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[1] (1857)
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Schaden zuzufügen und Meister Wassermetz, sichnicht länger haltend, nahm eines Abends denSchreiber mit sich in eine entlegene Kammer.

Jetzt halt ich's nicht länger aus!" sagteder Meister.Euer Schaffen kann nicht mitrechten Dingen zngehen! 'Also offen heraus mitder Sprache!"

Das ist leicht gesagt, Meister", versetzteder Schreiber,und noch leichter gethan, fallsIhr auf meine Bedingungen eingeht, wo nicht,so sind wir geschiedene Leute!"

Und die wären?" frug der Meister.

Ihr gebt mir Euer Töchterlein zum! Weibe!" crwiederte Caspar.

! Meister Waffermetz ging einigemal unrnbig

in der Stube ans und ab, überlegte seineni Vortheil und sagte endlich:Unter der Bedin-! gnng ist sie die "Eure!"

! Die Beiden brachten es zu Papier in aller

! Form Rechtens und nun erzählte Caspar, wie

^ sein Geheimnis; ein ganz Einfaches sei, und der

! Bürger Gntenberg in Mainz eine Kunst erfundenhabe', Bibeln und alle anderen Bücher in soviel Exemplaren zu vervielfältigen, als mannur immer wolle und in der kürzesten Frist.

Und Du kannst diese Kunst?" frug derMeister.

Nein" sagte Caspar,die Kunst selbstist des Erfinders und seiner Gebülfen Geheimniß.

! Ich selbst babe die Bibeln und Psalter nur

! zum Verkaufe. Noch fünfzig Stück habe ich

vorräthig, aber kann deren so viele anschaffen,als Ihr nur haben wollt und zwar um einenbilligen Preis. Wenn wir das Geheimniß für! uns bewahren, können wir so viel Geld ver-

dienen, als wir nur immer wollen!"

Meister Waffermetz war nicht ganz zufrie-den mit dem Mitgetheilten, auch dann nicht,als Caspar ihm Mittel und Wege an dieHand gegeben, die Bibeln direkt zu beziehen.Mit der größten Bereitwilligkeit gab er überalles Auskunft und noch an demselben Abendefeierte er mit - Adetta seine stille Verlobung.Das junge Paar war überglücklich.

Nicht so Meister Wassermetz, dem es garhart anging, mit seinem zukünftigen Schwieger-sohn den großen Verdienst theilen zu müssen.Er sann hin und her auf allerlei Pläne, wies es ihm wohl möglich werde, das zu verdienendej Geld ganz allein einzustecken. Caspar war

! schon zu Bette gegangen, Adetta hatte auch

ihre Kammer ausgesucht und noch immer saßMeister Waffermetz allein, den Kopf in die Handgestützt.

Mitternacht schlug, als sich unten an der> Hausthüre ein entsetzliches Pochen vernehmen

ließ. Meister Michael sprang ans seinen Träu-mereien anfgeschreckt auf, ging ans Fenster undrief:Was da?"

Ein Freund!" lautete die Antwort.

Meine Freunde besuchen mich nicht umMitternacht!" sagte der Meister.Ihr seidwohl so ein schlechter Geselle oder Wegelagerer!Geht Eurer Wege und kommet wieder beimHellen Tageslicht, so Ihr es nicht zu scheuenbraucht! Gott befohlen!"

Der Meister wollte bei diesen Worten dasFenster zuschlagen, aber der Untenstehendeflüsterte mit kaum vernehmbarer Stimme:

So Ihr Euren Vortheil lieb habt, hörtmich an, denn ich komme von Mainz und bringegute Nachricht wegen den Bibeln!"

Mit einem Satze war Meister Michaelan dem Thore, öffnete es und ein Mann, imdichten Mantel eingehüllt, trat ein.

Kein Wort hier! man könnte uns hören!"flüsterte der Meister, dem Fremden die Handauf den Mund legend,folgt mir!"

Den Fremden an der Hand fassend, zogihn der Meister fort in die entlegendste Kammer.Setzt Euch und sprecht!" sagte er dann.

Der Fremde warf Hut und Mantel abund stand vor dem Meister ganz roth gekleidet.Gleichgültig schaute er in der Kammer umher,während Meister Michael rief:

So richtet Euren Auftrag ans! Washabt Ihr mir zu sagen?"

Fein gemach!" sagte der Fremde.GutDing will Weil haben! Ich komme von Mainz,wo ich mit meinem Freunde Gntenberg gearbeitethabe!"

Mit Gntenberg?" rief entzückt der Meister.Sprecht leiser!"

So hört mich an!" fuhr der Fremde fort.Ich habe mit Johannes Gntenberg eine Er-findung gemacht, welche die Welt in Erstaunensetzen wird! Wo früher der Mensch Monatelangmit seiner Hände-Arbeit kaum eine Bibel zuStande brachte, schaffe ich deren zwölf in derWoche!"

Ich weiß!" flüsterte der Meister,aberum Gotteswillen sprecht leiser!"

Ich habe mich von Gntenberg getrennt!"'lispelte der Fremdeund bin hierher gezogennach Cöln, um für mich allein zu arbeiten. Daich aber nicht Bürger bin und auch einen an-gesehenen Mann gebrauche, damit ich nichtverfolgt werde wegen der Erfindung, so willich Euer Compagnon werden!"

Unter welchen Bedingungen?" frug derMeister.Soll ich etwa den Profit mit Euchtheilen?"