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Lameth und Kallastra.
Grientaüsches Märchen, erzählt von Ellen.
Dr dem vormaligen Herzogthume Lothrin-gen lebte vor langer, langer Zeit ein jüdischerZauberer, Namens Mattetä, der über vieleverborgene Künste Herr, dabei aber ein bos-hafter und habsüchtiger Mann war. Deshalbwar er allezeit unzufrieden, trachtete nach mehrund begehrte besonders ein Wunderschloß zubesitzen, von dem er in einem Buche überSchwarzkunst gelesen, daß es in einer afri-kanischen Höhle sich befinde und die Krafthabe, seinen Besitzer zum Gebieter der mäch-tigen Erdgeister zu machen.
Er ließ nicht ab zu forschen, wie er desWunderschlosses habhaft werden könne.
Nun hatte er einen Ring, an den dieLuftgeister gebunden waren. Den drehte erherum, also daß ihrer Dreie erschienen und -befragte sie um ihren Rath. Sie sagten, nur !durch List könne er das Wunderschloß gewin- ^nen, nicht durch Gewalt. Er müsse einentürkischen Knaben in seinen Dienst nehmen, lder ihm in allen Stücken gehorsam und dazu !noch ein ganz unschuldiges Kind sei. Einsolcher allein könne das Wunderschloß aus derHöhle herausholen, aber auch nicht ohne Ge-fahr. . j
So sagten sie ihm, was sie wußten. Und !alsbald gebot Mattetä: „Bringt mich nachKonstantinopel."
Da umfaßten ihn die drei Luftgeister undschossen wie ein Blitz mit ihm fort überDeutschland, Ungarn und die Türkei. Inwenig Minuten setzten sie ihn dann am gol-denen Horn bei Konstantinopel nieder.
Mattetä entließ die Geister und ging nachder Stadt hinein, einen Knaben suchend, wie
er ihn bedurfte. Er hatte schon viele Stra-ßen vergeblich durchwandert, alle Knaben, dieer sah, schienen ihm untauglich. Endlich fander den jungen Lameth, ein armes, mutterlosesKind, der mit seinem Vater sich kümmerlichvon Botengängen nährte. Der gefiel demZauberer, weshalb er ihn fragte;
„Mein Sohn, wie heißest Du?"
„Lameth!"
„Und Dein Vater?"
„Achim!"
„Und wo wohnt Dein Vater?"
„Nicht weit von hier."
„Gut, Lameth, so führe mich zu DeinemVater." Das geschah und da fragte Mattetänun den alten Achim, ob er ihm den jungenLameth zur Bedienung geben wolle, so langeer in Konstantinopel sich aufhalte. Das be-willigte Acbim gern und war auch behülflich,daß Mattetä eine schöne Wohnung fand.
Bald war die Wohnung eingerichtet undein gutes Mahl bereit. Aber Mattetä aßselbst nichts, da er durch Zauberkunst sich zusättigen verstand, und ließ Achim und LamethAlles verzehren.
Das gefiel Beiden gut und noch glück-licher wurden sie, als Mattetä seinen Dienerdann entließ und ihm ein Goldstück Tagelohngab. Achim brauchte sich nun nicht mehr mitharter Arbeit zu bemühen, sondern konnte herr-lich und in Freuden leben. Jeden Abendbrachte ihm Lameth ein Goldstück nach Hauseund hatte dabei den leichtesten Dienst.
„Thue Deinem Herrn nur alle Dienste,wie er sie verlangt," sagte Achim zu seinemSohn, „und lerne ihm jeden Wunsch an den