschen der Erde."

!Ach Herr, ich fürchte mich so sehr."

Fürchte Nichts, mein lieber Lameth. Ich! stecke diesen Ring an Deinen Finger, der Dich> schützt, so lange Du ihn Dir nicht nehmenlässest. Wahre ihn wohl." Damit steckteMattetä ihm den Ring, an den die Luftgeistergebunden waren, an den Finger.

Gehe nun freudig in die Höhle, eiligund ohne Umsehen, immer gerade aus, bisDu an die Marmorsäule gelangst, daran dasWunderschloß hängt. Das löse und bringecs mir. Was sonst Du mitbringcn willst, istAlles Dein, aber halte Dich nicht zu lange auf,laufe ohne zu sprechen auf dem geraden Wegezu mir zurück, damit die sieben Minuten nichtverstreichen, welche die Höhle geöffnet ist, laßdurch Nichts Deine Rückkehr hindern, denn- das bringt Dir Gefahr."

Herr, erlasse mir's! Ich fürchte michund bin doch noch ein Kind," flehte Lameth.

Nein, Lameth, ich erlasse Dir's nicht.

Geh' und thue, wie ich Dir sage."

Herr, ich bitt' Euch! Ich kann nicht!"Damit fiel Lameth vor Mattetä auf die Knie.Dieser gerietst nun aber in großen Zorn, denndie Minuten verflossen rasch und das Wun-derschloß war ihm so nahe. Somit ergriff erden armen Lameth am Haar, warf ihn zuBoden und schrie:

Ich bringe Dich auf der Stelle um, DuUndankbarer, wenn Du meinen Befehl nichtausführst."

Da bat Lameth um Gnade, versprachAlles zu thun und sofort war Mattetä wiederfreundlich wie zuvor.

Er hob ihn auf, wischte ihm den Staubab und gab ihm würzigen Wein zu trinken,den er im Kaftan bei sich trug. Das stärkteLameth's Muth sehr. Er machte sich auf zu ^gehen und Mattetä begleitete ihn bis an den !Eingang der Höhle, wo er sich niedersetzte undmit ungeduldigem Verlangen Lameth'S Rück-kehr erwartete.

Laß Dich durch Nichts irre machen, lie-ber Sohn Lameth, durch Nichts, durch garNichts! Kehrst Du ohne das Wunderschloßzurück, so ist eS Dein Tod!" rief er ihm nochnach und murmelte dann für sich:Neugierigbin ich, ob er wieder kommt."

Lameth schritt indeß in der dunklen Höhlerasch vorwärts, behutsam mit den Händenvor sich hintastend, um nicht an den Felsenanzurennen. Es umwehte ihn eine kalte Lust,es schwirrte ihm um die Schläfen, als wären'sFledermäuse, er fühlte, wie's ihm hinten amKleide zupfte, als zöge man ihn zurück. DerWein hatte ihm aber Muth gemacht und so ^ging er vorwärts, die Zähne zusammenbeißend !und die Fäuste ballend. !

Er starrte in die Finsterniß, als wolle ersie mit dem Glanze seiner Augen erhellen, und >

glaubte auch schon, einen fernen Lichtschimmer !

zu sehen, da hörte er hinter sich rufen: !

Lameth, lieber Sohn, nun ist's genug,komm zurück, Du hast die Probe bestanden,komm zurück, lieber Lameth, setze Dein Lebennicht unnütz weiter in Gefahr!"

Das klang ganz wie Mattetä's Stimme,aber ob sie's auch sei, wußte Lameth sich nichtzu sagen. Hatte er doch im Augenblick vorhernoch ganz anders gesprochen. !

Ei was!" dachte Lameth,mag er's jsein oder nicht, jetzt will ich's getrost wagen >und weiter gehn. Hab ich's angefangen, soll -