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[1] (1857)
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Augen abzusehen, denn Du hast den bestenHerrn in der Welt."

Das Gebot befolgte Lameth auch getreu-lich, denn er war gern bei Mattetä, der ihnallzeit freundlich behandelte und geduldig denTag erwartete, an welchem eS ihm möglichwar, die africanische Höhle für Lameth zuöffnen.

Endlich war dieser Tag da und Mattetähatte befunden, daß Lameth unschuldig undihm folgsam sei, wie der Zauber vorschrieb.

Darum beschloß er nun, das Wagestückum das Wunderschloß zu gewinnen und gebotLameth, zwei Pferde für sie Beide zu miethen,

. aus daß sie nun auch die Herrlichkeiten in der^ Umgegend ansehen möchten, die Stadt kenneer bereits genug.

^ Lameth war bald mit zwei Pferden da

und nun kleideten sich Beide so prächtig, alseS nur anging, und da sah es gar seltsamaus, den alten langbärtigen Mattetä mit demjungen schönen Lameth zum Thore Hinausrei-ten zu sehen.

Lameth war fünfzehn Jahre alt undschlank wie eine Tanne, also daß weit undbreit kein schönerer Jüngling gefunden werdenkonnte, das sah man erst recht, als er so über-aus stattlich gekleidet war.

Vor dem Thore ritt Mattetä erst nochlangsam, aber bald peitschte und spornte ersein Pferd, daß Lameth ihn kaum folgen konnteund über die Eile seines Herrn in großesStaunen gerieth.

Plötzlich hielt nun auch Mattetä dieLandstraße nicht mehr ein, sondern jagte querwaldein.

Mein Herr," ries Lameth,wir werdenirre reiten, laßt uns auf dem Wege bleiben."Aber Mattetä hörte darauf nicht, sondernjagte weiter, Lameth winkend, daß er ihm folge.

Endlich auf einem öden Platze im Waldemachte Mattetä Halt, stieg ab und Lamethi that gern ein Gleiches, denn er war das Net-ten noch ungewohnt, besonders so wildes überHecken und Gräben und zwischen den Waldes-bäumen hindurch.

! . Neugierig, was sein Herr in dieser Ein-

! öde beginnen werde, hielt Lameth die Pferde

an, während Mattetä ein großes Buch hervor-

l' zog und emsig darin las. Nach einer Weile

j wandte er sich dann zu Lameth, und sagte:

!Erschrick nicht mein Sohn über Alles, was

i Tu jetzt sehen wirst, sondern bleibe guten Mu-! thes und thue gehorsam, was ich Dir sage,j Dafür will ich Dich hernach zu einem reichen- Manne machen."

Lameth versprach das gern und sofortdrehte Mattetä den Zauberring an seinem Fin-ger herum und ließ die Lustgeister erscheinen.Wie ein sausender Taubenschwarm kamen siehoch aus den Wolken herab und standen imUmsehn bei ihm, fragend:

Herr, was befielst Du?"

Darüber erschrak Lameth so, daß er zit-ternd zwischen die Pferde sprang und sich dazu verstecken suchte. Mattetä sprach ihm aberMuth ein und sagte, es werde ihm kein Leidgeschehen.

Bringt die Pferde wieder nach Konstan-tinopel in ihres Heeren Stall!" gebot Mattetäden Luftgeistern und augenblicklich faßten die-selben die Zügel der Pferde und waren sofortverschwunden.

Nun tragt uns nach der afrikanischenHöhle, in der sich das Wunderschloß befindet!"Und schnell waren auch sie von weichen Hän-den ergriffen und schwebten mit den Geisternin der Lust dahin.

Lameth schwindelte, daß ihm Hören undSehen verging. Er glaubte, sein letztes Ständ-lein sei da und er werde niemals seinen Va-ter Wiedersehen. Als er die Augen aufschlug,verschwanden bereits die Thürme von Kon-stantinopel in Weiler Ferne. Bald flogen sieüber dem Meere dahin, dann erschien unterihnen wie ein großer Stiefel das Land Italien,weiter wie ein dreieckiges Stück Kuchen dieInsel Sicilien, dann wieder sah Lameth langenur Lust und Meer und glaubte bereits wiedervor Schreck ohnmächtig zu werden, als derFlug niedriger ging und er Plötzlich wiederfesten Boden unter den Füßen fühlte.

Taumelig stand er da und mußte sich anMattetä's Mantel halten, um nicht zur Erdezu fallen. Als er umsah, erkannte er, daß siein einem Felsenthale sich befanden, wild undunbewohnt.

Lameth, lieber Lameth," sprach nunMattetä,die Stunde ist jetzt da, in der DuDich durch treue Befolgung meiner Befehlezu einem reichen Manne machen kannst. Dar-um fasse Muth und thue, wie ich Dir jage.Dieser Felsen wird sich aufthun und eme ge-räumige Höhle sehen lassen, in deren Tiefetausenderlei Schätze sich befinden, von denenDu nach Herzenslust nehmen magst. Kostbar-keiten, wie Du dort sehen wirst, giebt es nochnicht auf der weiten Menschenwelt, für michwill ich Nichts, als ein altes rostiges Schloß,das Du in dem Hintergründe der Höhle, imdritten Saale an einer Marmorsäule aufge-hängt finden wirst. Es ist mit einer Perlen-