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mir die Männlein schenkein" Geht auch nachdem Born und irifft die drei Männlein, diewünschen ihr aber allerlei Böses an: Sie solleeinen Weichselzopf haben und Kröten ihraus dem Munde fallen, und damit ging sienach Haus und war recht bitterbös auf ihreStiefschwester. Es wurde aber so wie dieMännlein gesagt hatten. — Da wünschte sichLehnken zuerst ein Schiff für ihren Bruder,mit dem fuhr er über Meer, weit, weit hin-aus, bis er in eines Königs Land kam. Dembot er seine Dienste an und wohnte lange Zeitin seinem Reiche. Da sieht der König wie ^Wilhelmken oft ein Bildniß ans Herz' führtund heimlich küßt. Drob fragt er ihn, was ifür ein Bild das wäre. Spricht Wilhelmken: !„Das ist meiner Schwester Lehnken Bild, undreicht cs dem Könige hin. Nun sieht der Kö- !nig das Bild, wie es so schön war, und seinHerz ward ihm von Liebe entzündet, sprichtalso zu Wilhelmken: „Fahre heim, und holeDeine Schwester, denn ich will sie zu meinerGemahlin." Das that Wilhelmken, kommtnach Haus, mit köstlichen Kleidern, die ihmder König mitgegeben für sein L-chwesterlein,und holt sic ab. Aber die Stiefmutter undStieftochter fahren auch mit; wie sie noch aufdem Meere sind, laust die Mutter Wilhelmkenund er schläft darüber auf ihrem Schooße ein.Ta nimmt die böse Stiefmutter Lehnken, ziehtihr die königlichen Kleider aus und wirft siein's Meer; die Kleider aber legt sie ihrerStieftochter an- Als sie beim Könige anka-
men und der die Stieftochter sieht, wie sieüber alle Maaßen häßlich war, und nieintedoch es wäre Wilhelmken's Schwester und keineandere, wird er gewaltig zornig und läßtWil-helmkcn in einen tiefen Thurm einsperren, hei-rathet jedoch die häßliche Tochter, weil er'seinmal so versprochen hatte. Aber Lehnken warnicht im Meer ertrunken, sondern sie flog alsEnte zu dem Thurm, wo ihr Bruder ein-gesteckt war und sang:
Mein Bruder Wilhelmken,
Wat sitzt Du hier gcfaugcn,
Bei Otteru uud bei Schlangen,
Wie frieren Deine Fußten,
Wie kälten Deine Nägelken.
Um meinethalben.
Das wiederholte sie, schwamm um denThurm drei Tage lang und sang dasselbe Lied,bis es des Königs Dienern auffiel uud sie'sdem Könige sagten Da hieß sie der König dieEnte fangen und auf sein L>chlafziu»ner bringen,und als sie bei ihm war, da währt' cs nichtlange, da stand sie als schöne Jungfrau vorihm, uud der König erkannte sie als seineBraut uud wurde die Hochzeit mit großerFreude vollzogen. (Ihrem Bruder Wilhelm-ken wünschte Lehnken ein Königreich, wie sie'sselber mm mit ihrem Gemahl regierte inFrieden und Freude.) Die häßliche Königinjagte er fort uud die böse Stiefmutter empfingihre gerechte Strafe.
Deutsche Schwänke.
von N. Hocker.
I. Das Pferd in Gemeinschaft.
Mürgermcistcr und Superintendent zuSchoppenstädt hielten sich eine Zeit lang einPferd in Gemeinschaft, der Occonomie halber,denn sie calculirten, daß ein Pferd auch nurfür eins fräße, wozu allerdings nicht vielScharfsinn gehört. Wollte der Superintendentin die Kirche, so kam er erst während des Lieds.Der Bürgermeister war voran geritten undschickte ihm das Pferd zurück. Ritt der Bürger-meister zum Nathhaus, so saß der Superinten-dent irr seinem Arbeitszimmer, wo er keinenGaul nöthig hatte. So trug es sich eines Tageszu, daß beide an einem und demselben Tage
nach Braunschwcig reisen mußten. Nun warguter Rath thcuer. Endlich hatte der Bürger-meister den klugen Einfall, er wolle mit demrechten Fuße in den Steigbügel steigen, währendder Superintendent mit dem linken hineinfahre,so könnten sie gemeinsam die Fahrt nach Braun-schweig machen und Jeder des Pferdes frohwerden. Als so Beide durch den Koth trabten,waren sie im Stillen froh, daß nur ein Stiefelbeschmutzt wurde, denn wäre der Eine gelaufenund der Andere geritten, so wären jenem dochbeide Stiefel schmutzig geworden.