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[1] (1857)
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! keinem Lärm gestört und schlief ruhig fort, bis^ der Brauer ihn am andern Morgen wecktei und fragte: Nun, wie hat's gegangen, mein! lieber Korporal!

! Nun, wie solls gegangen haben! Ich habe

! ihnen die Quadrille mitten durch gehauen, alssie in den schönsten Pas waren, und da ihnen, das so ganz unvermuthet kam, so stoben siealle aus dem Tanzsaale heraus, ohne dieMusikanten zu bezahlen; eine aber ließ einen vHandschuh zurück, den ich für Sie aufgehobenhabe. Damit zog er die Katzenpfote aus derTasche, um sie dem Brauer zu überreichen.Wie crschrack er aber, als aus der Pfote einmenschlicher Finger geworden war, an dem eingoldenes Trauringlein glänzte.

Der Brauer erschrak noch mehr, denn derRing war ihm wohl bekannt, weil er ihn selbstvor vielen Jahren bei einem Goldschmiede inHarlem hatte anfertigcu lassen.

! Eiligst lief er hinauf in die Schlafkainmer

! seiner Frau. Tiefe aber lag krank im Bette

! und that so jämmerlich, als ob sie gleich sterben

! müsse

Da vergaß der Brauer auf einen Augeu-j blick den Finger mit dem Ringe und brachte

ihr eine Tasse Thee. Die Frau wollte erstnicht trinken, und da der Mann nicht aufhörte,

sie zu nöthigen, so griff sie die Taffe mit derlinken Hand und hielt die rechte unter derBettdecke verborgen, welche ganz blutig gefärbtwar.

Warum nimmst du den Thee mit derlinken Hand, fragte der Brauer, du verschüttestja so den Trank.

Setz' ihn nur wieder auf's Stoffe, sprachdie kranke Frau; ich kan» mit der rechten Handnicht fassen, weil ich niir gestern Abend mitdem Brodmeffer in den Finger geschnitten habe.

Laß einmal sehen! sprach ihr Manu.

Aber sie wollte bei Leibe die Hand nichtzeigen. Da riß der Brauer ihr die Handunter der Decke hervor, und sieh, der Ringfingerfehlte. Den aber holte der Brauer aus seinerTasche und sah mit Schrecken, daß er dieWahrheit geahnt hatte.

Da gerieth er in furchtbaren Zorn, gingzum Bürgermeister und gab seine Frau alsHexe au.

Zwar leugnete sie, aber es half nicht.Mitten in der Nacht, als die Glocke 12 llhrschlug, wurde sie auf dem Marktplatze zu Harlemunter dem Zulaufe einer großen Volksmengegehenkt.

Seit jener Zeit aber hörte man nie mehreine Katze im Brauhaus.

Die öergsranlein des Feldderges.

von C. G. Fecht.

Wenn du von Freiburg im Breiögau durchdaS Höllenthal aufwärts gehst, und im Sternenam Fuß der Höllensteige, mit edlem Rebensaftund köstlichen Waldforcllen dich erlabt hast,so führt dich dein Weg die steile Hölleusteigehinauf dem Titisee und Lenzkirch zu. Kaumaber hast du die Höhe erreicht, so breitet undthürmt sich dir zur Rechten die großartigsteGebirgslandschaft, die du finden kannst.

In tiefem dunkeln Bette wälzt sich zudeiner Linken, über Fclsstücke brausend, vonFels zu Felsen hüpfend die schäumende Wutach,zu deiner Rechten liegt der dunkelgrüne Titi-see, überschattet von finstern Tannenwäldern,ruhig, wie schlummernd hingelagert, an denFuß der finstern Berge. Zur Rechten deinesWeges öffnen sich schwarze Thalschluchten, undwenn du vom Titisee aus durch das schauer-

liche Bärenthal hinaufvringst, tiefer und tieferauswärts in die Berge, so tauchst du endlichempor aus der Waldnacht und steigst übersumpfige Moorfelver hinauf auf den breitenund langen Rücken dcS Fcldbergcs. NiedereTannen begleiten dich bis ziemlich weit hinzu dem kahlen Gipfel, oder vielmehr derbreiten Kuppe, in deren dichtem Mvostcppichblauer Enzian seine freundlichen Glocken öffnetund trauliche Geaphalien ihre rosigen Blüthen-köpfchen schalkhaft zu verbeugen scheinen.

Wie der Leib eines Riesenelephanten lagertsich der kolossale Rücken deS Berges aus eineLänge von beinahe einer Stunde wellenförmigvor dir hin, und streckt seine moßigen, wald-bedeckten Glieder weit hinaus in die riesigeBerglandschaft. Ein mächtiger Aeltervatersteht der Feldbcrg mitten in dem ringsum