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[1] (1857)
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Knechten zu wenig zugetraut habe; denn balderfüllte sich das Brauhaus mit großen schwarzenKatzen, die auf allen Bottichen umherspazierten;aus ihren schwarzen Haaren und den großenAugen heraus leuchtete es wie Phosphor, unddabei miauten sie, daß der Brauer in Ver-zweiflung gerieth. Wüthend griff er nach einemNührstock und schlug in die Rotte hinein, abero weh, wie es ihm da schlecht erging! Voranein riesiges Thier, machten die Katzen Frontgegen ihn, bissen und kratzten ihn derart zuSchanden, daß er sechs Wochen lang keinemMenschen sein Angesicht zeigen durfte. SeineFrau war die einzige Person, der er seinschreckliches Abenteuer anvertrautc, und diese,weit entfernt, ihn zu bemitleiden uud ihmfreundlichen Trost zu spenden, lachte ihn oben-drein ans und nieinte, ein vernünftiger Mannwie der Brauer doch sein wolle, könne dochauch wohl füglich den armen Katzen das bis-chen Freude gönnen, das sie sich im Brauhausemachten, da kein Mensch dabei zu Schadenkomme.

Seit jener Zeit ließ er die Katzen rumorenwie sie wollten, rief aber wobl seiner Frau,die im Nebenzimmer schlief, leise zu: Hörst dusie? Die Frau aber gab denn keine Antwortund der Brauer schlief endlich ein.

Eines Tages geschah cs nun, daß Sol-daten in dem Orte, wo der Brauer wohnte,einquartirt wurden. Ans den Brauer fiel einmartialischer Korporal mit einem wilden Schnurr-barte.

Hört, guter Freund, sprach der Brauer,meine Stuben sind alle besetzt, und ich weißeuch nicht anders uuterbringcn, als im Brau-haus ; dort aber kommen jede Nacht ein NudelKatzen hin, die einen fürchterlichen Lärm machenund sich vor keinem Stocke fürchten.

Wenn's weiter nichts ist, cntgegnete derCorpora!, so laßt mich nur ins Brauhaus, undgebt niir einen guten Trank zur Gesellschaft!

Des war der Brauer wohl zufrieden,führte den Korporal hinab, gab ihm Bier dieMenge und dazu Kartoffeln, die er in derAsche braten konnte.

Da nun der Korparal allein war, verschloßer alle Fenster und Thüren, porrte das Feuertüchtig auf, briet Kartoffeln in der Asche desstammenden Heerdes und trank das köstlicheBier dazu. Endlich wurde er müde und vor jSchlaf fielen ihm schier die Augen zu, Dasah er sich nach einem geeigneten Schlafplätzchenum. und da es recht kalt war, so dachte er:Oben ans deni eingemauerten Kessel da ist eshübsch warm, da willst du dich legen. Gesagt,

gethan! Bald war er im Schlaf versunken,aber er hatte sich mit dem Kopfe so nah anden Helm gelegt, daß ihm schier die Haarebrannten, dcßhalb erwachte er. Wie er nuneben im Begriffe war, sich ans die andereSeite zu wenden, da sah er im Scheine desFeuerheerdes eine große schwarze Katze aufdem Boden sitzen, wo er vorhin die Kartoffelnin der Asche gebraten hatte. Es Lauerte nichtlange, so gesellte sich eine zweite und eine drittehinzu. Bald war der ganze Raum erfüllt.

Sonderbar, dachte er. ich weiß doch genau,daß ich alle Thüren und Fenster verschloß.Sind die Thiere denn ans dem Boden gestiegenoder durch die Schlüssellöcher geschlüpft?

Wahrend er noch seine Betrachtungen hier-über anstellte, sah er, wie die Katzen sich dieVorderpfoten reichten und im Kreise hernm-tanzten, indem sie mit den langen feurigenSchwänzen um sich schlugen und ein ohren-betäubendes, schreckliches Geschrei ausstießen.Mitten im Kreise aber saß eine wahre Niesen-katze, welche die Augen wie feurige Kugeln imKopfe umherrollte. Plötzlich hielten sie mitSpringen inne, setzten sich aufrecht auf dieHinterpfoten und schauten zu der Dicken herüber,die schnurrend und pfnchzcnd ihren Untergebeneneinen Vortrag zn halten schien. Nach einerWeile faßten sie sich wieder an und der Lärmwar zehnmal schlimmer als vorher. DemKorporal standen fast die Haare zu Berge undes fehlte nicht viel daran, so wäre er überHals und Kopf davon gesprungen. aber des;schämte er sich doch, und da cs ihm unmöglichwar, den Lärm länger zu ertragen, so zog erseinen Säbel und schleuderte ihn mit dem Rufe:So scheert euch in Gottes Namen zumTeufel! unter die Katzen.

Ein schrecklicher Tumult entstand unterden Thieren, statt sich gegen den Angreiferzu wenden, wie sie cs bei ähnlichen Gelegen-heiten stets gethan, suchten sie das Weite; derKorporal sah zu seinem Erstaunen, daß sie allezum Schornstein hinauffnhren.

Ha, sprach der Soldat, sind sie vordemvor Prügeln nicht bange gewesen, so hat siejetzt wohl nur der Name Gottes zum Schorn-steine hinaus gejagt.

Vom Kessel himmtcrspringend und seinenSäbel wieder nehmend, bemerkte er einenTropfen Blutes an der Schneide. Da suchteer auf dem Boden umher und fand eine abgc-hauene Katzenpfote, welche er in die Taschesteckte, um sie am nächsten Morgen seinemBrauer zu zeigen.

Während der übrigen Nacht wurde er von