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[1] (1857)
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Mit Eustach zog fromm zu ritterlicherTugend und zur wahren Gottesfurcht sieIhre Söhne auf und Gott belohnteUnd gesegnet ihr Werk, denn Gottfried,

Der zuvor ein Herzog war zu Billon,

Und nach ihm dann Balduin wurden KönigeVon Jerusalem, das sie der Heiden

Fcindeskand entrissen, und es warenGottfried, Balduin und Eustach von Allen,Die das Kreuz erwählt, die besten RitterAllezeit nnd würdig ewiger Ehren.

Doch nun schließt meinLied, das euchder frommenMenschen viel' als Vorbild vor den Sinn stellt.

Des Teufels Prejfe.

Sage von Fabricius.

Um die Mitte des fünfzehnten Jahrhundertswohnte zu Cöln in der Nähe des Domes indem Hause zum goldenen Kreuze der vonFlandern nach Köln eingewanderte MichaelWassermetz, ein in der Kunst des Bücherschrei-bens weit und breit berühmter Manu, dertrotz allem Fleiße und der Hülfe von einigenzwanzig Abschreibern nnd Malern doch nichtalle Aufträge ausführen konnte.

Unter den Arbeitern glänzte des MeistersTöchterlcin Adetta, die von dem Vater die Kunst !gelernt, die Bücher mit Initialen, Nandver-zieruugen und Bildern zu schmücken, und vonallen Schreibern wegen ihrer Geschicklichkeitbewundert wurde. i

Die Bestellungen nahmen immer überhand, ;und als der alte Wassermetz lauge Zeit vergebens !nach neuen Schreibern gesucht hatte, mußte es !ihm erwünscht sein , als sich ihm eines Tages lei» junger Manu, Namens Caspar vorstellte, !der, außerordentliche Proben seiner Kunstfertigkeit 'vorlegend, wie der Meister deren niemals gesehen,um Arbeit bat.

Bald waren die Beiden bandelcins; derMeister lud den Fremden zum Imbiß und alsAdetta mit dem Frühmahl ins Zimmer trat,wurden ihre Wangen feuerrot!) unter dem Blickedes jungen Schreibers, welcher au Schönheitund Amnnth wohl seines Gleichen suchte. AuchCaspar gericth in sichtliche Verlegenheit beidem Anblicke so vieler Reize nnd vries sichglücklich, in dem Hause des Meister WassermctzBeschäftigung gefunden zu haben.

Meister und Schreiber leerten manchesGlas nnd waren bald gute Freunde.

Morgen also fangt Ihr an für mich zuarbeiten!" hob der Meister an,da hat mirmein Freund, der Abt von Altcuberg, eineAbschrift der Psalmen bestellt und da ich den

hohen Herrn immer gern zufrieden stelle,so sollt Ihr als mein bester Schreiber dasWerk unternehmen, aber macht's fein, hübschund sauber, denn der Herr Abt ist ein hoch-gelehrter Manu und großer Kenner."

Ihr sollt schon zufrieden sein", lachteCaspar," doch noch Eins! Ein jeder Künstlerhat wie Ihr wißt so seine eigene Kunstgriffe.Ich arbeite nur daheim in nieiner Wohnung,wenn ich ganz allein bin. Ist Euch das recht,so habt Ihr binnen drei Wochen die Abschrift,wo nicht, so sind wir geschiedene Leute."

Der Meister besann sich hin und her, undwilligte endlich darein, dem Schreiber diekostbare Handschrift auf Papier zum Abschreibenanzuvertrauen, wenn dieser ihm seine schweregoldene Kette zum Unterpfaude lassen wollte.

Caspar ließ die Kette dem Meister Wasser-metz nnd entfernte sich, nicht ohne vorher nocheinen glühenden Blick auf Adetta zu werfen.

Der Meister war natürlich gespannt aufdes Schreibers Werk, noch mehr aber Adetta,welche keinen Stich arbeiten konnte, so laugeCaspar neben ihr in der Werkstättc saß, undda saß er den ganzen Tag, wenn er sich nichtauf dem Tanzboden vder in der MalcrherbergeHerumtrieb wo ihn alle wegen seines einneh-menden Wesens lieb gewonnen! Ein solchesLeben konnte dem Meister nicht gefallen, dersich freute, doch wenigstens ans Vorsicht diegoldene Kette zurückbehalten zu haben! Dieandern Schreiber lachte» boshaft in sich hineinund ließen hier und da Worte fallen, welcheden Meister beunruhigen mußten, aber als ereines Morgens Caspar zur Rede stellte, ant-wortete dieser gelassen:

Meine drei Wochen sind noch nicht vor-bei, Jbr sollt schon sehen!"

Die drei Wochen gingen vorüber nnd