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Geselle», aber bei stiller Nacht stand er an derPresse und da er in jener Nacht die Kunst er-lernt, fügte er nach Brauch die buchenen Stäbchenzusammen zu Worten und fing an zu drucken.Binnen Jahresfrist hatte er eine schöne AnzahlVon Bibeln zusammen gebracht. Sein Planwar, deren noch mehrere hundert zu drucken,um sie in entfernten Gegenden um hohen Preiszu verkaufen. Da kam eines Tages der Abtvon Altenberg und verlangte eine Bibel; derMeister holte ihm eine auö seiner Voraths-kammer, aber wer beschreibt sein Entsetzen, alsder Abt beim Aufschlagen des Folianten aus-rief: „Hinweg mit diesem Teufelswerk!" unddie Bibel weit fortjchleuderte in die Kammer.—
„Wie könnet Ihr also meine Arbeit be-schimpfen?" rief wüthend der Meister undstürzte sich ans die Bibel. Allein todtcnbleichwankte er zurück, denn zwischen den Wortender heiligen Schrift guckten höllische, teuflischeFratzen hervor als Initialen I In einer dieserFratzen hatte der unglückselige Meister dasPortrait seines verschwundenen Compagnonswiedererkanut.
Noch an demselben Tage wurde der Meister
Michael Wassermetz der Zauberkunst angeklagt.Die Schöffen fanden in seiner Wohnung alledie Bibeln, deren Eine wie die Andere dieTeufelsfratzen enthielt! Auch die Presse standda nun als ein Werkzeug des Teufels gegenihn zu zeugen! Alles Leugnen und Bitten halfnichts. Grade ein Jahr nach dem Tode Casparsund um dieselbe Stunde wie jener, starb MeisterMichael eines schmählichen Todes auf demScheiterhaufen.
Das Haus stand lange verlassen und ge-ächtet. Wer vorbeiging, bekreuzigte sich. NurNachts um die stille Mitteruachtsstunde hörteman darin ein Geräusch wie das Klapperneiner Buchdruckerpresse! Alle Fenster schienenerleuchtet und trepp ans, trepp ab hörte manschwere Schritte, vermischt mit einem schmerz-vollen Stöhnen. Und als die Geistlichkeit sicheines Abends ans den Weg machte, den Bösenaus diesen Räumen zu bannen, da schlugenplötzlich aus allen Fenstern die lichten Flammenempor, und nach einigen Stunden war dieWohnung Meister Michaels nur noch einSchutthaufen.
Die Katze im Brauhaus.
holländisches Märchen von W. Herchenbach.
In Holland lebte ein Bierbrauer, derwegen seines prächtigen Biers im ganzen Landebekannt und berühmt war. Den ganzen Tagüber hielten die Karren vor seinem Hause,welche nach entfernten Städten das Bier ab-holten; so konnte es nicht ausbleiben, daß erbald ein reicher Mann wurde, der sich fürschönes Geld anschaffen konnte, was sein Herzbegehrte.
Nun hatte unser reicher Bierbrauer aberdennoch sein Kreuz, wie es andere Leute auchhaben und es waren besonders zwei Dinge,welche' ihm das Leben verbitterten. Erstenskonnte er seine Frau nicht in die Kirche bringen,wie inständig er sie auch bat und wie er auchtäglich mit einem guün Beispiel voranging.Die Kirchenschen seiner Frau wurde sogar vonJahr zu Jahr größer, und da er nun sah, daßall seine Worte nur das Gegentbeil hervor-brachten, so schwieg er am Ende fülle und trugsein Leid heimlich.
Zum zweiten traten jede Nacht eine AnzahlKatzen in sein Brauhaus und vollführten dortmit Sprüngen und Miauen ein schrecklichesSpcctacel, bis die Glocke zwölf schlug. Zwarhatte der Meisterknecht die Verpflichtung über-nommen, jede Nacht im Brauhaus zu schlafenund die abscheulichen Katzen mit Gewalt zuvertreiben. Aber gleich nach der ersten Nachthatten sie ihm Gesicht und Hände derart zer-kratzt, daß er dem Meister erklärte, lieber seinenDienst zu verlassen, als auch nur noch eineeinzige Nacht im Brauhaus zu verbringen.Der Reihe nach hatten nun alle die andernKnechte die Wache halten müssen, aber vonAngst getrieben, stürzten sie alle wieder dieTreppe hinauf, ehe Mitternacht gekommmcn.
Diese Hasenherzigkeit seiner Knechte ärgerteden Meister und er beschloß, in der folgendenNacht sich selbst von seinen Unholden zu be-freien. Zn seinem Schaden wurde er indeßgewahr, daß er sich selbst zu viel und seinen
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