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bell leuchtender Dunst dmch's Meer, aus dessenMitte sich, wie ihm deuchte, eine rosige, inschwachen Umrissen gezeichnete Gestalt empor-bob und in die Tiefe tauchte.
Wiederum ging der Burgherr trauerndnach Hause und schloß sich mit ungestillterSehnsucht in sein Gemach, ungeduldig denAbend erwartend, um abermals hinaus zupilgern.
Geraume Zeit schon hatte die Nacht ihreSchleier über die Erde gebreitet, aber ver-geblich harrte er an der lieben Uferstelle desGesanges. Sein Herz zürnte den Fröhlichen,denn aus einem Hause des Städtchens schollrauschende Tanzmusik und mischte sich mit demBrüllen des Meeres, das heute in gewaltigerAufregung den Dünensand peitschte.
Von dem vielen Wachen ermattet, setzteer sich in das dornige Kraut, welches die An-höhe bedeckte, worauf er sich befand, und fielin Schlummer. Drüben tönten noch immerdie Hörner und zu seinen Füßen tobten dieWellen, aber er hörte sie nicht; denn ein lieb-licher Traum hielt seine Sinne gefangen. Eingöttergleicheö Wesen, aus dem Schaume desMeeres und den Düften des Himmels gebildet,kniete vor ihm und umfing seine glühendeStirne mit einem Kranze von Algen undKorallen.
Gegen Mitternacht wachte er auf; stillewar's in den Tanzsälen und das Toben desMeeres hatte sich in leises Murmeln gewandelt;aber ferne am Strande tönte wiederum dieStimme. Sein Ohr wurde von deutlich erklin-genden Worten bezaubert. Folgende Strophentrug der leichte Westwind zu ihm herüber:
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Ewig weil' ich auf dem feuchten GrundeZwischen Riff und zwischen Klippen,
Und geschlossen bis zur AbendstundeSind die licbestrunk'nen Lippen.
Ach, wie lang' im Hause von KorallenBleib' ich Arme angekettet?
Dreimal darf ich nur nach Oben wallen,Dann werd' ich in's Meer gebettet.
Einer nur kann meine Fesseln brechen,Meinen Leib der Fluth entreißen,
Doch ich armes Weib, ich darf nicht sprechen,Darf ihn nimmer kommen heißen.
Ein Meerweib, sprach der Burgherr intiefster Erregung, ein unglückliches Meerweib!Ralhlos stand er nun stille, er zitterte nichtmehr, wie vorhin, aber die Gluth verzehrte
ihn fast. Was sollte er beginnen? Sie auf-suchen oder hinwcgeilen von dem Orte, wo dieGeister weilten? Hatte er nicht vordem vonSterblichen gehört, die sich eine Mecrfrau zumWeibe genommen und zeitlich und ewig un-glücklich geworden waren? Fluch, sprach erzu sich selber, ruht auf solchem Bunde, dennder Sterbliche soll nicht über seine Sphärehinauslangcn in das luftige, körperlose Gebietder Wesenlosen. Doch sein Mund sprach nurso, sein Herz drängte ihn unaufhaltsam vor-wärts und noch hatte er seine bedenklichenWarnungen gegen sich selbst nicht vollendet,als er die Sängerin des Meeres vor sich sah.Ein leichtes Florgewand überdeckte einen Kör-per, wie nie ein schönerer auf der Erde geweilthatte; dieses von Thräncn verschleierte Augeergoß einen Reiz über das edle Antlitz, daßder Burgherr von Bewunderung und Ehrfurchterfüllt, nicht wagte, näher zu treten. Von denschwellenden Gliedern der Meerfrau ging einGlanz aus, der ihre ganze Erscheinung in einensanften Schimmer emhüllte, und der sich inden zahllosen Edelsteinen der Krone wieder-spiegelte, die sie auf dem Haupte trug.
Je länger er aber stand und die Erscheinunganschaute, desto wilder wurde die Gluth, welchein seinem Innern brannte; die Furcht, nocheinmal könne sie ihm entfliehen, ließ ihn alleBedenklichkeiten vergessen, und ohne die Trag-weite seines Thuns zu ermessen, ließ er sichvor ihr auf ein Knie nieder und ries in leiden-schaftlicher Erregtheit: Kehre nicht zurück indie Fluthen, sei mein Weib!
Die Meerfrau stieß einen grellen Schreiaus, und ließ das schöne Haupt besinnungs-los in den Sand des Ufers sinken. Der Burg-herr glaubte nicht anders, als sie habe plötzlichden Geist aufgegeben, darum nahm er sie mitKlaggeschrei in seine Arme und verwünschteden Tag, wo er zuerst das Meer gesehen.
Aber das Leben kehrte wieder in dasstockende Herz zurück und indem sie das Hauptunter leisem Schluchzen an seine Schulterlehnte, sprach sie in lispelndem Tone: Wohlwill ich dein Weib sein und dir treu anhangen,wenn du nicht frevles Spiel mit mir treibst.Doch, daß nicht du und ich zugleich verderben,so höre meine Geschichte, che du dein Schicksalan das meine kettest. Vor Allem wisse, daßich keines jener Wesen bin, die dem Meereangehören und ohne das nasse Element nichtleben können. Ich bin ein sterblicher Menschwie du, aber schon Tausend Jahre bin ich indie Tiefen der Fluth verbannt und werde fürabermals Tausend Jahre dahin zurückkehren,